Kaffee so billig wie nie! Gut für einige Verbraucher. Dafür schlecht für alle Kaffeebauern. Mitte März noch auf 95 US-Cent hat der Kaffeepreis die 90-Cent-Marke durchschlagen und damit ein neues Allzeit-Tief erreicht. Schuld an diesem Preis-Debakel trägt, man möchte es kaum glauben, eine Kaffee-Spekulations-Blase vor fast zehn Jahren.
Seit Anfang der Zweitausender-Jahre hat es sich eingebürgert mit Lebensmittelpreisen zu spekulieren. Zu leiden haben vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern, deren Preise, zum Beispiel für Brot, mancherorts vervielfacht hat. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Börsen-Gewinndler den Kaffee für sich enteckten. Angefeuert durch Wetten auf noch höhere Preise stieg der Kaffeepreis auf ungeahnte Höhen – kurz wurde sogar die 300-US-Cent-Hürde gerissen – nur um binnen Monate um zwei Drittel einzubrechen.

Bereits im April 2014 schien sich der Kaffee erholt zu haben, nur um dann immer stärker abwärts zu trudeln. Erholt von der Spekulations-Blase 2013 hat er sich nie. Die Folgen sind verheerend: auf Ramsch-Niveau langsam vor sich hin dümpelnd bricht nun ausgerechnet die über Erwarten gut ausfallende Kaffee-Ernte dem Kurs das Genick – während anderorts Klimawandel und Bodenerosion den Kaffeeanbau erschweren und die Erträge verknappen. Kaffeefarmer und -Bauern, die nicht von Fair-Trade-Verträgen, die Höhere Margen als der Weltmarktpreis garantieren, müssen jetzt unterhalb der Produktionskosten verkaufen. Und das aus Angst der Kaffeepreis könnte womöglich noch weiter sinken.
In der Sprache der Börsianer und Spekulanten nennt man das eine „stark überverkaufte Lage“. Eine signifikante Veränderung ist nicht abzusehen, es sei denn, der Kaffee-Ertrag geht weltweit zurück. Von einer Erholung könne man überdies erst dann reden, wenn der Kaffeepreis wieder über 105-US-Cents steigt. Dann könnte der Markt wieder Lust bekommen auf diesen Rohstoff zu setzen, was den Preis dann wieder antreibt. Etc, pp.

Die Kunden mancher Röster profitieren von den Niedrigpreisen. So hat Tchibo beispielsweise vor kurzem erst die Preise mancher Markenprodukte gesenkt. Die Preise der Kaffeesorten mit Fairtrade-Beteiligung blieben im Sinne der Bauern hingegen stabil. Letztendlich kann der Verbraucher nur dadurch den von Not und Armut bedrohten Bauern helfen: durch den Kauf von Fairtrade-Kaffee.
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