Kretisches Kaffeetagebuch: Fischsuppe in Mochlos

Der kleine Küstenhafen von Mochlos im Osten Kretas ist vielleicht einer der letzten „Geheimtipps“ auf Kreta. In Anführungszeichen deshalb, weil es der kleine Ort mit gerade einmal 90 Einwohnern inzwischen schon im aktuellen ADAC Reiseführer zu einer kurzen Erwähnung geschafft hat. Früher fuhren die Kreter dorthin, wenn sie Lust auf besonders leckeren Fisch hatten. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es nur wenige – noch muss man leider sagen.

Auf „Crete Villas 4 U“ heißt das so: „Diese Art von verschlafenem Fischerdorf beherbergt einige sehr alte Sehenswürdigkeiten, aber auch einige gut ausgestattete Villen, die es den Gästen ermöglichen, sich vollständig von der geschäftigen Außenwelt zu entfernen und eine schöne Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Es gibt Tavernen, in denen Sie direkt am Wasser essen und ausgezeichnete Meeresfrüchte genießen können, ohne vom Autoverkehr gestört zu werden. Es gibt sogar eine rustikal-schicke Cocktailbar auf den Felsen. In Mochlos genießen Sie auch farbenfrohe Sonnenuntergänge, aber die Ruhe des Morgens mit der Sonne, die über dem Meer aufgeht, wird unvergesslich sein.“

Dabei ist Mochlos auch historisch betrachtet ein höchstinteressanter Ort. Dem Hafen vorgelagert liegt eine kleine Insel, die wohl in der Zeit der Besiedelung mit dem Land verbunden war. Die Verbindung wurde jedoch infolge von Erdbeben vor etwa 3.700 Jahren zerstört. Noch heute sind die unter Wasser gelegenen Verbindungen zu erkennen. Mit Unterbrechungen lassen sich eine Besiedelung in minoischer, mykenischer, späthellenistischer bis in die byzantinische Zeit hinein nachweisen. Die Insel Mochlos, die eigentlich Agios Nikolaos heißt, war wohl während der Bronzezeit ein bedeutender Hafen. Seit 1907 wird hier immer mal wieder gegraben, so auch heute. Bekannt war der Ort früher weit über die Küsten Kretas hinaus für seine Keramiken.

Von der Nationalstraße nach Sitia geht es etwa fünf Kilometer über eine schlecht instand gehaltene Straße. Der Parkplatz liegt am Dorfrand neben den Grundmauern einer antiken Töpferei. Wir schlendern durch einen sehr ruhigen Ort. Direkt am Wasser drängeln sich einige Tavernen. Wir uns suchen eine etwas abgelegene aus und lassen uns nieder. Jetzt brauche ich aber erstmal einen Kaffee – mit Blick auf das Meer und die Insel. Von Ferne sieht man die Zelte, die den dort grabenden Archäologen Schatten spenden.

Doch nun ging es darum ein kleines Hüngerchen zu stillen, nicht zu ausgiebig, planten wir doch am Ziel unserer heutigen Etappe – Sitia – zu speisen. Ich begnügte mich daher mit einem ausgesprochen leckeren gebackenen Fetakäse, Ratri und Martin hingegen probierten eine formidable Fischsuppe, die sich, nach deren Bekunden, fortan den ersten Platz mit der Seafood Chowder in neuseeländischen Picton auf der ewige Rangliste der Fischsuppen teilt. Mangels Vergleich muss sie sich bei mir den ersten Platz auf meiner, zugegebener Maßen recht kurzen Fischsuppenliste, mit niemandem teilen. So gestärkt können wir die letzten 40 Kilometer nach Sitia hinter uns bringen…

Taverna Tá Kochília, Mochlos, Tourloti, Kreta, Griechenland; Öffnungszeiten: täglich außer Donnerstag 11:00 – 22:00 Uhr. Quellen: Wikipedia, ADAC Reiseführer Kreta, okaycrete.com, cretevillas4u.com, globetrottel.net.

5 Gedanken zu “Kretisches Kaffeetagebuch: Fischsuppe in Mochlos

Hinterlasse eine Antwort zu Martha, die Momente-Sammlerin Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..