Cafè Borgia – Renaissance-Kaffee mit Suchtgefahr!

Die Familie Borgia hat bereits im 15. Jahrhundert belegt, dass es gut ist Verwandte in höchsten Kreisen zu haben. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht stellte sie zwei Päpste, Kalixt III und Alexander VI, scheiterte allerdings in ihren Bemühungen aus der vatikanischen Religionsfirma ein Familienunternehmen zu machen. Cesare und Lucrezia Borgia erlangten noch einige Berühmtheit. Cesare, weil er als erfolgreicher Feldherr der Kirche Erwähnung bei Macchiavelli fand. Lucrezia, weil sie offenkundig sowohl schön als auch gerissen war. Das beide – zwangsläufig uneheliche Papstkinder waren, mag ihre jeweiligen Karieren befördert haben. Im kollektiven Bewusstsein wird der Name Borgia deshalb mit Machtgier, moralischem Verfall, Korruption und Rücksichtslosigkeit verbunden bleiben.

Erhalten hat sich auch ein Rezept für ein Kaffee-Leckerei. In welchem Zusammenhang sie mit den machtgierigen Papstbälgern steht, bleibt ein Geheimnis. Bei Macchiavelli zumindest findet sich darüber nichts. Wichtigste Zutaten neben dem Kaffee selbst sind Zimt und Honig, die dem Cafè Borgia einen Hauch von Renaissance verleihen. In dieser Zeit gehörte Zimt zu den teuersten Gewürzen, um die damals Kriege geführt wurde. Daher lässt sich davon ausgehen, dass er nur den Edlen – oder die sich dafür dünkten – und Reichen vorbehalten blieb.

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CoffeeNewsTom stellt heute vier Variationen des historischen Kaffeerezeptes vor. Traditionell wird der Cafè Borgia mit einem klassischen Mokka, einem kleinen starken Kaffee, zubereitet. Allerdings funktioniert er auch gut mit Espresso. Das gängigste Verfahren ist es etwa eine Teelöffel Honig – wir verwenden hier den leckeren Truderinger Wald- und Blütenhonig von einem Münchner Taxi-Kollegen – in eine kleine Tasse – schöner ist natürlich ein Kaffee-Glas – zu gießen und mit etwas Zimt zu stäuben. Vorsichtig wird der Mokka oder Espresso darüber gegeben, so dass sich die Schichten nicht mischen.

Im Original-Rezept bekommt das ganze eine Sahnehaube, etwas Zimtpulver drüber, fertig. Im Café Tambosi, dem ehemals ältesten Kaffeehaus Münchens, bis man daraus eine Edel-Pizzeria machte, bestand der Borgia nur aus Espresso, Zimt und Honig. Mir gefällt die „italienische“ Variante mit einem Klecks Milchschaum, also eine Art Café Borgia Macchiato. Das Rezept eignet sich übrigens auch für eine umfangreichere Version mit einem Cafè crema als Grundlage. Aber Vorsicht: die Kaffee-Honig-Zimt-Mischung hat Suchtpotential!

In memoriam: der Cafè Borgia in Tambosi:

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2 Gedanken zu “Cafè Borgia – Renaissance-Kaffee mit Suchtgefahr!

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