Peloponnesisches Kaffeetagebuch: entlang des Weges

Jetzt muss ich doch noch einen kleinen Rückblick einlegen. Sonst gingen diese Eindrücke verloren. Bevor es in die Berge Richtung Delphi ging, schlängelte sich die Nationalstraße 48 entlang des Golf von Korinth. Nur wenige Eindrücke habe ich in Fotos festgehalten, ich war ja mit Autofahren beschäftigt und folgte einem straffen Zeitplan. Dazu gehört, abweichend von der Ideallinie, eine Durchfahrt des lauschigen Küstenortes Marathias. Das es hier keinen Kaffee-Stopp gab lag allerdings hauptsächlich daran, dass die Taverne am Strand geschlossen hatte. Schade. Das am Pier vor sich hin dümpelnde Kaiki habe ich dennoch abgelichtet.

Etwas westlicher habe ich dann noch einen kurzen Halt an einem idyllischen Strand eingelegt. Das war auch zu verführerisch, hatte ich doch den gesamten Strand für mich alleine. So konnte ich zumindest für ein paar Minuten dem Rauschen des Meeres lauschen und etwas durchatmen. Und schon ging es wieder weiter.

Dann noch ein Kaffee-Versuch kurz vor Galaxidi. Ein verheißungsvoller Wegweiser leitet mich auf einen Parkplatz. Von diesem Platz hat man einen wundervollen Blick auf den Ort mit der Kirche Agios Nikolaos. In der Antike hieß der Ort Chalaion oder Chaleion und war eine Stadt der westlichen Lokrer, einer antiken Region an der Grenze zur historischen Gebirgslandschaft Phokis. Bedeutung und Wohlstand erreichte Galaxidi im 18. und 19. Jahrhundert, damals Sitz einer der mächtigsten Handelsflotten im Mittelmeerraum.

Was an diesem Parkplatz nicht zu finden war, war das in Aussicht gestellte Café. Zumindest hatte der handgemalte Wegweiser am Straßenrand etwas von „Coffee“ und „Drinks“ in Aussicht gestellt. Urheber war wohl der einstige Besitzer dieser „Kantina“. Alleine der Ort war verwaist, dem zustand des Verfalls nach wohl schon seit längerer Zeit. Ich stellte meine Recherchen diesbezüglich ein. Ich reise immer mit einem kleinen Vorrat an Erfrischungsgetränken, sprich griechischer Limo und war auf diese Einkehr nicht wirklich angewiesen.

So blieb mir nichts anderes, als mich wieder auf den Weg zu machen. Beim nächsten größeren Ort Itea, beziehungsweise Kirra, verlässt die Nationalstraße 48, auch als E65 bekannt, die Küste und schraubt sich in die Berge Richtung Delphi. Und davon erzähle ich Euch endlich morgen!

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