Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Festung Koroni

Wie gestern schon erwähnt ist die Festung die Hauptattraktion von Koroni. Ursprünglich war die Festung byzantinisch, Venezianer und Osmanen haben sie aber erweitert und ausgebaut. Doch der Ort selbst ist um einiges älter. Die antike Stadt Koroni bzw. damals Korone genannt, wurde vermutlich 369 v. Chr. gegründet im Zusammenhang mit der Befreiung Messeniens von Sparta. Der römische Reiseschriftsteller Pausanias berichtet aus dem antiken Korone. Die Stadt, die ab dem 4. Jahrhundert Bischofssitz war, wurde im 9. Jahrhundert verlassen und an den heutigen Standort verlegt, an der sich bereits die antike Stadt Asine befand.

Im 6. bis 7. Jahrhundert wurde auf den Ruinen der Stadt eine Burganlage errichtet, die bis heute ohne Unterbrechung genutzt wird. Die Burg erstreckt sich über die strategisch günstige Landspitze am Eingang zum Golf von Messenien und war mit ihren steil ins Meer abfallenden Klippen von drei Seiten natürlich geschützt. Im 11. Jahrhundert spielte die Hafenstadt Koroni, zusammen mit Methoni als eines der beiden „venetiarum ocellae“ (Augen der Republik Venedig) eine Schlüsselrolle in der Geschichte des Handels und der venezianisch-byzantinischen Beziehungen. Schiffe, die hier vorbeikamen waren verpflichtet hier anzuhalten und über Piraten und beobachtete Schiffsbewegungen zu berichten.

Es folgen die üblichen Besitzerwechsel: Koroni wurde 1200 von dem genuesischen Seeräuber Leo Vetrano erobert, fiel 1205 in die Hände des Teilnehmers am Vierten Kreuzzug, Wilhelm I. von Champlitte und wurde 1206 von Gottfried von Villehardouin an die Venezianer abgetreten. In Koroni existierte seit dem 12./13. Jahrhundert eine große albanische Minderheit griechisch-orthodoxen Glaubens, die von den Einheimischen Arvaniten genannt wurde. Im 15. Jahrhundert fand dort eine große Anzahl von albanischen Fürsten, die vor den Osmanen aus ihrer Heimat geflüchtet waren, Zuflucht. Sie spielten eine große Rolle bei der Befreiung der Stadt von den Osmanen, die seit dem Jahr 1500 die Herrschaft übernommen hatte.

Niemand geringerer als der Genueser Admiral Andrea Doria plante ein großes Ablenkungsmanöver während der zweiten Türkenbelagerung Wiens. Mit einer Flotte von 78 Schiffen wollte er die osmanische Flotte vor Kefalonia stellen, doch Genueser hatten diesen Plan verraten und damit vereitelt. Doria begann nun teile der peloponnesischen Küste zu verheeren. Koroni entging der Vernichtung, weil sich die Bürger und die albanischen Fürsten Doria anschlossen und den Osmanen eine empfindliche Niederlage zufügten.

Die spanische Fahne wehte aber nicht lange auf der Festung von Koroni: 1533 holten sich die Osmanen Stadt und Festung zurück. Von 1686 bis 1715 beherrschten wiederum die Venezianer die Burg. 1828 nahm die Morea-Expedition unter dem französischen General Maison Besitz von dem Gebiet, das sie später an den neuen griechischen Staat weitergaben. Bis auf die Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ist Koroni also schon lange Teil Griechenlands. Andere Städte mussten länger darauf warten. Der Zweite Weltkrieg wird übrigens morgen Themas sein, wenn wir unsere Peloponnes-Reise zu Ehren des Ochi-Tages kurz unterbrechen.

Durch das Nordtor betrete ich die Festung. Auf der Seeseite sind viele der alten Mauern noch ganz gut erhalten. Was man von den meisten Gebäuden im Inneren der Burg nicht behaupten kann. Hier sind, wenn überhaupt, oft nur noch Grundmauern zu erkennen. Entlang der Festungsmauern stehen noch einige der einstigen Wachtürme. Zwei Häuser sind heute in Privatbesitz und werden bewohnt. Wo sich früher Ritter und Soldaten rummelten werden heute Oliven angebaut und es grasen Ziegen.

Desweiteren gibt es noch ein Kloster Timi Prodromos aus dem Jahr 1918 und die nachbyzantinische Kirche Agios Charalambos. Sehenswert ist außerdem die byzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Sophia, vor der bis heute einige Säulen des einstigen Apollon-Tempels stehen. Da ich plane Apollon bald einen Besuch abzustatten, nehme ich das mal als ein gutes Omen. Auf dem Rückweg zum Auto lasse ich noch einmal meinen Blick über Ort und Hafen streifen. Dann starte ich den Motor und mache mich auf den Weg zum anderen Auge Venedigs.

Quelle: Wikipedia.

2 Gedanken zu “Peloponnesisches Kaffeetagebuch: Festung Koroni

  1. Jeder Stein in jedem Mauerrest ist historisch und könnte lange Geschichten erzählen. Ich kann nachvollziehen, wie deine Reisen die Seele erheben und du magst wie ich die alte Architektur, weil sie die Fantasie beflügelt und das Herz weitet ..

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