Warum immer wieder Tchibo? Weil ich lieber über einen Kaffeeröster schreibe, der seine Verantwortung ernst nimmt. Schließlich war es gerade diese Großrösterei aus Hamburg, die sich schon vor Jahren zu einer freiwilligen Einhaltung der Menschenrechte in der gesamten Lieferkette bekannt – ohne bürokratische Hürden und lange vor einem deutschen oder europäischen Lieferkettengesetz. Doch Tchibo geht einen großen Schritt weiter: Ab 2027 sollen ausschließlich verantwortungsvoll eingekaufte Kaffees angeboten werden. Dieses Versprechen hatte der Konzern im Februar 2024 gegeben. Doch was hat Tchibo auf seinem Weg zu verantwortungsvollem Kaffeehandel bis heute erreicht?

Das weiterentwickelte Tchibo Kaffeeprogramm setzt auf vier Säulen: unabhängige Analysen, maßgeschneiderte Programme, lokale und globale Partnerschaften, sowie zertifizierte Rohkaffees. Um die Verantwortung für die Menschen in den Lieferketten wahrzunehmen, hat Tchibo in vielen Kaffeeanbauländern Projekte zur Unterstützung der Farmer und ihrer Familien gestartet. Die Projekte sind unter dem Dach Tchibo Joint Forces! zusammengefasst. Ziel des Programms ist es, den Produzenten nachhaltigere Anbaumethoden zu vermitteln und ihnen zu helfen, qualitativ höherwertigen Kaffee zu produzieren. Bereits seit 2017 bezieht Tchibo in die Projekte zunehmend Frauen und Kinder ein, etwa durch Aktivitäten und Maßnahmen zur Einkommenssicherung, zur Kinderbetreuung und zur Vermeidung von Kinderarbeit. Diese Projekte werden jetzt nach und nach in das neue Kaffeeprogramm integriert.

„Mit dem Tchibo Kaffeeprogramm können wir eine positive Entwicklung im Kaffeeanbau erzielen. Sowohl hinsichtlich der Verbesserung niedriger Farm-Einkommen als auch bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels“, erklärt Pablo von Waldenfels, Direktor Unternehmensverantwortung bei Tchibo. Seit dem Start wurden über 13.000 Farmen in neun Ländern erreicht: in Brasilien, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Tansania, Vietnam, Äthiopien, Uganda und Indonesien. Schon jetzt stammen gut 20 Prozent des von Tchibo verwendeten Rohkaffees aus verantwortungsvollem Einkauf. Tendenz: schnell steigend. „Das macht uns zuversichtlich und zeigt, dass wir voll im Plan liegen, um unser Ziel zu erreichen“, freut sich Pablo von Waldenfels.

Im Rahmen des Tchibo Kaffeeprogramms werden speziell auf die jeweiligen lokalen Erfordernisse ausgerichtete Programme entwickelt. Immer gemeinsam mit den Farmerinnen und Farmern und starken Partnern wie den International Coffee Partners (ICP) oder auch den Organisationen, die hinter den Siegelzertifizierungen stehen. „Damit erreichen wir, dass bis 2027 alle von Tchibo eingekauften Kaffees aus Regionen stammen, in denen kontinuierlich an der Verbesserung von umweltfreundlichen und sozialverträglichen Anbaupraktiken gearbeitet wird, um die Existenzgrundlage und Lebensbedingungen der Farmer deutlich zu verbessern“, fasst von Waldenfels zusammen.

„Die Menschen vor Ort brauchen mehr Unterstützung bei der Umsetzung nachhaltiger Anbaumethoden. Deshalb weiten wir unser Kaffeeprogramm aus“, so Pablo von Waldenfels. Es beinhaltet zum Beispiel Schulungen zur Förderung von Agroforstwirtschaft, also Aufforstung von Schattenbäumen oder dem ergänzenden Anbau von anderen Feldfrüchten zur Absicherung des Farmeinkommens. Bald gehört dazu auch die Aussaat neuer Kaffeesorten, die besser gegen die Auswirkungen der Klimaveränderung geschützt sind. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Trainern und Agronomen. Auf unseren Produkten informieren wir ab sofort über das Tchibo Kaffeeprogramm. Die bisherige Siegelkommunikation wird ersetzt. Unabhängig von den Zertifizierungen durch Siegelpartner wird das Tchibo Kaffeeprogramm engmaschig überprüft. Die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen wird von der unabhängigen und gemeinnützigen Organisation Enveritas kontrolliert und verifiziert.

