Großröster müssen mit dem Image leben, sie würden ein Massenprodukt herstellen. Tatsächlich wird in vielen Fällen Kaffee in großen Mengen innerhalb kurzer Zeit hoch erhitzt, also mehr verbrannt als schonend geröstet. Zum einen ist das natürlich den Gegebenheiten der Massenproduktion geschuldet, zum anderen muss der immer gleiche Geschmack reproduziert werden – der Kunde will das Gewohnte. Außerdem stellen Großröstereien eine Art Kaffee-Grundversorgung sicher. Schließlich brauchen Millionen von Kaffeetrinkern regelmäßig Nachschub.
Doch werden in den letzten Jahren von einer kritischer werdenden Kundschaft zusätzliche und relativ neue Anforderungen an ein Produkt des täglichen Lebens gestellt. Dazu gehört ein wachsendes Bedürfnis nach Qualität, wie auch nach Nachhaltigkeit. Beides will Tchibo unter anderem mit seinen Premiumkaffees Barista Espresso und Barista Caffè Crema bieten.

Die Hamburger Rösterei Tchibo hat sich über Jahrzehnte einen Ruf als Hersteller vor allem von Filterkaffee erworben, darunter Klassiker, wie die Feine Milde, Sana, Gala oder Beste Bohne. Eine Linie mit hochwertigeren Privat-Kaffees sowie limitierte Kaffee-Raritäten erweitern und ergänzen das Angebot. Mit Kaffeebohnen in Barista-Qualität geht Tchibo noch einen Schritt weiter – und produktionstechnisch einen Schritt zurück: statt Massenproduktion in großer Menge und bei hohen Temperaturen wird, wie vor 100 Jahren, schonen und langsam geröstet. Dabei setzt Tchibo auf die traditionelle Trommelröstung. Beide Barista-Kaffees eignen sich sowohl für Siebträgermaschinen, als auch für Vollautomaten. Damit brachten sie beste Voraussetzungen mit um sie gleich zusammen mit dem neuen Tchibo-Vollautomaten, dem „Esperto Caffè“, zu testen.

Der Barista Espresso ist eine gelungene Röstung nach italienischer Art, also eine entsprechend dunkle Röstung. Der Tchibo Aroma-Kompass verspricht starke Röstaromen bei eher hoher Intensität und ohne Säure. Die Bohnen lösen dieses Versprechen mit einer feinen Nussnote ein. Somit bleibt ein bodenständiger und alltagstauglicher Espresso mit Profi-Qualitäten. Die eigentliche Überraschung war allerdings der Barista Caffè Crema, eine etwas hellere und mildere Röstung mit leichter Säure. Die allerdings tut dem Gesamteindruck gut: er ist vielfältiger als sein dunkler Bruder und bietet ein breiteres Geschmackserlebnis.

Beide Röstungen bestehen aus 100% Arabica aus nachhaltigem Anbau, was das Fairtrade-Siegel bestätigt. Die Verpackung bietet einen aromasicheren Drehverschluss, der das Dosieren leicht macht. Es ist sinnvoll nur so viele Bohnen in den Automaten zu schütten, wie man in absehbarer Zeit verbrauchen will um einem ungewollten Aromaverlust vorzubeugen. Und beide sind optimal für den „Esperto Caffè“ geeignet. Die Idee, für einen Vollautomaten auch die passende Röstung anzubieten – und umgekehrt – ist natürlich nahe liegend. Tchibo ist diese Symbiose aus Technik und Qualität jedenfalls gut gelungen.
Hinweis in eigener Sache: für den Test wurde mir von Tchibo ein „Esperto Caffè“, sowie jeweils ein Kilo Tchibo Barista Espresso und Tchibo Barista Caffè Crema freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.