Wann ist ein Kaffee Bio?

Bio ist hipp, Bio ist in! Täglich hören und lesen wir von Bio-Produkten. Die Nachfrage nach biologisch angebauten Lebensmitteln steigt. Bio ist Trend. In der Einkaufswirklichkeit erwartet den bio-willigen Verbraucher statt Transparenz ein verwirrendes System verschiedener Siegel. Wer erkennen möchte, welchen Siegeln er vertrauen kann, der muss wissen, was biologischer Kaffeeanbau überhaupt bedeutet.

Die Vergabe von Bio-Siegeln ist gesetzlich geregelt. Die Grundidee ist, dass ein Nahrungsmittel in Einklang mit der Natur angebaut, geerntet und weiterverarbeitet wird. Beim Kaffee bedeutet das vor allem nachhaltiger Anbau ohne Verwendung von Insektiziden und Pestiziden. Das funktioniert am Besten in Mischkulturen. Im Prinzip ist das nichts anderes, als der klassische Kaffeeanbau in den Ursprungsländern des Kaffees. Seit Jahrhunderten wächst Kaffee dort unter Schattenbäumen zusammen mit Nutzpflanzen, wie Avocados, Bananen, Grapefruits oder Papayas, die gegessen oder verkauft werden können. Der Boden ist dort stabiler, denn viele Wurzeln hindern die dünne Humusschicht vor Erosion und Verkarstung. Außerdem unterstützen sich die verschiedenen Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen und Unkraut. Die Schattenbäume schützen nicht nur vor heißer Sonne, sie schützen auch vor der Verdunstung des Wassers und senken dessen Verbrauch. In Zeiten des Klimawandels unerlässlich.

KaffeepflckerinnenbeiderArbeit_Tchibo

Ganz im Gegensatz dazu der industrielle Anbau. Hier herrscht die Monokultur vor. Der Wasserverbrauch liegt höher, die Böden sind anfälliger, chemische Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel müssen angewendet werden. Nur, damit Erntemaschinen ungehindert ihre Arbeit verrichten können. Ganz ohne den Einsatz von technischen Hilfsmittel zur Ernte der reifen Kaffeebohnen kommt auch der Bio-Kaffee nicht aus. Der Einsatz dieser Gerätschaften wird jedoch so geplant und durchgeführt, dass die Natur davon keinen Schaden nimmt. Bei der Ernte der Kaffeebohnen aus den Mischkulturen liegt ganz klar die Handarbeit im Fokus der Kaffeefarmer. Angefangen vom Pflücken der Kaffeekirschen von den Pflanzen über die Trennung des Fruchtfleisches von den Bohnen, bis hin zum Trocknen, Wenden und Verpacken der Rohkaffeebohnen. Wer sich in der gesamten Herstellungskette an die Auflagen der Bio-Zertifizierer hält, der kann seinen Kaffee schließlich als Bio-Kaffee auf den Markt bringen.

 

Mit den Hürden bei der Bio-Zertifizierung beschäftigen wir uns morgen.

 

Bildrechte: readytogo/fotolia.com, Tchibo

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