Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Akropolismuseum

Ich bin ja kein großer Freund von Museen, doch das Akropolismuseum in Athen ist ein „must see“. Der Neubau in unmittelbarer Nähe zum Festungsberg lässt nicht nur die Herzen von Architekturfans höher schlagen. Im Inneren befinden sich ausschließlich Fundstücke und Objekte von der Akropolis von Athen. Der Historie nach ist es bereits das dritte Museum an diesem Ort, wobei das erste Museum von 1836 noch sehr rudimentär war. Der Bau von 1937 – erbaut im Stil der klassischen Moderne – war da schon zweckmäßiger, konnte aber weder erweitert oder in dem nötigen Maße umgebaut werden.

Ein wichtiges Argument für die Auswahl des Entwurfs von Bernard Tschumi für den Neubau war die Berücksichtigung und Einbindung des nahezu ganzen Grabungsfeldes. Sein Entwurf zitiert oder imitiert den Parthenon nicht, greift aber seine Proportionen und Materialien auf. Das Gebäude ist äußerst erdbebensicher gebaut, es liegt auf Gleitpendellagern und ist damit vom Untergrund abgekoppelt, damit Erdbebenwellen nicht einwirken können. Der dritte Stock hat exakt dessen Maße und Ausrichtung, um den Fries in ganzer Länge und in der originalen Reihenfolge zeigen zu können.

Das Museum heute zeigt die rund 300 Statuen und Friesteile sowie etwa 4000 andere kleinere Gegenstände aus dem archaischen Zeitalter, der klassischen Antike und der Spätantike, die bisher im alten Akropolismuseum auf der Akropolis ausgestellt waren oder aus Platzmangel in Magazinen lagerten, darunter so legendäre Exponate wie den Panthenonfries, die Statue der Athene, die ikonisch gewordene Athener Eule und einige Koren, ein Statuentypus der archaisch-griechischen Bildhauerkunst. 

Der Bau des Museums ist eng mit der Forderung nach Rückgabe des Parthenon-Frieses verbunden. Wichtige Teile werden heute in Museen über die ganze Welt verstreut ausgestellt. Seit Jahren schwelt zum Beispiel der Streit zwischen Athen und London um die fast zwei Drittel des Originalfrieses, die im Brittish Museum ausgestellt werden, darunter zahlreiche Metopen, fast alle Giebelfiguren sowie eine Karyatide des Erechtheion und andere Kunstwerke. Um der Forderung Griechenlands nach Rückgabe Nachdruck zu verleihen, wollte man zunächst die entsprechenden Lücken im Parthenonsaal freihalten, entschied sich am Ende aber doch für Gipsabgüsse, die deutlich heller als die bernsteinfarbenen Originale sind. Die fehlende Karyatide wurde allerdings nicht ersetzt.

Die Statuen und Figuren waren übrigens nicht von dem Weiß, in dem wir uns die griechische Klassik vorstellen, sondern sie waren bunt bemalt. Einige Abgüsse von Fundstücken wurden deshalb koloriert. Auf den Originalen konnte man Farbreste und Pigmente sichern, die beweisen, dass Fries und Figuren eher bunt waren als farblos. Für unsere Vorstellung fremd, doch authentischer als die weißen Marmorfiguren, die wir vor Augen haben, wenn wir an das antike Griechenland denken.

Was im Akropolismuseum nicht erlaubt ist, ist Fotografieren. Was trotzdem jeder tut, vor allem im Zeitalter der Smartphones. Unablässig sind Museumswärter unterwegs um Besucher zu ermahnen. Das gibt einem genügend Zeit das eine oder andere abzulichten, während das Personal mit dem Ermahnen anderer beschäftigt ist. Eine moderne Variante des Katz-und-Maus-Spieles. Ich gebe hiermit zu diese Regel mehrfach gebrochen zu haben, wie man sehen kann. Trotzdem war es anstrengend. Wie wäre es mir einem Kaffee auf dem Museumsdach? Doch davon morgen mehr.

Quelle: Wikipedia.

5 Gedanken zu “Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Akropolismuseum

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