Fast jeder hat das schon einmal erlebt: zerbrochene Kaffeebohnen, eher verbrannt als schonend geröstet, muffiger Geruch statt verheißungsvolle Aromen. Wer im Supermarkt Standard-Kaffee kauft kann schnell enttäuscht werden – trotz oder gerader wegen hoher Kaffeepreise. So wird es immer wichtiger mehr über den Kaffee zu wissen, den man kauft. So hat auch die Bild-Zeitung, die sich gerade als Schützer der Verbraucher stilisiert, einen Kaffee-Test gemacht – mit überraschendem Ergebnis.

Für den Test ist Bild dorthin gegangen, wo Kaffee ernst genommen wird: ins Berliner Café und Kaffeelabor 19grams. Dort unterstützte sie der Barista und Q-Grader Garreth Druce. Q-Grader sind die Sommeliers der Kaffeewelt. Sie prüfen Bohnen nach internationalen Standards und bewerten jede Nuance, vom Duft der frisch gemahlenen Bohnen bis zum Nachhall im Mund.
Getestet wurden neun verschiedene Kaffees, wie man sie im Supermarkt-Regal findet. Alles Bohnen, die laut Hersteller für Vollautomaten genau so geeignet sind, wie für Siebträgermaschinen. Der Test selbst lief ganz professionell ab: zuerst wurden die Bohnen einen Sichtprüfung unterzogen. Bereits ein Blick auf das Bohnenbild gibt Aufschluss über die zu erwartende Qualität. Dann folgt die Zubereitung – streng standardisiert, damit alle Sorten vergleichbar sind. Verwendet werden 13 Gramm gemahlene Bohnen auf 220 Milliliter Wasser, aufgebrüht bei 96 Grad, mit vier Minuten Ziehzeit.

Nun kommt das Wichtigste: die sensorische Prüfung, also Geschmack und Geruch. Wirken die Bohnen eher flach, oder entwickeln sie vielschichte Aromen? Verglichen werden Süße, Säure und Bitterkeit, aber auch Intensität, Balance, Ausgewogenheit, Mundgefühl und Nachgeschmack. Aber auch die Verpackung wird in Augenschein genommen: Sind Angaben zu Bohnenart, Herkunft, Röstgrad oder Zubereitung vorhanden? Sorgt ein Aromaventil dafür, dass die Bohnen länger frisch bleiben? Erst das Gesamtpaket aus Qualität in der Tasse und den Infos auf der Packung zeigt, wie überzeugend eine Sorte wirklich ist.
Mit der Note „Befriedigend“ wurden mehrere bekannte Marken bewertet, wie die Kaffees von Segafredo, Lavazza oder Schlusslicht Melitta. Das Prädikat „Gut“ hingegen erreichten zwei Kaffees von Joerges und einer von Mövenpick. Das begehrte „Sehr gut“ verdiente sich nur der Espresso von Schwiizer Schümli. Es zeigt sich: auch bei Markenkaffees lohnt es sich die Bohnen zu vergleichen. Das schützt vor bösen Überraschungen in der Kaffeetasse.
Quelle: Bild. Bildrechte: Titel-Bild von Couleur auf Pixabay, Bild von Pexels auf Pixabay, Bild von Claro Cafe auf Pixabay, Bild von Negative-Space auf Pixabay.
Bei Lavazza hängt’s sehr stark von der Sorte ab, also Mischung und Röstung. Verwende seit etlichen Jahren die intensiveren Sorten – zubereitet in der klassischen Moka – und bin hoch zufrieden.
Klar, besser geht immer. Aber da sind wir beim drei- bis vierfachen Preis. Oder, dazwischen, bei kleinen Röstereien wie La Triestina. Die produzierten zumindest vor wenigen Jahren noch nur eine Tonne pro Monat. Qualität besser als etwa Illy, aber günstiger. (Zumindest damals.) Der Nachteil ist, dass es in ganz Österreich nur ein Geschäft gibt, wo der Kaffee verkauft wird. Ist zwar sehr nahe bei mir, hat aber etwas günstige Öffnungszeiten.
(Und wenn wir schon von Preisen reden: Um 2019 kostete ein Kilo Lavazza Cremoso in einem Wiener Supermarkt noch zwischen 17 und 18 Euro. Heute sind wir bei 27 bis 28 Euro. Deutlich günstiger ist der Kaffee interessanterweise bei Mediamarkt bei 20 bis 23 Euro.)
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Gut zu wissen ☺️👍
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