Rhodisches Kaffeetagebuch: Flug und Ankunft

Erwartungsvoll schaue ich aus dem Fenster. Erst die Alpen mit ihren schneebedeckten Gipfeln und Graten, dann die weiten Ebenen Ungarns und Serbiens. Irgendwann kommt Küste und dahinter das tiefblaue Meer, unterbrochen von Inseln. Schiffe durchpflügen die Wasser und ziehen eine weiße Schleppe hinter sich her wie eine Braut am Hochzeitstag. Kleine Schiffe, große Schiffe, Tanker, Luxusliner, Cargoschiffe. Dazwischen immer wieder kleine Boote, manche von ihnen kaum auszumachen.

Dann am Horizont „unsere“ Insel. Der Pilot fliegt eine Schleife über den Hafen und über die Altstadt. Die Sicht ist gut. Man kann sogar die Zinnen auf den Festungsmauern ausmachen. Dann geht es im Sinkflug die Küste entlang. Plötzlich Dunst, der den Ausblick trübt. Als der sich verzieht kann man schon Details an den kleinen Häusern ausmachen, die wir gerade überfliegen. Man sieht, wie Autos die Straßen entlang fahren und wie das Licht der Nachmittagssonne über die Dörfer herfällt und sie in ein fast goldenes Licht taucht.

Erkenne ich schon etwas wieder? Vor 12 Jahren war ich schon einmal hier, genau dort, wo wir jetzt entlangfliegen. Klar, der Hafen, die Festung, der Palast. Dann wird es schon schwieriger. Am Rande der Hauptstadt kann man die einzelnen Orte kaum noch voneinander unterscheiden. Sie sind zusammengewachsen, miteinander verschmolzen, ohne Übergang oder sichtbare Grenze.

Dann ein haushohes, steinernes Kreuz auf einem Hügel. Dann geht es schnell. Die Maschine fliegt immer niedriger, über Gestrüpp und Leuchtfeuer hinweg. Und dann doch die graue Landebahn. Ein Stampfen, ein Ruck. Das Flugzeug holpert über die Schlaglöcher im Beton. „Bitte bleiben sie angeschnallt sitzen, bis…“ verhallt ungehört. Von einer unerklärlichen Eile erfasst springen die meisten Fluggäste auf und holen ihr Handgepäck aus den Fächern über ihnen.

Ich lasse mir Zeit. Am Gepäckband werde ich sie alle wiedersehen. Da fällt mein Blick auf das Flughafengebäude, dass aussieht wie die meisten griechischen Flughäfen. Davor wehr eine griechische Flagge und eine Europaflagge. Daneben zwei Palmen. Das Gebäude selbst ist in Beige und Ocker gestrichen. Auf einem Vorsprung steht: „Welcome in Greece – Rhodos“. Ja, ich bin da und mein Urlaub kann beginnen.

8 Gedanken zu “Rhodisches Kaffeetagebuch: Flug und Ankunft

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