Für den letzten Abend in Athen hatte ich mir etwas ganz besonderes ausgedacht. Ich wollte in eines der Restaurants in der Adrianou in Monastiraki gehen, das Briam auf der Speisekarte hat. Briam ist ein im Ofen gegartes Mischgemüse, meistens mit Zwiebeln, Aubergine, Zucchini, Paprika und Kartoffeln, wobei die Zutatenliste, je nach Saison und Gegend, abweichen kann. Ein schönes Gericht, dass zu meinen griechischen Leibspeisen gehört. Wenn man es gut macht. Aber der Reihe nach.

Das leckere Bier, ein Alpha vom Fass, hatte ich mir insbesondere an diesem Tag wirklich verdient, schließlich bin ich kilometerweit durch Athen gewandert, bin über einen Friedhof gelaufen und habe das Schliemann-Grab besucht und auch das Schliemann-Grab stand heute auf meiner Liste. Außerdem habe ich das Akropolismuseum besucht und auch dort ist man zu Fuß unterwegs. Der Besuch im Restaurant in Rufweite zur Hadriansbibliothek sollte diesen Tag abrunden.

Und es ging vielversprechend los: geröstetes Weißbrot mit einem Olivendipp passen gut zum Bier und machen Lust auf die Vorspeise. Ja, für diesen Abend wollte ich mir eine Vorspeise gönnen, ein Luxus auf den ich sonst zumeist verzichte. Die Vorspeisen-Portion gebackene Riesenbohnen in Tomatensauce fiel etwas größer aus, als erwartet. Die „Gigantes“ machten ihrem Namen alle Ehre. Eigentlich zu viel, denn schließlich sollte ja noch das Briam folgen. Aber was muss das muss.

Doch was war das? Das Briam war verkocht und schmeckte nach nichts. Was zu einem der extrem seltenen Fälle führte, an denen ich ein Essen reklamiere. Ich war derart enttäuscht, dass ich dem Kellner erklärte, dass ich ein besseres Briam kochen würde – und ich sei Deutscher. Er bot mir allerdings sofort an, mir ein anderes Gericht zu bringen, was ich dankbar annahm.

Auf seine Empfehlung hin entschied ich mich für ein Melitzanato, im Tontopf gebackene Aubergine mit drei Sorten Käse, so steht es in der Karte. Mit Aubergine kann man nicht falsch machen und so versöhnte mich dieses Gericht ein wenig mit dem verkochten Briam. Auch, wenn der Tontopf aus Porzellan war. Passt schon.

Auch bekam ich zum Nachtisch zwei Stückchen Kuchen. Ich bin halt auch bestechlich. Auf Google habe ich gesehen, dass die Bewertungen durchaus gemischt ausfallen. Die einen loben die Küche des Efcharis in den höchsten Tönen, andere beklagen sich über das Essen. Vielleicht hatte der Koch einfach nur einen schlechten Tag. Mit Aubergine und Extrakuchen ging der letzte Abend in Athen aber doch versöhnlich aus.

Eine ereignisreiche Reise geht zu ende. Eine Reise, die mich über den Peloponnes führte, zur alten Hauptstadt Nafplio und zu mythischen Orten wie Mykene und Tiryns und außerdem das antike Korinth und das absolute Highlight für jeden Freund der griechischen Sagenwelt Delphi. Die schönen Erinnerungen mischen sich mit bangen Fragen über die Zukunft. Werde ich Athen jemals wiedersehen?

Efcharis Restaurant, Adrianou 49Α, Athina, Griechenland; Öffnungszeiten: täglich 10:30 – 0:00 Uhr.