Unser heutiger Ausflug führt auf den 267 Meter hohen Filerimos-Berg, ein auch bei Rhodiern beliebtes Ziel. Doch bevor wir uns dem faszinierenden Ort zuwenden, müssen wir einen Blick auf die dort lebenden Pfauen werfen. Die sind nämlich das Erste was man sieht und hört, wenn man am Parkplatz aus dem Auto steigt. Mal abgesehen von Krähen und Raben sind sie wohl die unmusikalischsten Vögel, die man sich vorstellen kann. Ihr Ruf klingt wie das Wehklagen eines heiseren Babys. Es ist eher ein unmelodisches, jammerndes Krächzen. Jedenfalls sind sie sich der Aufmerksamkeit sicher. Besonders nützlich, wenn man als Pfauenhahn gerade in der Balz ist.

Dann stolzieren die Pfauenmännchen noch stolzer umher und schlagen bei jedem sich bietenden Weibchen ihr Rad. Auch bringt der Hahn seine Federn zum Zittern, was ein Knistern und Rascheln erzeugt. Dazu kommt noch dieser unsägliche Paarungsruf, der meilenweit zu hören ist. Völlig unsinnig, leben doch die Weibchen zusammen mit ihnen auf dem Filerimos-Berg. Kein Wunder, wenn sich die weibliche Pfauenpopulation mit ihrem graubraunen und unscheinbaren Federkleid dann doch lieber verkriechen. Besonders angetan zeigten sie sich jedenfalls nicht. Sie sind übrigens geduldige Fotomodelle. Nachdem sie eh schon in vollem Ornat rumstehen, können sie sich gleich auch noch ablichten lassen. Vielleicht hilft es ja bei den Damen.

Der Pfau spielt auch in der griechischen Mythologie eine große Rolle. Außerdem ist der Pfau der Lieblingsvogel der Göttin Hera und damit untrennbar mit ihr verbunden. Ihre Verbindung stammt aus der berühmten Sage um den Riesen Argos Panoptes, dessen hundert Augen nach seinem Tod in das Federkleid des Vogels übergingen. Der Riese Argos, so die Sage, hatte hundert Augen. Er bewachte die von Zeus in eine Kuh verwandelte Geliebte Io im Auftrag der eifersüchtigen Hera. Zeus befahl dem Götterboten Hermes, Argos zu töten, um Io zu befreien. Hermes lullte den Riesen mit seinem Flötenspiel ein und erschlug ihn im Schlaf. Um den treuen Wächter zu ehren, nahm Hera die hundert Augen von Argos und setzte sie als Muster auf die Schwanzfedern ihres Lieblingstiers.

So sehen wir also, wenn der stolze Pfau sein Rad schlägt, die hundert Augen des Argos. Übrigens hätte es in der Antike niemand gewagt dem Vogel auch nur eine Feder zu krümmen, zöge man doch unmittelbar den Zorn der Göttin Hera auf sich. Pfauen können übrigens fliegen, auch wenn sie nur selten davon Gebrauch machen, zum Beispiel zur Flucht. Auch am Hofe von König Salomon gab es den Pfau, so steht es zumindest in der Bibel. Als standorttreue Vögel werden die ursprünglich in Indien und Sri Lanka beheimateten Tiere heute weltweit als Haustiere gehalten. Der Hahn ist an Hals, Brust und Bauch leuchtend blau. Je nach Lichteinfall kann das Gefieder grünlich und golden schimmern. Ein von den Nasenlöchern bis zum Auge reichendes, schmales Band sowie eine breite, halbovale Fläche unter dem Auge sind weiß und nackt. Im Verhältnis zum Körper fällt der Kopf eher klein aus.

Die Schleppe der Männchen besteht aus sehr stark verlängerten, ein bis eineinhalb Meter langen Oberschwanzdeckfedern. Diese können zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden. Die plastisch leuchtende Federzeichnung von großen, blau irisierenden „Augen“ dient der Abschreckung von Fressfeinden, die diese als Augen von großen Säugetieren interpretieren sollen. Wenn dies nicht genügt, um einen Angreifer in die Flucht zu schlagen, versetzt der Hahn die gefächerten Schwanzfedern in eine laut rasselnde Bewegung. Das Schimmern der Federstrahlen wird durch eine feine kristallähnliche Struktur erreicht, die gitterförmig aufgebaut ist. Diese umgibt die Federenden und ist so angeordnet, dass sie Licht, ähnlich schillernden Seifenblasen oder Ölflecken auf Wasserpfützen, in unterschiedlichen Winkeln reflektiert. Die Strukturen bestehen aus Melanin und Keratin.

Schin Lawrence Durrel beschreibt den Zauber von Filerimos, schildert die dortige Atmosphäre, die von Thymian- und Pinienduft sowie den gellenden Schreien der von den italienischen Mönchen zurückgelassenen Pfauen geprägt ist. Diese Vögel bewegen sich wie stolze Wächter über die Mauern und durch die Olivenhaine, und ihre Nachfahren prägen den Ort bis heute. In Filerimos sind sie die eigentlichen Hausherren, denn sie bevölkern nicht nur den Parkplatz, sondern sie sind auf dem gesamten Klostergelände und auf der Allee zum steinernen Kreuz anzutreffen. Nur die alte byzantinische Festung scheinen sie zu meiden. Von allen drei Orten erzähle ich Euch in den nächsten Beiträgern. Doch vorher wollte ich Euch eben noch von den Pfauen berichten. Vielleicht habe ich ja jetzt bei Hera einen Stein im Brett. Der kleine Ornithologe in mir ist jedenfalls zufrieden. Für’s erste.
Quelle: Wikipedia, Google, Grünstufen,
Wer würde auch diesen Zeitgenossen die Herrschaft streitig machen wollen?
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Keiner!
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Heras Pfauen sind überall unterwegs. Auch im Wildgehege bei Altenberg im Ost Erzgebirge.
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Gut zu wissen 😊👍
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„Der Pfau spielt auch in der griechischen Mythologie eine große Rolle.“ Bei Pistorius eher die V2.
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Pfauen in grösseren Mengen, die ausserhalb von Gehegen ein normales Leben führen, wenn auch in einer nicht ursprünglichen Umgebung, sah ich erstmals in einem Park in Prag, daher stelle ich es ähnlich vor, wie sie alles dort beschreiten, besetzen und mit ihrem Geschrei dominieren. 😀
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In der Nachbarstadt waren bis vor kurzem drei Pfauen frei unterwegs.
Bis sich jemand erbarmt hat und sie auf deren Grundstück eine Bleibe gefunden haben. Ob sie dort bleiben oder sich wieder frei im Ortsteil bewegen werden bleibt abzuwarten.
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