Typisch Athen ist die faszinierende Mischung aus antiken Ruinen und modernem Großstadtleben, geprägt von historischen Vierteln wie Plaka, lebhaften Märkten in Monastiraki, Streetfood-Klassikern wie Gyros und Souvlaki sowie dem entspannten Genuss von Kaffee und Ouzo in Tavernen. Auch die Wechsel von mondäner Großstadt und dörflicher Idylle gehören dazu. Heute wollen wir uns zwei Besonderheiten zuwenden, die typisch Athen und damit typisch Griechenland sind. Morgen kommen noch drei dazu.

Fangen wir als „pars pro toto“ für das reichhaltige Angebot von Streetfood in Griechenland mit den Koulouri an. Athener Sesamkringel, bekannt als Koulouri – oder Koulouri Thessalonikis – sind ein klassischer, knuspriger griechischer Snack aus Hefeteig, der in Traubensirup und Sesam gewendet gebacken wird. Sie sind an jeder Straßenecke oft schon für 50 bis 60 Cent erhältlich, manchmal sogar frisch aus dem Ofen. Es ist ein traditionelles Frühstücksgebäck, mal pur, mal gefüllt oder mit Kaffee genossen. Der Teig besteht klassisch aus Mehl, Hefe, Wasser, Zucker, Salz und manchmal Olivenöl. Der wird zu Ringen geformt, kurz in ein Wasser-Traubensirup-Gemisch, Pekmez genannt, getaucht und in Sesam gewendet, was für die süßliche Kruste sorgt. Die meisten Straßenhändler verkaufen allerdings die ungefüllte Version. Dafür stehen sie buchstäblich an jeder Ecke und in fast allen Bäckereien sind die Kringel erhältlich.

Der Anblick der morgendlichen Stoßzeit mit Menschen jeden Alters, die Becher mit einer Vielzahl von Frappes, Latte oder Saft in einer Hand halten und dabei frische, süß duftende, knusprige Koulouri genießen, ist ein klassischer und sehr wichtiger Teil der griechischen Kultur. Die meisten Koulouri-Stände sind gelb. Woran das liegt konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Und sie gehören übrigens auch in Thessaloniki zum Stadtbild. Die Koulouri hat ihre Wurzeln im Byzantinischen Reich und war vor allem mit den Städten Konstantinopel und Thessaloniki verbunden. Tatsächlich bezeichneten Koulouri-Verkäufer in Konstantinopel ihre Ware als „Thessaloniki Koulouri“, ebenso wie Verkäufer in Athen viele Jahre später. Der Name blieb bestehen, und die Thessaloniki Koulouri wurde zu einem ikonischen griechischen Snack.

Gelb wie die Stände sind übrigens auch die Taxis in Athen. Dabei sind die Taxis dort vergleichsweise billig. Zwischen fünf Uhr früh bis Mitternacht kostet eine Fahrt vom internationalen Flughafen zum Omonia etwa 27 Euro, was in etwa einem Euro pro Kilometer entspricht. Nachts kostet die selbe Tour etwa acht Euro mehr. In letzter Zeit machen die Taxis aber mehr durch Streiks von sich reden. Momentan sind sie in einem Dauerstreik. Sie demonstrieren gegen eine Gesetzesnovelle des Transportministeriums. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Taxis, die stillgelegt werden, nur noch durch E-Autos ersetzt werden dürfen. Außerdem soll es verschiedenen privaten Unternehmen erleichtert werden, in die Taxibranche einzusteigen – bisher waren die entsprechenden Lizenzen streng reglementiert. Protestaktionen an Flughäfen und Häfen werden nicht ausgeschlossen. Morgen geht es weiter…
Quellen: Athens Insider, Griechenlandzeitung. Kekse & Koffer.