Rhodisches Kaffeetagebuch: Kassandra

Kassandra ist in der griechischen Mythologie die Tochter des trojanischen Königs Priamos und der Hekabe, damit Schwester von Hektor, Polyxena, Paris und Troilos sowie Zwillingsschwester des Helenos. Der Gott Apollon gab ihr wegen ihrer Schönheit die Gabe der Weissagung. Als sie jedoch seine Verführungsversuche zurückwies, verfluchte er sie, auf dass niemand ihren Weissagungen Glauben schenken werde. So versuchte sie den trojanischen Prinzen Paris von seinem Vorhaben, die schöne griechische Königsgattin Helena in seine Heimatstadt Troja zu entführen und den Griechen damit einen Kriegsgrund zu liefern, abzubringen. Auch warnte sie die Trojaner vor der Hinterlist der Griechen. Vergeblich.

In meinem Fall ist Kassandra allerdings die Namensgeberin für das Hotel in Ialysos, einem Vorort vor Rhodos-Stadt, dass ich gebucht hatte. Ich buche – wenn angeboten – gerne inklusive Transfer. Das verhindert teurere Taxifahrten und umständliche Suchaktionen. Ich steige am Flughafen in den Wagen meines Transporteurs ein und werde direkt vor meinem Hotel abgeladen. Diesmal gestaltete es sich allerdings als schwieriger als gedacht den für mich zuständigen Schalter in der Flughafenhalle zu finden. Was macht man? Man fragt sich einfach durch. Mit Erfolg.

Das Hotel Kassandra ist mit allem ausgestattet, was man so braucht. Zwei Pools, ein kleiner Supermarkt, eine Taverne. Eigentlich auch eine Bar direkt in der Lobby, aber wir haben noch Vorsaison und deshalb ist sie nicht besetzt. Auch in der Taverne gibt es nur wenige Speisen. Besser gesagt: gäbe es. Denn ich habe andere Pläne. Dazu später mehr. Besonders bequem: direkt im Eingang sitzt an einem Schreibtisch ein Vermieter für PKW. Auch dazu später mehr.

Ich brauche bei meinen Reisen kein luxuriöses Zimmer. Einfach und Sauber, das reicht mir. Und ein Frühstück nehme ich nur dann, wenn es im Preis inbegriffen ist. In diesem Fall ist es das nicht. Dafür habe ich eine kleine Kochzeile und einen relativ großen Kühlschrank. Ein Bett, ein Schrank, ein Tisch, zwei Stühle, mehr braucht es nicht. Der Flachbildfernseher ist ein nettes Extra, zumal man im griechischen Fernsehen fast jeden Abend einen aktuellen Blockbuster auf Englisch anschauen kann. Auch schaue ich gerne Game-Shows auf Griechisch. Nicht, dass ich sie verstehe. Und natürlich Nachrichten und Wetterbericht. Vieles schließe ich einfach aus dem Kontext.

Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden. Meines ist das hinterste, praktisch schon an der Rückseite des Grundstücks und es ist glaube ich das letzte Haus, was angebaut wurde. Das hat den Vorteil, dass Bad und Wohnraum relativ neu sind. Und vor allem, wie von mir gewünscht, sauber. Der Blick aus der Türe geht auf die Nebenstraße und auf die Nachbargebäude. Und auf ein Palme in Richtung Sonnenuntergang. Auf einer doch sehr kleinen Terrasse stehen noch ein Tisch und zwei Stühle in rot Marke Monoblock. Nettes Angebot. Andernorts sitzt man allerdings gemütlicher. Wir werden sehen.

Ich jedenfalls bin mit dem, was ich vorfinde, durchaus zufrieden. Dadurch, dass ich im letzten Haus wohne ist es auch nachts sehr ruhig. So, jetzt bin ich drin. Kostas hat schon das Bett in Beschlag genommen. Er hat, wie bei Reisen nach Griechenland üblich, die Reiseleitung übernommen. Doch jetzt ist noch nicht Zeit zu ruhen. Es gibt nämlich noch einige Dinge zu erledigen. Doch davon morgen mehr.

6 Gedanken zu “Rhodisches Kaffeetagebuch: Kassandra

  1. Ich bin bei meinen Unterkünften auch nicht sehr anspruchsvoll. So gut wie immer miete ich Apartments. Betreuung brauche ich ja keine großartige, und günstiger ist es auch. Im Mai hab ich zur Abwechslung in einem Hotel übernachtet. In Mali Zvornik in Serbien gab’s nicht viel anderes. Das war durchaus luxuriös, mit hervorragendem und sehr günstigem Restaurant und Whirlpool im Zimmer. Es kostete ca. 32 Euro die Nacht, ohne Frühstück.

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    1. In Sarajevo bin ich immer in die Pansion Sebilj am Rande der Baščaršija gegangen. Das war nun wirklich sehr einfach, kostete dafür nur 10€, später 15€ pro Nacht, hatte drunter eine Bar mit einigen Computern mit Internet (wichtig für mich) und in maximal drei Minuten war man in einem Restoran. Und eine Tramstation direkt vor dem Haus.

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