Ich drehe eine Runde durch die Nea Agora. Die Auswahl an Läden und Geschäften ist nun größtenteils touristisch orientiert. Doch vielleicht lässt sich ja bei den Cafés ein Treffer landen? Trotz seiner touristischen Ausrichtung hat dieser Ort nämlich seinen Charme. Die Gebäude drum herum bilden ein unregelmäßiges Sechseck. Viele der Räume, vor allem die im ersten Stock, stehen leer. Während die Fassade zum Mandraki-Hafen hin gut in Schuss ist, bröckelt es hier und da im Inneren. Auch die auf Putz verlegte Elektrik scheint aus der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts zu stammen. Das gibt dem Ort einen Hauch von Vergänglichkeit.

Zuweilen schlendert man im Schatten großer Bäume umher. Das ist praktisch, denn, obwohl erst Mai, heizt sich die steinerne Stadt gerade ganz schön auf. Der relativ kühle Innenhof hingegen wirkt da sehr einladend. Da entdecke ich das Traditional Café Symi, benannt nach einer der Nachbarinseln. Das Café funktioniert nur mit der schattigen Terrasse. Der kleine Raum im Inneren eines der historischen Gebäude reicht gerade einmal zur Zubereitung von Getränken und von kleinen Speisen. Die Tische und Stühle sind abwechselnd weiß und mintgrün. Eine Tafel vor dem Café überzeugt mich endgültig: eine kleine Kaffeetasse und ein Ibrik lassen erahnen, dass hier der griechische Kaffee auf klassische Art zubereitet wird. Und genau danach gelüstet es mich.

Also nehme ich an einem Tisch Platz, von dem aus ich den ganzen Markt überblicken an. Denkt Ihr ich kann hier meinen Kaffee genießen? Nein, denn es ist bereits 12:45 Uhr. Seit 12:30 Uhr ist nämlich Lunchtime und es gibt Getränke nur dann, wenn man auch etwas zu Essen bestellt. Verstehe ich das richtig? Nur drei von etwa zehn Tischen sind besetzt und ich kann hier nicht einfach nur Kaffee trinken? Weil „Lunchtime“ ist? Ich bin kurz versucht zu offenbaren, dass ich Blogger bin. Ich lasse es lieber. Ich bin im Urlaub und will nicht diskutieren. Wenn die hier mein Geld nicht wollen, dann freut sich vielleicht ein anderer darüber. Wer das ist, das erfahrt Ihr am Dienstag.
Traditional Cafe Symi, Nea Agora 109, Rodos, Griechenland; während der Restaurierung der Nea Agora vorübergehend geschlossen.
Ah, aber es könnte doch plötzlich ein ganzer Pulk hungriger Touristen hereinbrechen … Nein? Seltsam ungeschäftstüchtig ist das schon.
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Vielleicht wäre ja beim Lesen der Speisekarte der Appetit gekommen – so ist er mir vergangen.
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Die Ansage wirkt einfach ungastlich. Normalerweise wird doch an Getränken mehr verdient als am Essen.
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Und es war niemand da, dem ich den Platz hätte wegnehmen können. Aber ich habe ja jemanden gefunden, der mein Geld wollte! Erzähle ich morgen.
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Gerade der Satz „Ich bin im Urlaub und will nicht diskutieren“ sagt eigentlich viel aus. Du musst nicht jede Situation „gewinnen“. Manchmal ist es angenehmer, einfach aufzustehen, weiterzugehen und sein Geld dort auszugeben, wo man sich willkommen fühlt. Was ich auch als sehr angenehm empfinde ist, dass du darauf verzichtet hast, deinen Blogger-Status nicht als Druckmittel einzusetzen. Schön zum Schluss der kleine Cliffhanger für den Dienstag :-))
Liebe Grüße und eine gute Reise, Michael.
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Das sehe ich doch genauso. Und selbst wenn ich damit Erfolg gehabt hätte, geärgert hätte es mich doch. Und mir wäre das schöne, kleine Café entgangen, in dem ich mehr als einmal war.
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Wer nicht will der hat schon. Ich wäre auch gegangen, anstatt mich zum Essen drängen zu lassen.
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Ich lasse mich ungern gängeln.
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Richtig so.
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Danke! 😙
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Wer ne positive und gratis Werbung für den Laden gewesen, aber so .. Ohne Spesen nix gewesen .. 😉
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Ich habe extra nicht gesagt, dass ich Blogger bin. Man muss sich ja nicht aufdrängen.
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Ich sag immer, ich wär Influencer, dann geht die Rechnung auf Haus. Du musst nur aufpassen, dass du nicht zweimal ins selbe Restaurant gehst, sonst tuts weh ..
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Ich mache das nicht, von wegen journalistische Unabhängigkeit. Aber heute machen das viele.
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PS: Manchmal hilft ein wenig Humor, um die Demütigung zu verarbeiten, deshalb oben meine Worte ..
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LG Sven
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Sehr gerne,
Tom Buntrock
Pfeuferstraße 12
81373 München
Bin gespannt und blogge natürlich darüber.
Gruß Tom
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Ohne oder mit Widmung:
Für Tom
in Verbundenheit
Prinz Prospero
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