Acht Jahre Coffeenewstom

Die Acht ist in vielen Kulturen eine besondere Zahl. Die liegende Acht gilt als Symbol für die Unendlichkeit. Bei den Chinesen ist sie eine Glückszahl, sie genauso Klingt wie das Wort „voran“. Mit acht Strahlen wird im alten Ägypten der Morgenstern – das Zeichen der Göttin Ishtar – abgebildet. Die Etrusker sprachen von acht Weltzeitaltern. Acht Menschen werden in Noahs Arche gerettet und der jüdische Leuchter, die Chanukkia, hat acht Arme (und eine zusätzliche Kerze in der Mitte, den Schamasch, von dem aus die anderen Kerzen angezündet werden, eine für jeden Tag des Chanukka-Festes.

In der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters ist die Acht die Zahl des glücklichen Anfangs, der Neugeburt, des Neubeginns, der geistigen Wiedergeburt, es ist auch die Zahl der Taufe und der Auferstehung, Symbol des Neuen Bundes und Symbol des Glücks. Mit dem 8. Tage beginnt eine neue Woche, eine neue Zeit – bei den Kirchenvätern Symbol für den Tag der Auferstehung des Herrn und der Neuschöpfung in der Taufe. Das Oktogon – griechisch für Achteck – ist eine wichtige Bauform der christlichen sakralen Architektur und gilt als die vollendete Form.

Es ist viel passiert in den letzten acht Jahren. Doch diesen Blog gibt es immer noch. Blicken wir einmal acht Jahre zurück: Es war an einem Dienstag-Vormittag! Am 13. Juni 2017 setzte ich mich an meinen Computer und begann mit dem Schreiben: „Was ist ein Café? Laut Wikipedia ist ein Café halt ein gaststättenähnlicher Ort, an dem Kaffee ausgeschenkt wird. Allerdings listet Wikipedia unter Kaffeehausketten auch EasyInternetcafé auf, die ja eher ein Internetcafé sind, als ein gemütliches Kaffeehaus. Es scheint als ließe sich leichter – und vor allem bedeutend eindeutiger – erklären, was ein Café nicht ist. Für viele gibt es, zu Recht, auch entsprechende und zutreffende Bezeichnungen. So ergeben eine Verkaufstheke für Brot mit einer Kaffeemaschine und ein paar Stehtischen eben kein Café. Der richtige Begriff dafür lautet ‚Backwarenverkaufsstelle‘, ‚Bäckerei‘ oder ‚Bäckerei-Café‘ bestenfalls. Eine Metzgerei ist ja auch kein Restaurant.

Eine Handvoll Computer zum online Surfen plus eine Kaffeemaschine sind folgerichtig ein Internetcafé, ein Eisverkauf plus eine Kaffeemaschine eben ein Eiscafé, gibt es statt Eis Torten wird es sich wohl um eine Konditorei handeln und steht auf der Leuchtreklame über dem Eingang ‚Sky‘, dann sind wir in einem Sportcafé. Bistro-Restaurant-Café-Bars sind Versuche möglichst viele verschiedene Bedürfnisse möglichst vieler Kunden unter einen Hut zu bringen, was leider in den seltensten Fällen gelingt. Schachcafés, Buch- oder Lesecafés oder Wollcafés sind Sonderformen, die meist nur in zweiter Linie Cafés sind. Relativ neu im Geschäft sind zum Bespiel Postcafés. Aber auch ambitioniertere Anwärter auf Titel ‚Café‘ machen es uns oft schwer, sie als gemütliches Kaffeehaus wahrzunehmen. Das Mobiliar einer Grundschule war vielleicht vor zehn Jahren noch hipp und originell. Heute würde ich einer klassischen Kaffeehausbestuhlung den Vorzug geben.

Ein aber Café ist mehr, ist Begegnungsstätte, ist Stammcafé, ist zweites Wohnzimmer (oder sogar erstes, denn ein zweites wäre dann entbehrlich), ist Heimat, ist Lieblingsplatz, Arbeitsplatz, Lebensumfeld, ist Nahversorger und schenkt im besten Fall auch guten Kaffee aus. Von Lokalen, die sich darum bemühen so etwas zu sein, soll dieser Blog handeln. Und vom Namensgeber – dem Kaffee – vom Anbau bis zur Zubereitung. Wer Lust hat, der kann mir und meinem Blog folgen und mit mir gemeinsam die Welt des Kaffees erkunden. Oder des Cafés. Oder beides. Wie man will…“

Heute, auf den Tag genau acht Jahre später, ist das Thema noch immer kaum erschöpfend behandelt. Es gibt zu viele spannende Aspekte dieses Themas. In den vergangenen Jahren gab es Kaffeereisen, Griechische Kaffeetagebücher und andere Reiseerlebnisse und viele spannende Informationen zum Thema Kaffee. Unzählige Kaffees wurden verkostet und noch mehr Tassen Kaffee getrunken. Außerdem habe ich viele Kolleginnen und Kollegen kennenlernen dürfen. Einige von Euch begleiten mich schon die ganzen acht Jahre. Vieles von dem, was ich heute mache, habe ich mir bei Euch abgeschaut. Andere Bloggerinnen und Blogger sind erst in der letzten Zeit dazugekommen. Auch sie zeigen mir täglich Einblicke in fremde Welten, in mir bisher unbekannte Themen. Das wichtigste ist aber, dass sie mich etwas an ihrem Leben teilhaben lassen. So habe ich Freunde gefunden, von Finnland bis Südafrika und von den USA bis nach Indien.

