Nur wenige Schritte unterhalb des Lukumades befinden sich die Ladenzeilen von Monastiraki. Hier gibt es nicht nur den größten dauerhaften Flohmarkt Athens, sondern – neben Souvenir-Shops und Tavernen – auch einige Spezialgeschäfte, wie den Bouzouki Shop Polydorou in der Pandrossou Straße. Gegründet wurde dieses Geschäft für traditionelle und moderne Musikinstrumente bereits im Jahr 1976. Was zuerst nur für lokale Musiker gedacht war, genießt inzwischen Weltruhm. Kein Wunder, werden in diesem Familienbetrieb doch seit fast 50 Jahren Bouzukis, Tzourades, Baglamades und Lauten von Hand gefertigt.

Das beliebteste und zugleich am meisten geschmähte Instrument Griechenlands ist vielleicht das einzige, das sich nur minimal, vor allem ästhetisch, von seinem antiken Vorgänger, der Pandoura, unterscheidet. Gleichzeitig ist es das einzige Instrument, das aufgrund dieses Ursprungs den Hellenismus seit der Antike spaltete. Fast alle Forscher und Folkloristen sind sich einig, dass das Schicksal des Trichords, der Pandoura oder Tamboura, später im Osten des Sazi und schließlich der Bouzouki, einen stetigen Austausch zwischen Ost und West dokumentiert.

Seit der Antike wird viel über die Einführung der Pandoura aus dem Osten berichtet, eines Instruments mit birnenförmigem Körper, doppelt so langer Saitenhülse und drei Doppelsaiten mit genau dem gleichen Saitenverhältnis wie bei der sechssaitigen Bouzouki. Der große Erfolg der Pandoura beruht auf ihrer Fähigkeit, mit wenigen Saiten einen großen Klangreichtum zu erzeugen. In der byzantinischen Zeit scheint sie auch in der Wissenschaft an Popularität gewonnen zu haben, da sie das geeignete Instrument zum Erlernen der byzantinischen Musik ist.

Während des Bevölkerungsaustauschs zwischen der Türkei und Griechenland, der auch die kleinasiatische Katastrophe genannt wird kam die Bouzouki nach Griechenland. Die Flüchtlinge brachten die smyrnäische Laute mit, auf der sie die Al Oud oder Ooty, wie sie sie nannten, spielten. Schon bald wurde die Oud durch die Bouzouki ersetzt, und die smyrnäische Laute beeinflusste den Rebetiko. Das Rembetiko wird oft auch als der „griechische Blues“ bezeichnet, weil die Texte ähnlich wie im Blues von den alltäglichen Sorgen und Erfahrungen der einfachen Leute handeln. In den Anfängen ihrer Entstehung wurden Rembetika nur von den in Piräus lebenden Rembetes gespielt. Später entwickelte sich daraus eine der populärsten Musikformen Griechenlands. Das Rembetiko erlebte in den 1930er bis 1950er Jahren seine Blütezeit. Ohne die Bouzouki wäre Rembetiko undenkbar.

Neben den traditionellen Musikinstrumenten wie Bouzouki, Laute, Lyra und Mandoline zählen außerdem Violinen und Gitarren zum Umfangreichen Angebot im Bouzouki Shop Polydorou. In den letzten Jahren wurde das Sortiment dem Geschmack der Zeit angepasst. So gibt es jetzt auch eine Auswahl an Akustik- und E-Gitarren, natürlich nebst Zubehör. Außerdem ist hier einer der wenigen Orte der Stadt, an dem Saiteninstrumente fachmännisch repariert werden können. Auf jeden Fall ist dieses Geschäft einen Besuch wert.
The Bouzouki Shop – Polydorou, Pandrossou 31, Athina, Griechenland; Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 19:30 Uhr, Sonntags bis 18:30 Uhr. Quellen: Wikipedia, Glücksorte in Athen, Droste Verlag, Unternehmensseiten.
Ein beeindruckendes Sortiment 👍
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Das meine ich doch auch.
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Und ich dachte immer, die in Freiheit entlassenen Sklaven der Südstaaten von Amerika hätten die erste Saite auf ein Holzbrett gezogen, um von ihrem Leid und ihrer Entrissenheit zu berichten, schließlich waren sie ja eingebunden in die reichen amerikanischen Familien und wurden teilweise auch wie Familienmitglieder behandelt. Edgar Poe hat das Leid damals vorausgesehen und ‚Befreiung der aus Afrika entführten‘ als Dilemma erkannt. Viele wurden obdachlos und saßen vor den Spelunken, um sich mit dem Betteln über Wasser zu halten. Andere spannten eine Schnur über ein Brett und gaben im Sprechgesang ihr Leid wieder: „I loved my mother, but my mother don’t love me ..“. Jepp da bleibt nur noch der Blues, aus dem unsere Rockmusik entstand ..
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Oder eben Rembetiko, also Blues auf Griechisch.
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Sollte man auf jeden Fall mal anhören .. Früher wurde an den höheren Schulen nicht nur Latein, sondern auch Griechisch und Altgriechisch gelehrt. Die lasen den Homer noch im Original ..
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