Nein, ich meine mich nicht selbst. Ich meine den bayerischen Löwen von Nafplio. Den gibt es tatsächlich unweit der Altstadt, beziehungsweise der Straße nach Argos. Dort in den Fels gehauen befindet sich ein liegender Löwe. Manche behaupten es sei ein sterbender Löwe. Mit dem Tot hat die Skulptur tatsächlich etwas zu tun. Allerdings nicht mir dem Tot eines Löwen, sondern dem von zahlreichen bayerischen Soldaten, die einer Typhus-Epidemie zum Opfer fielen.

Gestiftet hat dieses Mahnmal König Ludwig der Erste von Bayern im Jahr 1840. Vor Athen war Nafplion die Hauptstadt Griechenlands. 1832 wurde dort der bayerische Prinz Otto zum griechischen König ernannt, der als eine seiner ersten Amtshandlungen kurze Zeit später den Regierungssitz nach Athen verlegte. Etwa auch zu dieser Zeit entstand in Nafplion ein Denkmal mit dem Namen „Bayerischer Löwe“.

Der Löwe wurde von dem bayrischen Bildhauer Christian Heinrich Siegel gestaltet und ist dem Löwen von Luzern von Bertel Thorwaldsen nachempfunden, der seinerseits von antiken griechischen Vorbildern inspiriert wurde. Der Löwe, der im monumentalen Maßstab in den natürlichen Felsen gehauen ist, wird schlafend in einer rechteckigen Nische, mit einem runden Schild hinter seiner Schnauze dargestellt. Es handelt sich um eine der bedeutendsten Skulpturen des 19. Jahrhunderts im griechischen Raum.

Ich jedenfalls durfte mir dieses Denkmal nicht entgehen lassen. Also legte ich hier einen Stopp und einen Augenblick der Besinnung ein. Auch wenn König Otto I. später von den Griechen weggejagt wurde, so hat er dem Land doch einiges gebracht: eine funktionierende Verwaltung, einige Repräsentationsbauten vor allem in Athen und schließlich auch eine Verfassung. So, nun muss ich aber wieder los.
Quellen: reiners.blog, eveste.gehrden.de, argolisculture.gr.
Sehr spannend. Dass die Könige Griechenlands deutsch waren, war mir bewusst. Dass jemals bayrische Soldaten in Griechenland stationiert waren, nicht.
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Otto kam mit einem Gefolge von über 3.000 bayerischen Soldaten, Beamten und Experten nach Griechenland, die ihn beim Aufbau eines neuen Staates unterstützten. Bayerische Soldaten waren in Griechenland von 1832 bis 1862 präsent, als Teil des königlich-bayerischen Hilfskorps, das König Otto I. nach seiner Inthronisation begleitete und die Verwaltung sowie die junge Staatsstruktur des Landes unterstützte. Diese bayerischen Soldaten waren für Aufgaben wie Patrouillen, Grenzabsicherung und die Bekämpfung von Bandenwesen zuständig, stießen aber auf die Unzufriedenheit der griechischen Bevölkerung.
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Dass sie unbeliebt waren, glaub ich gern. Fremde Soldaten empfinden Menschen normalerweise als Besatzung – auch wenn sie mit dem eigenen König gekommen sind.
Der König aus Bayern war zudem ja ein Elitenprojekt. Die einfache Bevölkerung hat sich nach der Befreiung von den Osmanen wahrscheinlich nicht gewünscht, von einem König von woanders regiert zu werden – und schon gar nicht, dass jetzt auch er fremde Soldaten bringt.
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Eigentlich schade. Otto war kein Unrechter und tatsächlich bemüht Griechenland nach vorne zu bringen. Der richtige Mann zur falschen Zeit. Gedankt hat man es ihm nicht.
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