Samiotisches Kaffeetagebuch II: Welcome to the Blue Street

Die „Blue Street“ verdient ein eigenes Kapitel. Dabei handelt es sich nur um eine kleine Gasse zwischen der Festung „Lykourgos Logothetis“ und dem Hafen. Zu schmal für jedes Fahrzeug kann man sie nur zu Fuß erreichen.

Erst allmählich findet diese kleine Sehenswürdigkeit ihren Weg in die Reiseführer. Vor zwei Jahren habe ich diesen Ort mehr oder weniger durch Zufall auf Google Maps entdeckt.

Über die Entstehung lässt sich nur spekulieren. Der Untertitel „The Alley of retired Artists“ gibt zumindest einen kleinen Hinweis. Womöglich waren es altgediente Künstler, die sich hier noch einmal ausgetobt haben.

Jede Ecke, jeder Winkel der vielleicht 30 Meter langen Sackgasse ist ein gutes Fotomotiv und ein Kunstwerk für sich. Die hauptsächlich blau bemalten Fensterläden, Türen, Tische und Stühle bilden nur den Rahmen dieses kleinen Freilicht-Museums.

Selbst die Straße ist blau. Zusammen mit den weiß getünchten Hauswänden bildet das einen Hauch von Kykladen-Romantik. Dabei läuft man den Bewohnern praktisch fast durchs Wohnzimmer.

Alles umgibt das Flair des unfertigen. Überall liegt Material für weitere Kunstwerke, alles ist im Fluss. Manche Motive wiederholen sich, werden wieder aufgegriffen und zitiert. Wie das blaue Nazar-Auge.

Dazwischen allerlei Krimskrams und Figürliches. So wirkt die „Blue Street“ wie ein riesiger unsortierter Setzkasten. Man könnte Stunden hier mit Fotografieren verbringen. Einen Besuch ist dieser Ort ellamal wert.

5 Gedanken zu “Samiotisches Kaffeetagebuch II: Welcome to the Blue Street

  1. Hoffentlich bleibt die Gasse noch lange Zeit so unentdeckt wie auf deinen Bildern. So kann der zufällige Spaziergänger umso gemütlicher flanieren und in der Stille das Ensemble bewundern.

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