Aldi erhöht den Kaffeepreis!

In keinem anderen Monat wird in Deutschland so viel Kaffee getrunken, wie im Dezember. Offenbar gehören für viele hierzulande Kaffeegenuss und Weihnachtszeit zusammen. Da kam es sehr gelegen, dass Aldi ausgerechnet im Advent den Kaffeepreis senkte. Lag die Eigenmarke, der Mahlkaffee „Caffè Gustoso“, bei 4,79 Euro pro Pfund, so kam das Kilo Kaffeebohnen auf 8,49 Euro. Aldi setzte noch eins drauf: noch am 23. Dezember hatte der Discounter seine Eigenmarke im Angebot. Gerade einmal 2,69 Euro musste man für ein Pfund Mahlkaffee bezahlen.

Diese Preispolitik hat nicht nur Freunde. Andere Marken müssen ihren Kaffee teurer verkaufen. So geht im Laden ein Pfund Jacobs-Kaffee für 6,49 Euro bis 7,99 Euro über die Theke, 500 g Dallmayr-Kaffee bekommt man zwischen 6,99 Euro und 7,99 Euro, also deutlich teurer als „Caffè Gustoso“ von Aldi. Diese Preisdifferenz wird ab sofort etwas geringer, denn für 500 g Mahlkaffee verteuert sich laut Focus der Preis beim Discounter um 20 Cent, der Preis für das Kilo Bohnenkaffee erhöht sich um 30 Cent. Das Kilogramm Café Crema der Eigenmarke Tizio verteuerte sich sogar um 50 Cent – von 8,49 Euro auf 8,99 Euro. Zur Stunde haben Lidl, Rewe, Edeka & Co zwar noch nicht nachgezogen, Branchenkenner erwarten aber einen Domino-Effekt.

Der Zeitpunkt der Preiserhöhung ist kein Zufall. Es wird erwartet, dass die Richter des Düsseldorfer Landgerichts am 16. Januar ein Urteil gegen Aldi verkünden. Geklagt hatte Branchengröße Tchibo. Das Unternehmen warf Aldi „unlauteren Wettbewerb“ vor. Die Dumpingpreise hätten den Markt verzerrt und kleinere Anbieter unter Druck gesetzt. Die Rechnung ist einfach: Der Rohkaffeepreis liegt derzeit bei rund 6,80 Euro pro Kilo, dazu kommen 2,19 Euro Kaffeesteuer – allein die Herstellungskosten dürften also höher liegen als der Verkaufspreis. Zwar ist Aldi nicht gezwungen zum üblichen Marktpreis anzukaufen, trotzdem wird man sich mittelfristig nicht dem gestiegenen Preisdruck entziehen können. Schließlich ist der Rohkaffeepreis in den letzten zwölf Monaten um sage und schreibe 65% gestiegen.

Für Aldi scheint die Rechnung dennoch aufzugehen. Während der Kaffeeverbrauch deutschlandweit um fas 4% schrumpfte, konnte die Handelskette den Absatz seiner Kaffee-Eigenmarken um über 10% steigern. Tchibo hält dieses Vorgehen nicht nur für unfair, sondern auch für illegal. Wie das die Richter des Düsseldorfer Landgerichts sehen werden wir in wenigen Tagen erfahren. Mit fairem Handel oder Nachhaltigkeit haben solche Dumpingpreise natürlich nichts zu tun. Wer möchte, dass Kaffeebauern gerecht entlohnt werden oder der Kaffee umweltschonen produziert wird, dem bleibt so oder so nichts anderes übrig als auf solche Billigangebote zu verzichten.

Quellen: Deutsche Lebensmittelzeitung, Focus, t-online.de, Der Westen; Bildrechte: ©ALDI SÜD.

4 Gedanken zu “Aldi erhöht den Kaffeepreis!

  1. Sind diese billigen Angebote nicht meistens gepanscht mit billigen Kaffeesorten?1

    Ich trinke meistens die Hausmarke von Rewe oder Lidl, die werden wohl ähnlich billig angeboten, wobei ich eher auf Bio achte also wohl freiwillig mehr bezahle.

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