Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Delphi

Delphi liegt nördlich des Golfs von Korinth in der heutigen Region Mittelgriechenland auf einer halbkreisförmigen Berglehne in einer Höhe von ca. 700 m am Fuße des Parnass und oberhalb des Tals des Xeropotamos (trockener Fluss), der in der Antike Pleistos hieß. Delphi wurde ursprünglich Pytho genannt und war eine Stadt im antiken Griechenland, die vor allem für ihr Orakel bekannt war. Der Name Delphi leitet sich eventuell vom griechischen Wort für „Gebärmutter“ ab und könnte auf eine alte Verehrung der Erdgöttin Gaia hinweisen – ein Bezug, der in der Antike allerdings unbekannt war.

Ursprünglich war der Omphalos – der Nabel der Welt – ein Opferstein der Erdgöttin Gaia, später wurde hier auch Zeus verehrt. Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. setzte sich in Delphi dann die Verehrung des Apollon durch und das Orakel entwickelte sich. Nach der geflügelten Schlange Python, die Apollon dem Mythos zufolge hier getötet haben soll, war Delphi zunächst unter dem Namen Pytho bekannt, ein Name, der in der Dichtung weiterlebte, ansonsten jedoch ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. zunehmend durch den Namen Delphi ersetzt wurde. 

Bald wurden zudem Schatzhäuser errichtet, in denen die zahlreichen kostbaren Weihegeschenke an den delphischen Apollon aufbewahrt wurden. Nicht zuletzt aufgrund dieser Schätze war die Kontrolle des Apollon-Heiligtums von erheblicher Bedeutung. In römischer Zeit nahm die wirtschaftliche und kultische Bedeutung Delphis allmählich ab. Einige römische Kaiser ergriffen im 1. und 2. Jahrhundert Maßnahmen, um den Abstieg Delphis aufzuhalten, und bewirkten jeweils kurze Blütephasen. Kaiser Nero soll rund 500 Statuen aus Delphi entfernt haben, um damit eigene Bauten zu schmücken. Anfang des 2. Jahrhunderts war der Schriftsteller und Philosoph Plutarch rund 20 Jahre lang Priester in Delphi und verfasste auch mehrere Schriften über das Orakel.

Das Apollon-Heiligtum blieb bis zum Verbot der heidnischen Kulte durch den römischen Kaiser Theodosius I. im Jahr 392 n. Chr. eine vielbesuchte Pilgerstätte. Die Orakeltätigkeit scheint bereits einige Jahre früher geendet zu haben. Erhalten geblieben sind allerdings die zahlreichen Mythen, die diesen Ort umgeben. So berichten die Göttersagen, dass sich die Erdmutter Gaia mit dem Schlamm vereinigte, der nach dem Ende des Goldenen Zeitalters von der Welt übrig blieb, und so Python gebar, eine oft auch als „Drache“ bezeichnete geflügelte Schlange, die in der älteren Überlieferung weiblich, erst in späterer Zeit als männlich gedacht wurde. Python hatte hellseherische Fähigkeiten und lebte an dem Ort, der später Delphi heißen sollte.

Hera, die Frau des Zeus, war eine Enkelin Gaias. Gaia prophezeite ihrer eifersüchtigen Enkelin, dass Leto, ihre Nebenbuhlerin und eine der Geliebten des Zeus, dereinst Zwillinge (Artemis und Apollon) gebären würde, die größer und stärker als alle ihre Kinder seien. Python prophezeite sich selbst, dass Apollon ihn töten würde, also zog er los, um Leto zu töten, fand sie aber nicht, da sich diese auf der Insel Delos versteckte. So gebar Leto ihre Kinder und Apollon begann Python zu jagen. Er stellte ihn bei Delphi und tötete ihn. Durch das vergossene Blut Pythons übertrugen sich dessen hellseherische Fähigkeiten auf den Ort. So wurde Delphi der Kontrolle Gaias entrissen und befand sich fortan unter dem Schutz Apollons.

Das Orakel von Delphi war dem Apollon geweiht und gilt als das wichtigste Orakel im antiken Griechenland. Als Medium des Gottes diente die Pythia, die als einzige Frau den Apollon-Tempel betreten durfte. Das Amt der Priesterin geht wohl noch auf den alten Kult der Erdgöttin Gaia zurück. Die Pythia versetzte sich wahrscheinlich durch die Inhalation von ethylenhaltigen Gasen, die aus einer Erdspalte austraten, in Trance. Interpretiert wurden ihre Worte von den Oberpriestern des Apollon. Erste Pythia soll Phemonoe, Tochter Apollons oder seines Sohnes Delphos, gewesen sein.

Zu sehen sind heute noch die Ruinen zahlreicher Tempel und sage und schreibe 32 Schatzhäuser, die heilige Straße, die für Prozessionen genutzt wurde, ein Theater, sowie das vom Redner und Politiker Herodes Atticus gestiftete Stadion. Neben dem Apollon-Tempel und dem Heiligtum der Athena Pronaia gehört die Halle der Athener an prominenter Stelle in der großflächigen Tempelanlage. Am kultischen Tanzplatz beim Ende der Heiligen Straße errichteten sie nach dem Ende der Perserkriege im Jahr 478 v. Chr. aus der Kriegsbeute eine Säulenhalle, die sich an die polygonale Stützmauer der Tempelterrasse anlehnte.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über diesen Ort. Alleine die späte Stunde mahnt uns zum Aufbruch und der Abend zieht schon herauf. Es ist Zeit um sich wieder zurück auf den Weg nach Athen zu machen. Und aus genannten Gründen wäre es von Vorteil nicht erst in finsterer Nacht einzutreffen. Ob mir das gelungen ist verrate ich Euch in den nächsten Tagen.

Quelle: Wikipedia.

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