Pip: Coffeenewstom hat diese Woche wieder ganze Arbeit geleistet — von Münchner Röstereien über Wiener Kaffeehäuser bis hin zu Feldern in Äthiopien. Kaffee als Welterklärungsmaschine, sozusagen.
Mara: Genau das. Coffeenewstom nimmt uns mit zu Röstereien und Auszeichnungen, durch die Wiener Kaffeehauskultur, zu Nachhaltigkeitsprojekten im Kaffeeanbau und schließlich zu einem neuen Genusskonzept mitten in München.
Pip: Fangen wir an mit den Röstereien — und dem, was eine Bohne wirklich auszeichnet.
Röstereien und ihre Auszeichnungen
Mara: Zwei Röstereien stehen hier im Mittelpunkt — eine kleine in München, eine preisgekrönte in Bremen. Die Frage dahinter: Was macht eine Rösterei wirklich besonders?
Pip: Bei The Annamites Coffee Roasters in der Münchner Fallstraße kommt die Antwort direkt aus Vietnam — fünf namentlich bekannte Farmen, kleine Chargen, Direktbezug. Und dazu Egg Coffee, Banh Mi und ein Phin auf dem Tresen.
Mara: Der Beitrag beschreibt das Konzept treffend: „Vom Bauernhof bis in die Tasse.“
Pip: Das ist kein Slogan, das ist ein Versprechen. Wer weiß, von welchem Hof seine Bohne stammt, kann auch erklären, warum sie schmeckt wie sie schmeckt.
Mara: Ganz ähnlich argumentiert das crema Magazin bei seiner Auszeichnung der Melitta Manufaktur als Röster des Jahres 2026. Die Jury urteilt: „Großartiger Specialty Coffee kennt keine Unternehmensgröße.“ Ein vierköpfiges Team in Bremen, gegründet 2020, röstet dort unabhängig von der Großproduktion.
Pip: Kurz: Konzernhülle, Handwerksherz.
Mara: Und das Konzept überzeugt — Rohkaffeeauswahl, Nachhaltigkeit, Sortimentstiefe. Nicole Böhmke von Melitta sagt dazu: „Das zeigt, dass wir Vieles richtig machen und diesen Weg werden wir weiterverfolgen.“
Pip: Von Bremen nach Wien — denn Kaffee ist auch eine Frage der Zeremonie.
Österreichische Kaffeespezialitäten
Mara: Was steht eigentlich auf einer Wiener Kaffeekarte — und was steckt dahinter? Teil zwei der österreichischen Kaffeespezialitäten führt vom Kapuziner bis zum Eiskaffee.
Pip: Der Kapuziner ist dabei der älteste Protagonist — und der produktivste. Der Beitrag erklärt: „Österreichische Soldaten brachten das Rezept schließlich mit nach Norditalien, das damals Teil des Vielvölkerstaates war. Aus dem deutschen Kapuziner wurde im Italienischen der Cappuccino.“
Mara: Was bedeutet: Wer heute einen Cappuccino bestellt, trinkt im Grunde Wiener Militärgeschichte. Der Flat White ist dann gewissermaßen die moderne Weiterentwicklung — weniger Schaum, mehr Espresso.
Pip: Teil zwei führt weiter durch Melange, Franziskaner, Fiaker mit Hochprozentigem und den Kaffee Biedermeier mit Marillenlikör. Letzterer kommt mit einer echten Glaubensfrage: Likör zuerst oder Sahne zuerst?
Mara: Und als Bonus zwei Raritäten — der Überstürzte Neumann, bei dem Schlagobers mit doppeltem Mokka überstürzt wird, und der Kaffee Obermaier, bei dem kalte Sahne vorsichtig über einen Löffelrücken auf den heißen Kaffee gegossen wird.
Pip: Teil eins liefert das Fundament dazu: kleiner Schwarzer, großer Schwarzer, Mokka, Einspänner — alles mit Geschichte, alles mit Haltung.
Mara: Wer beide Teile liest, sitzt danach ratlos vor keiner Wiener Kaffeekarte mehr. Versprochen.
Pip: Und wer Kaffee ernst nimmt, fragt sich irgendwann auch, woher er kommt — nicht nur im Glas, sondern auf dem Feld.
Nachhaltigkeit und Anbauprojekte
Mara: Zwei sehr unterschiedliche Akteure, ein gemeinsames Thema: Was tun Unternehmen konkret, damit Kaffeeanbau langfristig funktioniert?
Pip: Nescafé legt Zahlen vor. 53 Prozent des Rohkaffees stammten 2025 von Farmen mit regenerativer Landwirtschaft, 20,3 Millionen Kaffeesetzlinge wurden verteilt, Treibhausgasemissionen sanken gegenüber 2018 um 18,3 Prozent.
Mara: Der Bericht formuliert das Ziel direkt: Der Nescafé Plan 2030 verfolgt „das Ziel, eine widerstandsfähige Kaffee-Lieferkette für die Zukunft zu schaffen.“ Agroforstwirtschaft, Zwischenfruchtanbau und neue, klimaresistente Sorten sind die Werkzeuge.
Pip: Parallel dazu arbeitet Dallmayr seit 2008 mit der Stiftung Menschen für Menschen in Äthiopien — Schulbau, Brunnen, Aufforstung, und seit 2025 ein neues Programm in der Region Illu Gelan mit Fokus auf Agroforstwirtschaft und Einkommensdiversifizierung.
Mara: Dr. Johannes Dengler von Dallmayr beschreibt die Haltung dahinter: „Äthiopien ist für Dallmayr weit mehr als nur die Herkunft außergewöhnlicher Kaffees, es ist eine Region, mit der uns eine gewachsene, vertrauensvolle Partnerschaft verbindet.“
Pip: Vom Feld zurück in die Stadt — wo Kaffee gerade lernt, auch abends zu funktionieren.
Genusskonzepte und Cafékultur
Mara: Der Dallmayr Coffee Club in der Münchner Altstadt erweitert sein Konzept: Ab dem 29. Oktober öffnet er donnerstags bis samstags bis 21 Uhr — als After-Work-Treffpunkt mit Aperitivo-Karte.
Pip: Espresso Martini, holzfassgereifter Negroni, Apéro-Platte mit Parmaschinken. Kaffeekultur trifft Abendritual — das ist eigentlich nur konsequent.
Mara: Das Konzept geht ohnehin weit über Kaffee hinaus: Running Club, Pilates, Lange Nacht der Musik. Der Beitrag beschreibt es als Ort, „an dem Tradition und Zeitgeist auf besondere Weise zusammenfinden.“
Pip: Kaffee als Tagesbegleiter — morgens, mittags, abends. Da schließt sich ein Kreis.
Mara: Röstereien mit Haltung, Kaffeehäuser mit Geschichte, Felder im Wandel, Stadtlokale mit neuem Rhythmus — Kaffee bleibt ein erstaunlich weites Thema.
Pip: Und nächste Woche wartet bestimmt schon die nächste Tasse mit einer Geschichte darin. Wir hören rein.