Also gilt mein Dank allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, egal seit wann sie mir Gesellschaft leisten. Mein besonderer Dank gilt allen, die meine Beiträge regelmäßig Liken und Kommentieren. Und mein ganz besonderer Dank gilt Tchibo, namentlich Frau Karina Schneider, die mich in den Kreis der Medienschaffenden aufgenommen hat, der vom Hamburger Röster mit Warenproben vom Kaffee bis zur Maschine ausgestattet. Unvollständig wäre diese Aufzählung ohne die Erwähnung meiner Lektorin und langjährigen guten Freundin Anne Benoit.

Acht Jahre Coffeenewstom, das bedeutet 522.960 Aufrufe von 244.564 Besuchern, 83.864 Likes und 12.400 Kommentare (Stand 10.06.2025 15:00 Uhr). Acht Jahre Coffeenewstom bedeuten auch 3.394 Beiträge. Und das Beste ist: damit ist noch lange nicht Schluss! Schon morgen geht es weiter mit Beitrag 3.395. Und ich wünsche mir, dass Ihr mir auch in acht Jahren noch folgt. Also bis morgen!

Titelbild: Pixabay, Bild von Ri Butov auf Pixabay, Bild von Tanja Richter auf Pixabay, Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay.

26 Gedanken zu “Acht Jahre Coffeenewstom

  1. Ach, wenn die Backwarenverkaufsstellen nur auch Bäckereien wären. Aber zumeist kommt alles aus irgendeiner Fabrik…
    Und ja, ein Café ist noch keines, nur weil irgend eine schwarze Flüssigkeit ausgeschenkt wird. Da gehört schon ein gewisses Ambiente dazu. Möglichst noch eine Tafel mit der Aufschrift „in diesen Räumen verfasste Goethe seinen westöstlichen Diwan,“ auch wenn’s gelogen wäre.

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    1. Das ist ja dann doch noch ein Anlass hier nochmals zu kommentieren, weil mir der ‚Divan‘ sehr am Herzen liegt, besonders weil er die Liebe zwischen Goethe und Marianne von Willemer belegt, die seine Muse bis zu seinem Lebensende war. Goethe hat auch Gedichte von ihr im Divan aufgenommen. Beide lernten sich hier in der Gerbermühle am Main kennen, die noch heute besteht. Sie schrieben sich unter den Decknamen ‚Hatem‘ und ‚Suleika‘, weil Marianne verheiratet war. Nichtsdestotrotz liebte sie Goethe und ihr Briefwechsel enthielt manchen erotischen Moment.

      Das sind so Momente in der Literaturgeschichte, die mich stark berühren. Vielen Dank für die Erinnerung, auch wenn dir mein Dank nichts bedeutet .. Danke!

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      1. Stimmt, und auch deshalb schrieb ich im gemeinten Zusammenhang von der Lüge. Nicht alle Texte sind im Kaffeehaus entstanden, nicht jede Stimmung dorthin übertragbar, und auch wenn das wo anders steht klopfte der Herr Goethe nicht das Versmaß des Hexameters im Kaffeehaus auf dem Rücken der Geliebten.

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        1. PS: Die Gedichte im ‚Divan‘ sind zwar fleißig gereimt, aber ich bin Besseres von Herrn Goethe gewohnt. Die Gedichte der geliebten Susanne sind hier seinen ebenbürtig, meiner Meinung nach; jedenfalls von denen man weiß, dass sie von ihr sind. Er hat dies ja auf ihren Wunsch hin nicht kenntlich gemacht, denn der Herr Bankier, ihr Ehemann war Goetheleser und ein bisschen Eifersüchtig, zumal sie auch mit Goethe in einer Jagdhütte nächtigste, was zu Vermutungen führte und man kennt ja Goethe, der nichts anbrennen ließ, aber Gefühle waren wohl bei beiden vorhanden. Mechanischer Sex war nicht die Sache von Goethe. Er hat zwar Charakterschwächen, aber die Stärken überwiegen. Ich mag den Drecksack (Verzeih, aber in Offenbach gilt ‚Drecksack‘ als Liebesbekundung).

          Gehabt Euch wohl Mylady ..

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  2. Herzlichen Glückwunsch zum Blog Geburtstag, Tom. 🎂
    Die Zeit rast dahin und man kann nur staunend hinterher blicken.
    Gehst du heute, zur Feier des Tages, in ein besonderes Café?

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  3. 8 Jahre! Wahnsinn! Danke für deine tollen Geschichten, deine Reisen, zu denen du uns mitnimmst und dein Kaffee-Wissen. Dein Blog ist eine wahre Bereicherung. 🤩 Auf weitere 8(0) Jahre! Hoch die (Kaffee-)Tassen!

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  4. Herzlichen Glückwunsch zum achtjährigen Jubiläum! Spannend, wie viel Symbolik in dieser Zahl steckt und schön zu sehen, dass dein Blog all die Jahre lebendig geblieben ist.

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  5. Respekt! Ich habe es nachgerechnet: in acht Jahren musst du jeden Tag mindestens einmal und an manchen sogar mehrmals gepostet haben. Sehr lobenswert! Dass dein Blog so erfolgreich ist, liegt an deinen gut recherchierten und geschriebenen Beiträgen aber auch daran, dass du ein sehr interessantes Nischenthema gewählt hast. Ich liebe Kaffee und besonders deine Cafétipps. Weiter so!

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