Kretisches Kaffeetagebuch: Gramboussa Restaurant in Kaliviani

Als wir Kissamos durchqueren, lassen wir die zahlreichen Tavernen und Restaurants links, beziehungsweise rechts liegen. Nicht, weil wir etwa an deren Qualität zweifeln würden, sondern weil wir ein ganz besonderes Ziel im Auge haben: das Restaurant Gramboussa im nahen Kaliviani, von dem der Reiseführer „Glücksmomente auf Kreta“ behauptet, es gehöre zu den besten Restaurants der Insel.

Und nicht nur das, der vorletzte Tipp in diesem Buch führt nicht nur in das ansonsten abgelegene kleine Dörfchen, es gibt auch einen ganz konkreten Vorschlag, was dort bestellt werden sollte. Versprochen wird nicht nur eine gelungene Mischung von Tradition und Moderne in einem stimmungsvollen Ambiente mit modern-rustikaler Einrichtung, sondern auch eine Küche nach alten Rezepten – manche davon aus dem 18. Jahrhundert! – und eine tolle Terrasse mit Blick aufs Meer.

Mit dem abgelegenen Dörfchen ist es nämlich schon vorbei, wenn man sich dem Restaurant Gramboussa nähert: ein Verkehr wie am Stachus und eine Balgerei um die raren Parkplätze. Wir ergattern eine am Ortseingang und schlendern in froher Erwartung zum Restaurant. Gut, dass sich die befürchteten Menschenmassen ganz gut im Lokal und auf der Terrasse verteilen. Vorteilhaft ist in jedem Fall, dass es eine mehrsprachige Speisekarte gibt, neben Griechisch, Englisch, Französisch und Italienisch auch in Deutsch!

Bevor wir bestellen noch ein Wort zum Ambiente. Das Lokal unterscheidet sich tatsächlich von den durchschnittlichen Tavernen auf Kreta. Die moderne Einrichtung mit traditionellen Elementen würde jedem Lokal in Deutschland zur Ehre gereichen – ein gelungenes Rezept. Darüber hinaus ist das Gramboussa Restaurant günstiger, als Ambiente und Speisen erwarten lassen. Wir hatten es teurer erwartet. Die einzige „Enttäuschung“.

Wir legten also los und bestellten zwei Vorspeisen und ein Hauptgericht. Den Anfang macht ein gegrilltes Gemüse vom Holzkohlengrill mit Petimezi, einem lokalen Traubensirup. Schon das ist ein Geschmackserlebnis, wenn sich der süße Petimezi mit den frischen, rauchigen Aromen den Gemüses vermählt.

Gefolgt von einem einzigartigen Apaki, was wir in dieser Form nirgends sonst gefunden haben: geräucherte Schweinelende vom Holzkohlengrill mit Bratkartoffeln. Letztere hatten es zwar nur zu zweit auf den Teller geschafft, dafür in Begleitung zweier Tomätchen. Auch dieses Gericht überzeugte durch seine vielfältigen Aromen.

Doch das Highlight kommt mit dem Hauptgang: das Gramoussa-Lamm mit Knochen in Blätterteig mit Honigkruste und Granatapfelkernen. Zart wie Butter! Das war auch das im Reiseführer erwähnte Gericht. Wir können nur bestätigen, dass man diese Speise auf Kreta gegessen haben muss! Nur das Buffet von frischen Früchten zur Selbstbedienung haben wir ausgelassen: zu viele Wespen!

Leider fehlt uns Zeit und Hunger um weitere Gerichte von der vielversprechenden und abwechslungsreichen Karte probieren. Da wären zu nennen Staka, ein Gericht aus Schafsmilchrahm im Pfännchen, gefüllte Moschofilero-Weinblätter mit Reis und Kräutern gefüllt, gegrillte kretische Schweinswürstchen, verschiedene traditionelle Pasteten, Xilopites – handgemachte kretische Nudeln – Spanferkel in Olivenöl und Maruva-Wein und Gemüse aus dem eigenen Garten, in Wein gedämpftes Kaninchen aus der Pfanne und so weiter und so fort. Auch dieses Lokal wurde für eine mögliche zweite Kreta-Reise bereits vorgemerkt. Auch von unserer Seite aus eine echte Empfehlung!

Gramboussa Restaurant, Emmanouil Diktaki 1, Kaliviani, Kreta, Griechenland; Öffnungszeiten täglich von 13:00 – 23:00 Uhr. Quellen: Unternehmensseiten, Klio Veringoi „Glücksmomente auf Kreta“, Bruckmann Verlag.

12 Gedanken zu “Kretisches Kaffeetagebuch: Gramboussa Restaurant in Kaliviani

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