Über die romantische Landstraße geht es einmal quer über die Halbinsel von Messenien von Ost nach West, vom Messenischen Golf zum Ionischen Meer, von Koroni nach Methoni, von einem Auge Venedigs zum anderen. Laut Google sollte die Fahrt nicht länger als 30 Minuten dauern. Spoiler: es wurden anderthalb Stunden. Doch das stört mich (zumindest noch) nicht. Ich genieße vielmehr die spektakuläre Aussicht über Land und Meer.

Anfangs begleitet mich noch ein dramatischer Himmel mit dunklen Wolken, die sich dann aber Richtung Afrika verkrümeln. Als ich Methoni erreich machen sich gerade die letzten Wolken auf den Weg zum Horizont. Die Insel Sapientza ragt wie ein unwirklicher Schemen aus dem Ionischen Meer. Einst war dort eine antike Niederlassung mit einem natürlichen Hafen, heute ist die Insel unbewohnt. Die Natur kann nur froh darüber sein. Schließlich beherbergt die Insel einen der ältesten Wälder des Mittelmeerraumes. Hier soll es Ziegen, Mufflons und Erdbeerbäume geben.

Am Rande der Bucht mit ihrem feinen weißen Sand erhebt sich die Festung Methoni, im glasigen Herbstlicht der Novembersonne genauso unwirklich wie die Insel gegenüber. Fast wie eine Filmkulisse, die man hier vergessen hat. Doch die Mauern sind massiv und real. Methoni wird bereits in Homers Ilias als Pedasos erwähnt. Die Polis war in der Antike wegen ihres natürlichen Hafens ein bedeutender Handels- und Lagerplatz, aber auch von hoher militärischer Bedeutung für Messenien.

Messenien erlebte, während der mykenischen Kultur, die dort recht früh eintrat, eine Blüte. Auch die Zahl der Siedlungen nahm sprunghaft zu. Es bestanden schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts v. Chr. enge Kontakte zur Argolis, in welcher, gemeinsam mit Lakonien, die mykenische Kultur ihren Beginn hatte. Wir überspringen ein paar Zeitalter, die Messenien benötigte um sich dem Einfluss von Athen oder Sparta zu lösen. Die frühere namensgebende Hauptstadt Messene liegt ein gutes Stück weiter nördlich im Landesinneren.

Während der römischen Bürgerkriege befestigte Marcus Antonius Methoni stark, doch Marcus Vipsanius Agrippa eroberte die Stadt noch vor der Schlacht von Actium. Der römische Kaiser Trajan erklärte Methoni Anfang des 2. Jahrhunderts zur freien Stadt. Während der byzantinischen – eine venezianische Flotte eroberte und plünderte die Stadt unter Führung des Dogen Domenico Michiel bereits 1125 – und der 1206 beginnenden venezianischen Herrschaft wurde die Stadt mit mächtigen, noch heute sehr gut erhaltenen Stadtmauern versehen.

1498 eroberten die Osmanen die Stadt, die von 1686 bis 1715 noch einmal unter die Herrschaft von Venedig kam, wie die gesamte Morea. In dieser Phase bauten die Venezianer die Landseite der Festung mit modernen Bastionen aus, wobei die Arbeiten nicht abgeschlossen waren, bevor sie die Peloponnes räumen mussten. Landseitig war die Festung mit dicken Mauern befestigt, das wichtigste Tor war über eine Steinbrücke erreichbar, die sich über einen tiefen Graben spannt. Über den Ende des 15. Jahrhunderts ausgehobenen Burggraben ließ der Franzose Nicolas-Joseph Maison, ein Vollblutsoldat, später Marschall von Frankreich, Kriegs- und Außenminister eine massive Steinbrücke auf vierzehn Bögen errichten, die eine alte Holzbrücke ersetzte.

Über die Brücke erreiche ich eine Vorburg. Hier gehe ich durch eine schmale Gasse, die sich im Falle eines Angriffs gut verteidigen ließ. Erst muss ich noch durch ein weiteres Tor, dass in rechtem Winkel von der Gasse abzweigt, dann erreiche ich die frühere Stadt. Schon fasziniert die schiere Weite dieser Anlage, die sich in eine Hauptburg und in die frühere Stadt aufteilt. Doch zuerst begrüßt mich die Morosini-Säule aus rotem Granit, die angeblich an den venezianischen Eroberer Francesco Morosini erinnern soll. Sie steht auf einem runden Podest in der Nähe der Außenmauern. Obwohl sie als antike Säule bezeichnet wird, ist es wahrscheinlich, dass sie aus der venezianischen Epoche stammt. Morgen geht es weiter mit Teil II.

Quellen: Wikipedia, methoni.gr.de, odysseus.culture.gr, visitpeloponnese.com, in-griechenland.de, griechenlandweb.de, peloponnes.eu, schwarzaufweiss.de. Öffnungszeiten Festung: 1. November – 31. März 08:30 -15:30 Uhr, Sommer: 8:00 -20:00 Uhr, Dienstags geschlossen, Tage mit freiem Eintritt: 6. März (im Gedenken an Melina Mercouri), 18. April (Internationaler Tag der Denkmäler), 18. Mai (Internationaler Museumstag), Jährlich das letzte Wochenende im September (Europäische Tage des Kulturerbes), 28. Oktober (Ochi-Tag).
Da sind die Burgen am Rheinufer kleine Hütte ..
LikeGefällt 1 Person
Davon bringst Du gleich mehrere hier unter.
LikeGefällt 1 Person
*Hütten
LikeGefällt 1 Person
Ja, dass hatte ich aus dem Kontext geschlossen.
LikeGefällt 1 Person
Bei MagentaTV gibt es einen TV-Kanal namens Inplus, auf dem mehrmals pro Woche die Serie „My Greek Odyssey“ ausgestrahlt wird. In sieben Staffeln reist der Moderator Peter Maneas durch Griechenland, vor allem zu den 227 Inseln. Das ist wunderschön gefilmt, und zeigt viel von den Schönheiten der jeweiligen Regionen, von Kultur und Geschichte, und natürlich auch von den regionalen Spezialitäten.
LikeGefällt 1 Person
Danke für den Tipp, aber leider habe ich kein Magenta TV. Ich schaue mal ob ich es irgendwo anders finde.
LikeGefällt 1 Person