Von meinem Frühstücksplatz bis zu meinem Rollerverleih sind es nur wenige Schritte. Anfangs war ich noch unentschlossen, ob ich mir eine 50er leihen soll oder doch eine 125er. Doch dann gab es für die 50er ein Sonderangebot von 5€ pro Tag, dem ich nicht widerstehen konnte. Ein echter Schnapper so zu sagen. Also sattelte ich auf und machte mich mit meinem hübschen schwarzen Renner auf den Weg nach Rhodos Stadt. Doch zuerst galt es Auf dem Monte Smith Apollon meine Aufwartung zu machen. Über Ixia geht es an der Küsten entlang. Dann, kurz vor der Stadt, geht es rechts den Berg hoch. Die Akropolis von Rhodos ist – noch – frei zugänglich. Als ich dort vorbeikomme bauen sie gerade ein Kassenhäuschen auf. Auch die Mauer rund um das archäologische Gelände ist neu. Rhodos ist genau genommen die jüngste der antiken Städte auf der Insel. Um das zu verstehen muss man einen Blick in die griechische Mythologie werfen.

Die Stadt Rhodos wurde 408 v. Chr. anlässlich des Zusammenschlusses der drei Poleis Ialysos, Kameiros und Lindos als gemeinsame Hauptstadt gegründet. Die Stadt wurde nach den Prinzipien des Stadtplaners Hippodamos als Planstadt mit orthogonalem Straßensystem erbaut. Etwa drei Kilometer vom Zentrum der modernen Stadt Rhodos entfernt, auf dem Monte Smith Hill befindet sich die antike Akropolis von Rhodos, hier liegen die Ruinen der Tempel des Apollon Pythios, der Athena Polias, sowie des Zeus Polieus. Außerdem wurden hier ein Stadion und ein kleines nicht überdachtes Odeion aus Marmor errichtet.

Der griechischen Mythologie zufolge soll Rhodos aus dem Meer entstanden sein. Eines Tages beschloss der Göttervater Zeus, sein Reich unter den Göttern des Olymp aufzuteilen. Der Sonnengott Helios wünschte sich eine fruchtbare Insel, die er auf seinen Reisen um die Erde gesehen hatte. Er bekam die gewünschte Insel und nannte sie Rhodos, nach der bezaubernden Nymphe Rhode, die dort lebte. Später nahm Helios Rhode zur Frau. Das Paar soll sieben Söhne gehabt haben, die sogenannten Heliadai. Der Älteste von ihnen soll wiederum drei Söhne gehabt haben, die in die Geschichte als die Gründerväter der Insel Rhodos eingingen: Kameiros, Ialysos und Lindos.

Es war wie so oft: ursprünglich wurde auf der Insel eine Muttergöttin verehrt, bis sie von einem männlichen Gott, in diesem Falle Helios, sie verdrängte. Neben der Rhode, die vermutlich aus einer viel älteren Göttin entstanden ist. Als Meeresnymphe und Gemahlin des Sonnengottes Helios war sie die mythische Stammmutter der Rhodier, wobei ihr Kult eng mit dem der Stadtgöttin Athena verschmolz. So wurde die Athena Lindia auf der Akropolis von Lindos verehrt. Die Verehrung ist dort nachweislich seit der späten Bronzezeit belegt, also vor 3.000 Jahren. Die dortige Athena galt als mächtige Beschützerin, deren Kult auch überregional berühmt war. Auch in der alten Stadt Ialysos besaß Athena als Stadtgöttin Athena Polias ein bedeutendes Heiligtum, das heute nicht mehr existiert.

Die Besiedelung der Insel erfolgte in mehreren Wellen. Etwa 2.000 v. Chr. gründeten Minoer eine Siedlung, das heutige Trianda. 600 Jahre später kamen Mykener auf die Insel. Ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. ließen sich dorische Griechen auf Rhodos nieder. Von diesen wurden später auch die drei Städte Ialysos, Kameiros und Lindos gegründet. Die unzähligen Bündnisse und Kriege lasse ich an dieser Stelle weg, doch waren die drei Städte durchaus mächtig und erfolgreich. Um noch stärker zu sein kam man überein mit der Stadt Rhodos ein gemeinsames Machtzentrum zu bauen. Wohl auch deshalb wurde diese neue Stadt mit einer prächtigen Akropolis ausgestattet.

Allen voran der Tempel des Pythischen Apollon, die Tempel der Athena Polias und des Zeus Polieus, ein Nymphaeum, ein Odeion mit Platz für 800 Zuschauer und einer Bibliothek, ein Artemision – also ein Tempel, in dem Artemis verehrt wurde – eine Stoa mit einer beeindruckenden Fassade, die bis zum Hafen zu sehen war, wie Zeitzeugen berichten, und schließlich ein Stadion mit einer Länge von eine Länge von 210 m. Das Stadion und das Odeion wurde von den Italienern während der Besatzungszeit restauriert. Die erhaltenen Teile sind die Sphendonen (abgerundeten Enden mit den Wendemarken), Prohedrien (Beamtensitze) und einige Tribünen. Auch der Start-Apparat ist erhalten. Im Stadion wurden die Haleion-Spiele zu Ehren des Sonnengottes Helios abgehalten.

Daneben ist der Monte Smith, im übrigen benannt nach nach dem englischen Admiral in den napoleonischen Kriegen, William Sidney Smith, benannt, vor allem ein schöner, grüner Park mit Wiesen und schattenspendenden Bäumen, der sich bis zu den Ausläufern der Stadt erstreckt. Bei meinem Besuch waren neben einigen versprengten Touristen vor allem griechische Schulkinder hier, die unter den Bäumen lagerten oder auf den Wiesen spielten, wie vielleicht ihre Vorfahren vor tausenden von Jahren. Auch ich raste für einige Zeit im Schatten, auf dem Stumpf einer antiken Säule sitzend und lasse die lebendige und die historische Szenerie auf mich wirken. Erst dann kehre ich zu meinem Roller zurück. Es wird Zeit der Stadt einen Besuch abzustatten.
Quellen: Wikipedia, insel-rhodos.eu.
Interessanter Bericht über griechische Geschichte. Hoffentlich hattest du auch Spaß mit dem Roller.
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Auf jeden Fall!
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„Die Akropolis von Rhodos ist – noch – frei zugänglich. Als ich dort vorbeikomme bauen sie gerade ein Kassenhäuschen auf.“ Das ist englischer Humor der schwärzesten Art 🤣😂
Die Sage ist noch etwas komplizierter, denn Helios wird erstmal vergessen, weil er mit dem Sonnenwagen unterwegs war, aber nicht zu leugnen eine der schönsten griechischen Göttersagen. Mit prägnanten Worte gut nacherzählt 😎
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Danke Dir. Schön wieder einmal von Dir zu hören.
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