Rhodisches Kaffeetagebuch: Rituale

Bei einer Ankunft am Urlaubsort stehen bei mir einige Rituale an. Für den ersten griechischen Kaffee auf griechischem Boden ist es leider heute zu spät. Ich möchte ja irgendwann schlafen. Auch ein erster Erkundungsgang durch die nähere Umgebung kann entfallen. Ich war ja schon einmal hier, wenn auch vor über zehn Jahren. Die Aktualisierung meiner Ortskenntnisse habe ich vorab mittels Google Maps vorgenommen.

Es bleiben aber noch Rituale übrig. Zum Beispiel das Auspacken sofort nach der Ankunft. Es ist ja nicht viel: ein Stapel T-Shirts, Unterhosen, Socken, eine lange und eine kurze Hose zum Wechseln. Wäsche in den Schrank, Ladegerät, Bücher und Karten auf den Nachttisch, Kulturbeutel ins Bad. Das ist tatsächlich in wenigen Minuten erledigt. Schließlich habe ich noch meine Reisetasche im Schrank verstaut. Gerade noch rechtzeitig für das nächste Ritual.

Nur etwa 100 Meter vom Hotel entfernt ist ein großer und moderner Supermarkt (der war vor 12 Jahren noch nicht da), was praktisch ist, denn jetzt brauche ich eine Grundausstattung: Wasser, Limonaden, Joghurt, Schinken, Käse, eine pikante Fetacreme, Butter, Toastbrot, Chips mit Oregano-Geschmack, Butterkekse und eine Tafel Schokolade. Damit bin ich erstmal versorgt und auf alle Eventualitäten eingestellt.

Jetzt brauche ich nur noch eine Taverne für mein Nachtmahl. Meine Internetrecherche brachte mich praktisch direkt in die Taverna To Posperi, die nur etwa 400 Meter vom Hotel Kassandra entfernt ist. Hier kehren nicht nur Touristen ein, sondern auch viele Einheimische. Und sie ist deutlich billiger, als die Restaurants in der Nähe. In wenigen Minuten bin ich da. Den Weg dorthin hatte ich mir vorab auf Google Maps angesehen und so war es kein Problem das abseits vom großen Getümmel in einer abgelegenen Seitenstraße gelegene Restaurant zu finden.

So, ein kühles Bier habe ich mir jetzt verdient! Ein Alpha. Die Taverne selbst ist einfach eingerichtet und an manchen Ecken etwas verkruschtet, aber sehr gemütlich. Schnell bringt mir die Bedienung mein Bier. Es ist so kalt, dass die grüne Flasche sofort beschlägt. Fast genauso schnell kommt mein Essen: geröstetes Brot, eine pikante Feta-Creme und ein Bekri Meze. Alles sehr lecker. Die Portion von der Creme ist mir fast zu groß, aber ich kann den Rest mitnehmen. Dazu bekomme ich ein eisgekühltes Schokoladenkonfekt. So klingt mein erster Reisetag gemütlich und lecker aus. Das fängt ja schon einmal sehr gut an.

Quelle: Wikipedia. To Posperi, Par. Trianton, Ialisos, Griechenland; Öffnungszeiten: Montag – Samstag 18:30 – 0:00 Uhr.

2 Gedanken zu “Rhodisches Kaffeetagebuch: Rituale

  1. Ja, solche Rituale sind gut und wichtig. Wenn ich nach Sarajevo oder Belgrad komme, habe ich meine Stammrestaurants, wo ich meine erste Mahlzeit in der Stadt einnehme – wenn es die Möglichkeit gibt. In Sarajevo hab ich auch ein Stammrestaurant, wo ich traditionell meine letzte Mahlzeit in der Stadt einnehme.

    Gibt dem Aufenthalt ein bisschen Struktur, man fühlt sich wie zuhause.

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