Montags-Podcast Episode 6: Kaffee mit gutem Gewissen

Pip: Coffeenewstom — wo der Morgen mit einer offenen Frage beginnt, der Einkauf ein Gewissen braucht und das Abendessen irgendwo auf Rhodos wartet.

Mara: Genau. Coffeenewstom schreibt diese Woche über Kaffee und Gesundheit, über Handel mit Haltung und über ein Rezept, das direkt aus einer Taverne auf Rhodos stammt. Fangen wir mit dem Kaffee auf nüchternem Magen an.

Kaffee, Nüchternheit und die Wissenschaft dahinter

Pip: Die Frage klingt simpel: Kaffee vor dem Frühstück — gut oder schlecht? Aber die Antwort ist erstaunlich unbefriedigend, und das nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die Wissenschaft selbst uneinig ist.

Mara: Eine aktuelle Metaanalyse der Fachzeitschrift Clinical and Translational Gastroenterology bringt das auf den Punkt: Sie attestiert „lediglich einen schwachen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und saurem Reflux“ — und hält auch das für wenig belastbar.

Pip: Das heißt: Sodbrennen durch Morgenkaffee ist möglich, aber kein Regelfall. Und der vielzitierte Cortisol-Anstieg auf nüchternem Magen? Ebenfalls nicht durch Studien gedeckt.

Mara: Beim Abnehmen sieht es ähnlich aus. Kaffee erhöht kurzfristig den Energieverbrauch — das stimmt. Aber leerer Magen destabilisiert den Blutzucker, was Heißhunger auslösen kann. Unterm Strich: kein verlässlicher Abnehmeffekt.

Pip: Die Italiener haben das pragmatisch gelöst: ein kleines Gebäck zum Cappuccino. Wobei das Frühstückskonzept aus dem Breakfast-Club-Beitrag — Campari Soda, Cappuccino und Pils in dieser Reihenfolge — wohl eine eigene Kategorie verdient.

Mara: Das ist eine Erinnerung an die Zeit als Schlafwagenschaffner bei der DSG — und das „Italienische Frühstück“ hat dort seinen ganz eigenen Ursprung. Fazit bleibt: wie Morgenkaffee wirkt, ist individuell. Eine eindeutige Antwort gibt es schlicht nicht.

Pip: Von der Frage, was in der Tasse schadet, zur Frage, was hinter der Tasse steckt.

Kaffee mit Haltung: Siegel, Inklusion und Herkunft

Mara: Nachhaltiger Kaffeehandel ist ein Feld voller Versprechen — und voller Widersprüche. Das Projekt „Coffee, Brownies and Downies“ aus Oberursel zeigt, wie direkte Wirkung aussehen kann.

Pip: Geschäftsführer Max C. Luscher formuliert es klar: „Teilhabe ist kein Wohltätigkeitsprojekt, sondern ein Menschenrecht. Mit unserem Produkt leisten wir einen direkten Beitrag dazu, dass Menschen mit schweren Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sein können — mit unbefristeten Arbeitsverträgen, fairer Bezahlung und echter beruflicher Perspektive.“

Mara: Konkret bedeutet das: Die Kaffee-Abos sichern aktuell elf unbefristete Stellen, mindestens zum Mindestlohn. Die Bohnen kommen aus Brasilien, geröstet wird von Hoppenworth und Ploch in Frankfurt.

Pip: Und dann gibt es Tchibo mit dem Privat Kaffee Limited Honduras — Mirabelle, weiße Schokolade, und Kitas für Kaffeebauernkinder. Seit 2022 wurden dort 639 Kinder betreut, während ihre Eltern ernten. Das ist mehr als Marketing.

Mara: Aber wie verlässlich sind solche Versprechen generell? Der Beitrag zu Kaffeesiegeln arbeitet das sorgfältig auf. Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ — nicht alle halten, was das Logo verspricht. Naturland Fair und Hand in Hand von Rapunzel schneiden in unabhängigen Tests am besten ab.

Pip: Und ein Kaffee ohne Siegel ist nicht automatisch unfair — Siegel kosten Geld, das viele Kleinbauern schlicht nicht haben. Das Siegel-System ist gut gemeint und trotzdem kompliziert.

Mara: Vom Einkauf mit Gewissen zum Kochen mit Erinnerung.

Aus der Taverne auf den Herd: Rezept von Rhodos

Pip: Das letzte Stück dieser Woche ist ein Rezept — direkt aus einer Taverne in Ialysos auf Rhodos, versteckt in einer Seitenstraße, angeblich ist „To Posperi“ das beste Restaurant der ganzen Gegend.

Mara: Das Gericht heißt schlicht „Pfannengericht mit Schweinefleisch, Zwiebeln, Feta und Honig“ — und die Zutatenliste ist gleichzeitig die Zubereitungsanleitung. Anbraten, Zwiebeln dazu, Feta rein, Honig drüber, fertig.

Pip: Griechische Küche in ihrer ehrlichsten Form. Keine Interpretation, keine Fusion — einfach das, was auf dem Tisch stand.

Mara: Und der Hinweis gilt: die ganze Zeit dabeibleiben, denn es geht wirklich schnell. Καλή όρεξη.


Pip: Morgenkaffee auf nüchternem Magen, Siegel mit unterschiedlichem Gewissen, ein Pfannengericht von der Ägäis — das hält zusammen, weil es immer um Entscheidungen geht, die man täglich trifft.

Mara: Genau. Was man trinkt, was man kauft, was man kocht. Nächste Woche schauen wir, welche Fragen Coffeenewstom dann stellt.

Dieser Podcast-Beitrag wurde mittels KI erstellt. Was haltet Ihr denn davon?

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