Samiotisches Kaffeetagebuch II: Agia Paraskevi, Kerveli, Paleokastro

Wir hatten ja noch den Mietwagen, genug Sprit und eine Straßenkarte. Also probierte ich etwas Neues. Von Samos Stadt aus führt eine Straße entlang der Küste Richtung Norden. Also folgten wir der Straße bis nach Agia Paraskevi, dem Ende der Straße und dem nördlichen Ende der Insel. Es ging durch einen Teil von Samos, den man durchaus als abgelegen bezeichnen kann. Das macht ihn aber nicht weniger reizvoll.

Vom Tourismus hat man hier noch nicht viel gehört. Trotzdem gibt es gerade hier einsame Buchten, verwaiste kleine Strände. Es ist ja auch noch nicht Saison. Vielleicht ändert sich das ja im Lauf der kommenden Wochen. Eine große Bucht bei Asprochorti mit einer kleinen Anlegestelle, sonst nichts. Davor eine kleine, unbewohnte Insel. Asprochorti ist einer von nur zwei kleinen Osten in dieser Ecke, Agia Parevski ist der andere.

Hier endet auch die Straße. Eine Kurve, ein paar Häuser, ein kleiner Strand und an dessen Ende eine kleine Kirche, die Kapelle von Agia Paraskevi. Tatsächlich gibt es hier eine Taverne, das Amfitriti Restaurant, dass sogar einen ganz guten Ruf genießt. Ein kleiner Hafen, doch momentan schaukeln nur ein Fischerbot und ein kleines Motorboot auf den sanften Wellen, die gegen die Kaimauer aus groben Steinen anlaufen. Da hier die Welt zu Ende ist, machen wir uns wieder auf den Weg nach Samos Stadt und dann über Paleokastro bis nach Kerveli im Osten der Insel.

Fast identisch zu Agia Paraskevi: eine scharfe Kurve, ein paar Häuser, ein kleiner Strand. Nur, dass hier statt der Kirche einige Bäume den Strand säumen, statt des Fischerbootes ein zweites Motorboot auf den Wellen schaukelt und dass hier zwei Tavernen noch nicht geöffnet haben. Und auch ein Ende der Welt. Wir lassen uns an dem Strand nieder und lassen den gemeinsamen Urlaub langsam ausklingen. Durchatmen. So ruhig und friedlich hier. In den Tavernen ist man noch mit den Vorbereitungen auf die Saison beschäftigt. Eigentlich ganz schön, aber zu Essen bekommen wir hier nichts.

Also wieder zurück. In Paleokastro, der Name ist ein Hinweis darauf, dass hier mal eine Befestigung war, von der aber nichts mehr zu sehen ist, entdecke ich diese einladende Taverne am Dorfplatz. Schwieriger war es hier einen Parkplatz zu finden, da die Straßen hier sehr eng sind. Doch schließlich wurden wir ein paar hundert Meter entfernt fündig. Ich nehme Kolokithokeftedes, Zucchinipuffer, F. entscheidet sich für Garides Psites, gegrillte Riesengarnelen. Beides ist sehr, sehr lecker.

Die kleine Taverne heißt To Steki Tou Manoli. Der Gastraum ist sehr klein, doch hat das Lokal einen größeren Bereich unter der Platane am Dorfplatz. Eine überdachte Pergola schützt uns und die viel Katzen vor der prallen Mittagssonne. Gegenüber ist das Rathaus mit einer weiß-blauen Flagge und vielen Blumentöpfen auf einer großen Treppe. Wäre nicht die Architektur, man könnte in Bayern sein. Sind wir natürlich nicht.

Ein Wort noch zur Taverne: meine Kolokithokeftedes kosten nur 5 Euro, F.’s Garnelen schlagen mit 14 Euro zu Buche. Vorspeisen gibt es hier an 4,50 Euro, ein Fleischgericht ab 8,50 Euro und Fisch ab 10 Euro. Die Portionen sind großzügig, das Essen lecker. Abseits der großen Touristen-Hotspots findet man noch gute und günstige Tavernen. Man muss nur mal in ein anderes Dorf oder auch mal in eine Seitenstraße ab des Rummels fahren.

To Steki Tou Manoli, Paleokastro, Samos, Griechenland; Öffnungszeiten: täglich von 10:30 – 00:00 Uhr.

4 Gedanken zu “Samiotisches Kaffeetagebuch II: Agia Paraskevi, Kerveli, Paleokastro

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