Die konkreten Maßnahmen werden regional abgestimmt, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen. In Brasilien zum Beispiel liegt der Fokus auf dem Schutz von Biodiversität, Klima und Wasser, während in Honduras die Armutsbekämpfung im Vordergrund steht. So bekommt jedes Land sein maßgeschneidertes Programm. „Wenn wir trotz Klimawandel in 20 Jahren noch Kaffee trinken wollen, ist genau JETZT der Zeitpunkt, es anzupacken. Und genau das tun wir mit unserem Tchibo Kaffeeprogramm. ‚Coffee to stay‘ – das ist nicht nur unser internes Leitbild, sondern auch unsere Vision für den gesamten Kaffeesektor: Wir wollen, dass Kaffee bleibt und auch in Zukunft allen zur Verfügung steht“, erklärt von Waldenfels. Bis zum selbst gesteckten Ziel 2027 wird es noch ein weiter Weg sein, doch ist Tchibo auf dem richtigen Weg. Nachweislich! Und für mich ein Grund noch mehrmals über gemachte Fortschritte hier zu berichten.
Bildrechte, Grafik und Quelle: Tchibo, Pressemeldung vom 17.04.2025, Unternehmensseiten.
Interessant!
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Du trägst ein bisschen dick auf. Mehr geht nicht.
Damit solltest du dich bei Tchibo als Unternehmenssprecher bewerben.
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Ich finde es gut wenn ein Unternehmen das Richtige tut. Dazu gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und den Produzenten während der gesamten Lieferkette. Viele Produkte sind bei uns nur deshalb so billig, weil Firmen Menschenrechte und Umweltstandards ignorieren.
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Klingt sehr nach Green Washing für mich.
Tchibo ist ein Milliardenkonzern, der in erster Linie Profit erwirtschaftet. Es gehört zu einer Sustainibility Policy, solche Projekte zu betreiben und zu vermarkten.
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Wenn ich das auch so sehen würde, hätte ich diesen Artikel nicht geschrieben. Tchibo setzt sich seit langem für ein Lieferkettengesetz ein. Als Entwicklungshilfe-Minister Müller nach 200 deutschen Unternehmen suchte, die freiwillig ein Lieferkettengesetz unterzeichnen würden, gehörte Tchibo zu den wenigen Firmen, die zusagten. Kurz darauf hat Tchibo eine freiwillige Selbstverpflichtung beschlossen. Ziel ist es das gesamte Unternehmen dahingehend umzubauen. Der Rest steht im Beitrag. Natürlich will Tchibo Geld verdienen. Das wird auch in keinster Weise bestritten. Aber nicht mehr auf den Rücken der Menschen in den Anbaulândern. Das ist auch kein Greenwashing, denn das bedeutet, dass man nur behauptet etwas zu tun, es aber nicht macht, wie man es zum Beispiel beim Recycling öfters beobachten kann. Tchibo tut halt mehr dafür, als andere.
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Okay, dass sie so menschen- und umweltliebend sind, ist auch durch externe Offizielle bestätigt worden? Gibt es hier Beweise oder sind es nur Absichtserklärungen, die auf das Image einzahlen sollen?
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Ja, diese offizielle Bestätigung gibt es tatsächlich, nämlich von der gemeinnützigen Organisation Enveritas mit Sitz in den USA. Ihr Ziel ist es, mehr Transparenz in den Kaffeesektor zu bringen, um die Menschen und die Umwelt vor Ort besser zu schützen. Hierfür nutzt Enveritas satellitengestützte Analysen und maschinelles Lernen in Kombination mit traditionellen Farmbefragungen. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Nachhaltigkeitsinformationen für große Teile der weltweiten Anbauregionen zu erfassen. Enveritas ist aufgrund ihrer Rechtsform gesetzlich dazu verpflichtet, gemeinnützig zu handeln. Das bedeutet in ihrem Fall die Unterstützung von Kaffeefarmer*innen, Farmarbeiter*innen und der Umwelt. Des Weiteren handelt es sich bei Enveritas um eine eigenständige Organisation, die ihre Informationen dem gesamten Kaffeesektor anbietet und daher in keiner besonderen Abhängigkeit zu Tchibo steht. Die Basis für die Analysen sind repräsentative Stichproben von einzelnen Farmen. Enveritas identifiziert zunächst per Satellit die Anzahl der Kaffeefarmen in einer Region und bewertet erste Faktoren, z.B. das Entwaldungsrisiko. Anschließend wird eine zufällig ausgewählte Stichprobe von Farmen besucht, bei denen die weiteren Nachhaltigkeitsparameter geprüft und digital erfasst werden. Diese werden anschließend zentral gesammelt und ausgewertet, um Fehler einzelner Auditoren zu vermeiden. Dieses Verfahren ermöglicht eine sehr hohe statistische Genauigkeit der Ergebnisse.
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Sehr gut ! 👍
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Nice read
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Die verbleibenden Zweifel, die notwendig sind und immer wieder gegengeprüft werden sollten, dahingestellt, denn sie wurden ja bereits in den Kommentaren ausgerollt, ist so etwas eine gute Sache. Die durchaus mehr Beachtung verdiente. Ich weiß nicht, wo die anderen großen Kaffeebohnenbräuner da so stehen.
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Danke!
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Danke für den Beitrag. Das scheint mir wirklich vorbildlich zu sein, wie Tchibo sich da engagiert. Meine erste Reaktion war auch: Das ist bestimmt redaktionelle Werbung… aber beim Lesen der Kommentare kam ja dann noch mehr „Butter bei die Fische“. Und irgendwie muss man das Gute ja auch benennen dürfen…
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Ich beobachte das Unternehmen schon ein paar Jahre. Mir schmeckt halt Kaffee, der sozialverträglich produziert wurde, prinzipiell besser.
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