Eine Frühstücksempfehlung für Kos habe ich noch. Nämlich die Konditorei Arvanitakis in der Meg. Alexandrou, die wir schon vom Friends und vom Barista kennen. Zur Konditorei kommt man, wenn man vom Mandraki-Hafen stadtauswärts fährt auf der rechten Seite an der zweiten kleinen Kreuzung.

Ich war von meinem Bougatsa aus der Konditorei Ariston noch so satt, dass ich es bei einem Cappuccino freddo belassen musste, aber alleine die Auswahl spricht für sich. So ist das Arvanitakis ein Repräsentant für eine moderne, mediterrane Back- und Konditor-Kultur, wie sie in Mittelmeerländeren gerade Schule macht.

Das Unternehmen wird heute von Stavros Arvanitakis geführt. Dessen Vater Dionysis Arvanitakis ging als „Bäcker von Kos“ in die Geschichte der Insel ein. Wann immer sich ein Flüchtlingsboot dem Hafen näherte, füllte er seinen kleinen Transporter mit Brot, fuhr damit zum Hafen und verteilte es an die erschöpften, durchnässten und hungrigen Flüchtlinge.

„Ich weiß, was es heißt, nichts zu haben“ pflegte Arvanitakis zu sagen. Als eines von zehn Kindern einer armen Familie war er 1957 nach Australien ausgewandert, wo er das Bäckerhandwerk erlernte. 1970 kehrte er nach Kos zurück, auf die Heimatinsel seiner Frau, und eröffnete dort eine Bäckerei. Daraus ist inzwischen ein mittelständisches Unternehmen mit sieben Geschäften und einer Brotfabrik geworden.

Bezeichnend ist, dass er nie müde wurde den Neuankömmlingen Brot zu bringen. Und so ist er ein positives Beispiel für die Hilfsbereitschaft der Griechen – in der Flüchtlingskrise, die auf den Inseln noch andauert, hin und her gerissen zwischen Nächstenliebe und Überforderung. Dionysis Arvanitakis starb 77-jährig im Januar 2019.

Während ich also im Schatten mein leckeres, koffeinhaltiges Kaltgetränk genoss, beobachtete ich einen Hund, der aus der Verroiopoulou, der Seitenstraße, kam, zur Kreuzung trottete, dort den Querverkehr durchließ und dann die Straße zügig überquerte. Alle Achtung! In Griechenland beherrschen das sogar die Hunde! Bei uns in München sind selbst Fußgänger, Rad- und E-Rollerfahrer zu blöd dazu!

Mein Weg zurück zum Hotel führte mich ein letztes Mal an der historischen Agora von Kos und am St. Nikolas Tor, einem Stadttor aus dem Mittelalter, als Francesco Sans Kommandant der Stadt war. Und mit einem Abschiedsfoto, was ein Engländer für mich gemacht hat.

Konditorei Arvanitakis „Spezial“, Meg. Alexandrou 8, Kos-Stadt, Kos, Griechenland. Öffnungszeiten: täglich 06:00 – 01:00 Uhr, Sonntag bis 0:00 Uhr.
Morgen geht es zum Abschiedskaffee auf der Insel!
Zu Kaffee und Kuchen in die Große Mühle geht es hier!
Zur Bäckerei Anasis in Póthia auf Kalymnos geht es hier!
Zum Bougatsa in der Konditorei Ariston geht es hier!