Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Coffee in the Sky

Erst steht der Flieger erwartungsvoll für einige Momente still. Dann rollt er an, gewinnt schnell an Fahrt. Die Triebwerke heulen auf. Die Beschleunigung drückt mich in den Sitz. Die Flughafengebäude jagen immer schneller an meinem Kabinenfenster vorbei. Dann ein Ruck, für Sekunden scheint die Maschine still in der Luft zu stehen, dann geht es schnell und steil nach oben – wir gewinnen an Höhe. Unten zieht Athen an mir vorbei, immer kleiner werdend. Tausende kleiner, weißer Häuser. Wie ein gewaltiges Monopoly. Und irgendwann fliegt man dann weit über Griechenland und Wolken dahin und mit einem „Pling“ gehen die Anschnallzeichen aus.

So weit, so gewöhnlich. Gewöhnlich auch, dass alles, was etwas kosten kann, hoch in der Luft natürlich ebenso viel kostet, als würde der Preis mit der Flughöhe steigen. Früher war es üblich auf Mittelstreckenflügen einen Kaffee zu bekommen. Heute sind Kaffee und Speisen kostenpflichtig. Während die Mehrheit der Fluggäste darbt lassen sich einige vorab bestellte Gerichte an den Platz bringen. Naja, die paar Stunden kann man ja eigentlich ohne Mahlzeit überstehen. Aber ohne Kaffee?

Anders bei Sky Express, eine griechischen Fluggesellschaft, die diesen Flug für Condor ausführt. „Greece is Bliss“ ist das Motto, dass man unserer Maschine mit großen Lettern auf den Rumpf gepinselt hat. Und Bliss bedeutet offenbar in diesem Zusammenhang auch, dass man eben doch eine Tasse Kaffee bekommt. Also aufs Haus sozusagen und ohne Vorbestellung und Zusatzkosten. Ich meine, dass dieser Gratiskaffee – insgeheim bin ich ja der Meinung, dass ein kostenloser Kaffee jedem Fluggast zustehen müsste, bei jedem Flug – besonders gut schmeckt.

Und so versüßt mir dieser Kaffee ein wenig meinen Abschied von Griechenland. Leicht fällt mir der Rückflug nicht, aber er ist unvermeidlich. Vielleicht schwingt auch ein wenig die Angst vor einer ungewissen Zukunft mit. Wie oft werde ich Griechenland noch besuchen dürfen? Doch im Moment wische ich alle diese trüben Gedanken weg. Ich nippe von meinem Kaffee und genieße die Aussicht über die Welt.

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