Im Jahr 1934 fragten sich die italienischen Besatzer, was die Insel unbedingt brauchen würde. Sie kamen über ein, dass wenn etwas dieser Insel fehlt, es ein Kreuzweg – in der Orthodoxie völlig unüblich – und ein großes, steinernes Kreuz sein müsste. So schritten sie zur Tat. Sie errichteten einen Kreuzweg – Via Crucis – der mit seinen 14 Stationen vom Eingang zum Klostergelände zu einem Vorsprung über den Flughafen führt.

Als Kreuzweg bezeichnet man einen der Via Dolorosa in Jerusalem, dem Leidensweg Jesu Christi, nachgebildeten Stationsweg sowie eine Andachtsübung der Römisch-katholischen Kirche, bei der der Beter den einzelnen Stationen dieses Weges folgt und dabei den Leidensweg Jesu betend nachvollzieht. Die schattenspendenden Pinien machen auch diesen Weg recht angenehm. Den gesamten Weg hat man immer ein riesiges Kreuz vor Augen, auf das man praktisch direkt zuläuft.

Das erste Kreuz an dieser Stelle wurde während der italienischen Besatzungszeit der Insel im Jahr 1934 von den Italienern erbaut. Zusammen mit dem eben beschriebenen Kreuzweg errichteten sie ein rund 30 Meter hohes Steinkreuz. Dieses Kreuz konnte man schon von weitem sehen, zum Beispiel auch während des Landeanflugs auf den Flughafen, der zwischen Meer und Filerimos-Berg liegt. Das fanden die deutschen recht praktisch, benutzten sie das Kreuz doch bei ihren Angriffen auf den Flughafen, weshalb die Italiener dieses Kreuz selbst zerstörten. Heute steht eine größere Version des Kreuzes wieder am Standort. Daher kann man es beim Landeanflug auf Rhodos gut sehen.

Doch zurück zum zeitlichen Ablauf. Lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an derselben Stelle das heutige, 18 Meter hohe Betonkreuz als moderner Nachbau und Aussichtsplattform errichtet. Vom Filerimos-Kreuz aus hat man herrlichen Blick über den Süden von Rhodos, die Küstenlinie rund um Ialysos und Ixia sowie hinüber zur türkischen Datça-Halbinsel und zur griechischen Nachbarinsel Symi. Das riesige Betonkonstrukt wurde zwischen 1992 und 1996 errichtet und jahrelang konnte man sogar über eine schmale Wendeltreppe hinaufgehen. In den letzten Jahren ist der Zugang jedoch geschlossen.

Neben dem Kreuz befindet sich heute eine kleine, moderne Kapelle – die Kapelle Panagia Filerimos. Der kleine Raum ist aufgeheizt von den vielen Kerzen, die Gläubige hier entzündet haben. Panagia bedeutet bedeutet „die Allheilige“ oder „die Allerheiligste“. Gemeint ist die Gottesmutter Maria, die auch Schutzpatronin der Insel ist. Wer den Kreuzgang geht, der könnte die Grundmauern einer byzantinischen Kirche aus dem 10. – 12. Jahrhundert durchaus übersehen. Aber heute treiben sich hier zu viele balzende und kläglich jammernde Pfauen-Männchen. Wir lassen sie in Ruhe, sind aber am Ende unseres kleinen Rundgangs über den Filerimos, das Kloster und die Festung angekommen. So geht es zurück zum Auto und ein gelungener Ausflug geht zu Ende.

Quellen: Google, greece-moments.com.