54 Millionen Kinder verrichten gefährliche Arbeiten, die ihre körperliche und mentale Gesundheit schädigen und den Schulbesuch verhindern. Das UN-Nachhaltigkeitsziel Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde damit klar verfehlt. Kinderarbeit verfestigt Bildungsarmut: Knapp ein Drittel der arbeitenden Kinder von fünf bis 14 Jahren geht nicht zur Schule, in der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen sind es 59 Prozent. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Internationalen Tags gegen Kinderarbeit hin. „Die Folgen des Klimawandels und die zunehmenden weltweiten Konflikte steigern das Armutsrisiko vieler Familien und befeuern damit die Kinderarbeit. Wenn wir Kinderarbeit endgültig abschaffen wollen, muss die internationale Gemeinschaft mehr in den sozialen Schutz armutsgefährdeter Familien und in Kinderschutzsysteme investieren“, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer.

Kinderarbeit ist größtenteils informell. Dabei können die sonst geltenden Arbeitsschutzmaßnahmen leicht umgangen werden. So gehen Kinder ohne Schutzausrüstung mit giftigen Chemikalien und schweren Maschinen um, viele arbeiten nachts. Gefährliche Kinderarbeit kann sich entwicklungshemmend und gesundheitsschädlich auswirken. Weltweit arbeiten die meisten Kinder in der Landwirtschaft, etwa auf Kaffeeplantagen in Subsahara-Afrika. Laut UN sind mit einem Anteil von 68 Prozent in keinem anderen Sektor so viele Kinder der jüngsten Altersgruppe (5-11 Jahre) tätig. Viele stammen aus einkommensschwachen Kleinbauernfamilien, die Kinder müssen von klein auf ihren Beitrag leisten. Nirgends sonst gibt es so viele in der Landwirtschaft arbeitende Kinder wie in Subsahara.
Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich weltweit für den Schutz von Kindern vor ausbeuterischer Arbeit. Mit Aus- und Weiterbildungs-Maßnahmen sowie mit Mikrokrediten werden Eltern befähigt, eigenständig für ihre Familien zu sorgen, so dass ihre Kinder zur Schule gehen können. Sind Familien nicht in der Lage, den Schulbesuch zu ermöglichen, übernehmen die SOS-Kinderdörfer die Schulgebühren. In Workshops werden Kinder, Familien und Gemeinden für Kinderrechte sensibilisiert.
Quelle: ots, SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.; Bildrechte: Titelbild von SOS-Kinderdörfer weltweit e.V./Martin Hanebeck, Textbild von SOS-Kinderdörfer weltweit e.V./Jakob Fuhr.
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