Pünktlich um Mitternacht fallen die ersten Tropfen. Der heutige Tag beginnt mit kühlem Wind und Regen. Dabei soll die Temperatur bis zum Abend auf 12°C sinken. Brrrr! Und gestern? Da hatten wir unter einem strahlend blauen Himmel noch einmal amtliche 32°C. Die Meteorologen sprechen von einem Temperatursturz. Aber müssen es gleich 20°C Unterschied sein? Ja, es kommt nicht unerwartet und auch die Wetter-Berichte und -Apps habe es in seltener Einmütigkeit verkündet: es wird nass, es wird kalt, es wird ungemütlich. Ein Schatten wirft sich auf die Sonnenuhren und auf den Fluren sind die Winde los.

Dabei können wir uns nicht beschweren, der Sommer war sehr groß. Vom Zweitwärmster Sommer seit Aufzeichnungsbeginn spricht der Deutsche Wetterdienst. Besonders die Hitzewelle Ende Juni erreichte ein bisher ungesehenes Ausmaß. Ein Hitzerekord jagte den nächsten. Und auch sonst war der Sommer nicht zimperlich: Hitzewellen, Niedrigwasser, Waldbrände, Trockenheit, Ernteausfälle, Hitzetote. Und doch gab es auch viele schöne Momente, laue Abende, strahlenden Sonnenschein und wochenlang Badewetter. Der Wein wird gut sein dieses Jahr, schwer und süß. Die letzten vollen Früchte.

Ich ahnte das Nahen des Herbstes. Zu deutlich machte er sich bemerkbar, tauchte alles in sein typisches, weiches, gelbes Licht und ließ die Blätter früher bunt werden, als man es gehofft hatte. Trotzdem bäumte sich der Sommer noch einmal auf, mobilisierte die letzten Kräfte. Ein bemerkenswert schöner Sonntag am Schliersee. Ja, wir hatten noch zwei südlichere Tage. Und gestern ein schöner Sommernachmittag. Ich befürchtete das jähe, frühe Ende der Balkonsaison und setzte mich noch einmal raus, mit Kaffee, Apfelstreusel und einem Tartufo Limoncello. Ich atmete den Sommer tief in mich ein – festhalten konnte ich ihn nicht.

Dabei macht die Wettervorhersage durchaus Mut: „In den nächsten zwei Wochen zeigt sich das Septemberwetter in München typisch wechselhaft mit einem Mix aus spätsommerlichen Tagen, teils freundlichen Abschnitten und zeitweisen Schauern. Die Tagestemperaturen bewegen sich meist zwischen angenehmen 18 °C und 24 °C, während es nachts auf Werte um 10 °C bis 13 °C abkühlt.“ Am Donnerstag, den 17.09. könnten noch einmal bis zu 26°C erreicht werden. Ja, das ist jetzt die Zeit, in der man jeden Sonnentag ausnutzen wird um in den Alleen hin und her unruhig zu wandern, wenn die Blätter treiben. Ändern können wir das Wetter eh nicht, zumindest nicht kurzfristig. Herr: es ist Zeit.
Quellen: Deutscher Wetterdienst, ZDF, Heute, wetter.com, Rainer Maria Rilke.
Interessante Textcollage, dieser „verrilkte Urlaubswetterbericht“.
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Danke.
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Hier sind auch die Sonnenuhren vom Himmel gefallen. Endlich kühler. Unterm Dachstuhl leidet man doppelt, weil sich über einem die Hitze sammelt ..
Gruß PP
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Das kenne ich. Ich wohne auch im obersten Stock direkt unter dem aufgeheizten Dachboden.
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