Noch muss ich mir meinen Kaffee verdienen. Und zwar mit einem Spaziergang durch die Altstadt von Burghausen, denn die ist auch abseits der weltlängsten Burg sehenswert. Seinen Reichtum erwarb die einstige Zollstation mit dem florierenden Salzhandel. Das führte zu reichen und selbstbewussten Händlern und Bürgern. Und wo der Handel blüht, da floriert auch das Handwerk.

Die Altstadt gliedert sich in zwei Bereiche: zum einen der Stadtplatz mit dem Rathaus und einigen anderen repräsentativen Gebäuden, zum Beispiel das Stadthaus und das Ständehaus. Hier finden sich auch die gehobenen Gasthäuser und Hotels sowie die hochpreisigen Geschäfte. Hier befand sich schon im Mittelalter der Markt der Stadt.

Zum anderen „In den Grüben“, der verwinkelte Südteil der Altstadt. Die Grüben wurden 1333 als Grueb urkundlich erwähnt. Von 1896 bis 1938 hieß sie Herzog-Georg-Straße, bevor wieder die historische Bezeichnung eingeführt wurde. Bei den Gebäuden handelt es sich fast ausschließlich um Handwerkerhäuser aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Sie war regelmäßig von Hochwassern der Salzach überflutet, bis im Zuge der Altstadtsanierung in den Jahren 1969/70 eine Ufermauer errichtet wurde.

Hier verläuft auch die „Street of Fame“, hier in Burghausen heutigen und einstigen Jazzgrößen gewidmet. Im gesamten Verlauf der Grüben befinden sich in den Boden eingelassene Gussplatten, welche Namen, Unterschriften und Lebensdaten ausgewählter Musiker tragen, die bei der seit 1970 stattfindenden Internationalen Jazzwoche Burghausen zu Gast waren – Burghausen und Jazz, das gehört seit nun 35 Jahren zusammen.

Als Resultat des Bayerischen Erbfolgekriegs von 1778/79 und dem anschließenden Frieden von Teschen wurden Österreich von Passau im Norden bis Salzburg im Süden alle Gebiete östlich der Salzach und des Inns zugesprochen. Die Salzach wurde damit zum Grenzfluss zwischen dem Kurfürstentum Bayern und Österreich ob der Enns. Mit dem Verlust des Innviertels wurde Burghausen zur Grenzstadt und verlor damit auch sein östliches wirtschaftliches Hinterland.

Ab 1807 gehörte jedoch das Innviertel für neun Jahre wieder zu Bayern. 1808 wurde Burghausen dann kurzzeitig doch wieder somit Hauptstadt des neugeschaffenen Salzachkreises, bis der Sitz der Regierung 1810 nach Salzburg verlegt wurde. Danach setzte sich der Bedeutungsverlust von Burghausen fort. Heute hat Burghausen zusammen mit der Neustadt knapp 20.000 Einwohner, hat aber den Flair einer Grenzstadt nie verloren. Ja, nur wenige Schritte über eine schmale Brücke und man befindet sich in Österreich – ich werde darauf zurückkommen.

So, nun habe ich mir aber genügend die Beine vertreten. Und kalt ist mir auch. Altstadtcafé klingt da verlockend. Doch davon erzähle ich Euch morgen.
Quelle: Wikipedia.
Ein interessantes Örtchen, welches ich mir merken muss.
Dankeschön fürs Vorstellen Tom.
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Sehr gerne. Morgen gibt’s Kaffee!
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Warst du auch drüben in Österreich?
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Psst! Nicht verraten! Davon erzähle ich am Montag!
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😉
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Das ist wieder sehr interessant, lieber Tom. In der Altstadt bin ich noch gar nicht gewesen, nur in der Burg. Wird höchste Zeit, einen Burghausener Altstadtbesuch nachzuholen. 😉
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Unbedingt!
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Vom 11. bis 13. Juli ist heuer übrigens wieder das Burghausener Burgfest – sehr sehenswert!
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Guter Einwand!
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Ist sehr sehenswert, mit einem großen Mittelaltermarkt, einer Parade in historischen Kostümen von der Altstadt hoch zur Burg, viel Musik und Tanz, herrliche Kostüme und köstliche Speisen. 😉
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Danke für den Tipp!
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Nicht erschrecken. Ich beiße nicht. Wollt nur mal fragen, ob ich das richtig verstanden habe, dass du in Burghausen lebst? Weil das wäre ja ein Traum an diesem historischen Ort mit dieser mittelalterlichen Architektur. Wenn ich das meinem alten Prof erzähle, der Unterricht in Mittelhochdeutsch gibt, wird er vor Neid zur Salzsäule erstarren. Und ich bin schon halb Salzsäule, halb Mensch, wenn ich dran denke, dass da Menschen leben und ihr Tagwerk verrichten. Alles Gute für dich weiterhin und viel Gesundheit 🙂
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Nein, ich wohne nicht in Burghausen. Bin da nur mit meinem Deutschland-Ticket hingefahren.
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Nein, ich lebe nicht in Burghausen, sondern in München. Aber Burghausen ist ja nicht allzu weit entfernt. 😉 Und grade zum Burgfest oder zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in der Burg fahre ich gerne dorthin.
Danke! Dir auch alles Gute!
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Pahhh, München ist doch auch super. Da kannst du dich glücklich schätzen bei den Mietpreisen. Vielleicht hast du ja auch eine eigene Immobilie. Übrigens hab ich schon manchmal von dir Kommentare gelesen. Alles sehr wohlwollend. Du bist eine wirklich liebenswürdige Frau. Am Ende schreibst du auch selbst Texte. Muss ich gleich mal schauen, meine Liebe ❤
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Ich wohne zum Glück schon seit 35 Jahren in meiner Bude und habe deshalb eine noch bezahlbare Miete. 😉
Ja, ich schreibe und fotografiere auch selbst.
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Schön! Du beschreibst deine schönen Erlebnisse und aber kritisierst auch die unschönen Dinge. Leider konnt ich keine Spuren bei dir hinterlassen, aber wenn das so von dir gewollt ist, respektiere ich dies. Ich hab jedenfalls eine wundervolle Frau kennen gelernt und das rettet mir das Wochenende. Danke Martha ❤
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Vielen Dank für dein wundervolles Kompliment. 🙂
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Hab einen schönen Sonntag.
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Das ist ja raffiniert angelegt und sportlich bist du zudem. Ich hätt mir nicht zugetraut, zu den Störchen mit Steigeisen hochzuklettern .. Auch dir einen sonnig-erholsamen Sonntag.
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Nein, ich bin ganz sicher nicht den Schornstein zum Storchennest hochgeklettert. Am Nestrand ist eine Kamera installiert, die 24/7 Life
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Aufnahmen vom Leben der Störche auf einem YouTube Kanal überträgt.
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*Zwinker*
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Klaus Doldinger ist sogar mir Jazzmuffel ein Begriff. Übrigens war er es, der den Titelsong zum Tatort kreierte, der jedem Tatort-Fan seit spätestens Schimanski ein Begriff ist. Dein Kaffee hast du dir wohlverdient. Ich sitz zu Hause und mach einen Ausflug nach Burghausen. Wo gibts das denn sonst 🙂
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