Pip: Willkommen bei Coffeenewstom — wo Kaffee auf Weltgeschichte trifft und niemand dabei nüchtern bleibt.
Mara: Genau das trifft es gut. Coffeenewstom schreibt diese Woche über Kaffeespezialitäten aus München, Mexiko und Wien — und über die Architektur des faschistischen Italiens auf Rhodos, gesehen auf einem Spaziergang mit Frappé und Schokomaus.
Pip: Eine Kombination, die man so nur hier bekommt.
Mara: Fangen wir an mit dem Kaffee.
Kaffeespezialitäten aus aller Welt
Mara: Die Frage, was Kaffee heute bedeutet, beantwortet sich in dieser Woche gleich an mehreren Orten — auf dem Münchner Oktoberfest, in einer mexikanischen Küche, in österreichischen McDonald’s-Filialen und in einer japanischen Dose.
Pip: Dallmayr ist zum 17. Mal Partner des Schützen-Festzelts — und hat dieses Jahr eine Neuheit im Gepäck. Die Beschreibung lohnt sich.
Mara: Das Besondere am neuen Dallmayr Espresso Martini in der Dose ist laut dem Beitrag: „Dank eines integrierten Nitro-Kapsel-Systems entsteht beim Öffnen eine feinporige Schaumkrone — wie frisch vom Barkeeper gemixt.“
Pip: Das heißt: kein Barkeeper, keine Schüttelei, trotzdem Schaum. Technik ersetzt Handwerk — zumindest optisch.
Mara: Und die Partnerschaft reicht weit über die Wiesn hinaus. Löwenbräukeller, Zum Franziskaner und das Hotel Drei Löwen setzen ganzjährig auf Dallmayr — alles Häuser der Familie Reinbold.
Pip: Ganz anderes Terrain beim Café de Olla — Kaffee aus dem Tontopf, traditionell aus Mexiko. Rohrzucker, Zimt, Nelken, Orangenschale. Kein Barista weit und breit.
Mara: Wer es nachkochen will, findet im Beitrag ein vollständiges Rezept für zwei Tassen — inklusive dem Hinweis, dass ein Chiapas-Kaffee von Tchibo geschmacklich ideal passt.
Pip: McDonald’s Österreich wiederum hat das Kaffeeprogramm erneut erweitert — Iced Latte Caramel, Iced Strawberry Matcha Latte, Pumpkin Spice Latte Macchiato. Das Sortiment wächst schneller als die Speisekarte.
Mara: Und Tchibo bringt Bio Matcha in der Dose — japanisches Grünteepulver, bio-zertifiziert, für rund 11,99 Euro. Wer den Koffein-Kick jenseits von Kaffee sucht, hat jetzt eine weitere Option.
Pip: Von Kaffeespezialitäten zu Stadtarchitektur — allerdings mit Frappé in der Hand.
Rhodos: Kaffee, Kuchen und faschistisches Erbe
Mara: Die Rhodos-Beiträge dieser Woche stellen eine ungewöhnliche Frage: Was bedeutet es, in einer Stadt zu leben und zu flanieren, deren Stadtbild von faschistischer Besatzung geprägt wurde?
Pip: Die Antwort beginnt — wie es sich gehört — mit Schokomaus und Frappé vor der Nea Agora.
Mara: Im Kaffeetagebuch heißt es: „Ich suche mir einen Stuhl mit einem schönen Blick auf den Mandraki-Hafen und bestelle mir eine Schokomaus und einen Frappé. Das scheint mir der perfekte Abschluss für meinen Besuch von Rhodos-Stadt zu sein.“
Pip: Und während die Schokomaus verspeist wird, bestellen britische Touristen nebenan Liter-Stiefel Bier — der Kontrast tut nichts zur Sache, macht aber die Szene.
Mara: Der historische Kontext kommt in den Beiträgen über die Verkündigungskathedrale und das Foro Italico. Die Kathedrale, heute griechisch-orthodox, wurde im 20. Jahrhundert von den Italienern erbaut — inspiriert von einer 1856 zerstörten Kirche, orientiert an Stichen aus dem Jahr 1828.
Pip: Nichts daran ist mittelalterlich, auch wenn es so aussieht. Das ist das eigentliche Thema dieser Beiträge.
Mara: Genau. Gouverneurspalast, Nationaltheater, Rathaus — Florestano di Fausto entwarf in drei Jahren fünfzig Gebäude auf dem Dodekanes. Sein Nachfolger De Vecchi ersetzte Faustos bisweilen verspielten Stil durch reine Machtdemonstration.
Pip: Und Elafos und Elafina — Hirsch und Hirschkuh am Mandraki-Hafen — stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Die Italiener zogen 1948 ab, die Tiere blieben.
Mara: Der Beitrag zu Foro Italico und Nea Chora II schließt mit der Frage, wie heutige Generationen mit diesem Erbe umgehen — und gibt eine nüchterne Antwort: Sie nutzen es. Es bereichert ihren Alltag.
Pip: Kaffee auf der Wiesn, Zimt im Tontopf, Schaumkrone aus der Dose — und dazwischen eine faschistische Stadtplanung, die bis heute das Bild von Rhodos bestimmt.
Mara: Was beide Themen verbinden: der Blick auf das, was sich hinter vertrauten Oberflächen verbirgt. Nächste Woche schauen wir wieder hin.