„Wir wählen die Freiheit!“

Warum Bloggen wir? Die Gründe können unterschiedlicher nicht sein. Über nahezu jedes Thema gibt es mindestens einen Blog. Von Gartenbau bis Reiseerlebnisse, von Fotographie bis Lyrik, von Tagebuch bis Kochrezepten, es gibt nichts, was es nicht gibt. Dabei hat die Blogosphäre mehrere gravierende Vorteile. Es gibt kaum Grenzen, keine Zensur und vor allem verläuft sie linear. Das bedeutet: kein Logarithmus bestimmt was wir sehen und was uns verborgen bleibt. Wir bestimmen selbst wem wir folgen und was wir lesen. Demokratischer geht es nicht.

Auch beim Bloggen haben wir größtmögliche Freiheiten. Wir können täglich etwas veröffentlichen, stündlich oder einmal im Jahr. Wir können ohne Konsequenzen befürchten zu müssen wieder damit aufhören oder eine Pause machen. So begegnen wir in der Blogosphäre Vielbloggern und anderen, die nur gelegentlich etwas veröffentlichen. Manche verschwinden wieder aus unserem Sichtfeld, dafür tauchen neue auf mit neuen Ideen und Geschichten. Mal humorvoll, mal ernst, mal professionell, mal aus der Lameng. Manche Beiträge sind auch politisch.

Meine Blogger-Kollegin Anuschka von „Anuschkas Northern Star“ postete am 25. Januar ein Zitat aus dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels von Uwe Kalkowski, der wiederum als „Der Kaffeehaussitzer“ bloggt. „Eigentlich sind klassische Blogs das Medium der Stunde, denn sie gehören uns Bloggern und können nicht von Milliardären nach deren Gusto umgebaut werden“. Wenn man sieht, was gerade in den USA unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit passiert, dann bekommt diese Freiheit einen ganz besonderen Stellenwert. Auf X waren zeitweise oder sind Beiträge mit dem Hashtag #Biden, #Harris, #Democrat, #Democrats, #VoteBlue oder #DNC, die Abkürzung „Democratic National Committee“, gesperrt. „Wir haben diese Suchergebnisse verborgen. Ergebnisse zu dem Begriff, nach dem Sie gesucht haben, enthalten womöglich sensible Inhalte.“ Überflüssig zu sagen, dass #Trump reibungslos funktioniert. Bei den Diensten von Meta sieht es nicht viel besser aus.

Auch, wenn wir noch keine amerikanischen Verhältnisse haben, am 29. Januar 2025 und am folgenden Freitag trat auch bei uns eine Zeitenwende ein. Friedrich Merz versuchte mit den Stimmen von FDP, BSW und AfD seine Ziele durchzusetzen. Die viel beschworene Brandmauer ist damit eingerissen. Noch dazu war der Entschließungsantrag vom Mittwoch in weiten Teilen verfassungswidrig und brach mit europäischem und internationalen Recht. Selbst dann, wenn er nie umgesetzt werde wird, ist das höchst bedenklich.

Gut, dass die Zivilgesellschaft funktioniert. Zahlreiche Proteste belegen, dass das Volk seine Demokratie nicht kampflos aufgeben wird. Bloggen ist Teil unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Konrad Adenauer sagte in seiner Regierungserklärung vor dem deutschen Bundestag in Bonn vom 3. Dezember 1952 zur Unterzeichnung der Pariser Verträge: „Es ist die Schicksalsfrage Deutschlands. Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit!“

Am Sonntag. den 23. Februar 2025 stehen wir vor einer ähnliche Schicksalsfrage. Wen Ihr wählen sollt, das kann und will ich Euch nicht sagen. Eine demokratische Partei sollte es aber schon sein – AfD und BSW zähle ich nicht dazu. Natürlich ist es schwer unter dem vorhandenen Politpersonal das Richtige auszuwählen. Leicht machen sie es einem zur Zeit ja gerade nicht. Wer eine Hilfestellung braucht, der sei an den Wahl-O-Mat oder ein der zur Verfügung stehenden Alternativen verwiesen. Aber nur, weil es schwierig ist, darf man seine Stimme nicht verfallen lassen, gerade in Zeiten wie diesen.

Deshalb meine Bitte an Euch: geht zur Wahl! Und egal für welche Partei Ihr Euch auch entscheidet: wählt mit mir die Freiheit! Wer nicht wählt, der muss nehmen was kommt. Wir aber wählen die Freiheit!

Quellen: Wikipedia, Anuschkas Northern Star, Der Kaffeehaussitzer, Börsenblatt des deutschen Buchhandels, t3n.de, Wikiquote, Wirtschaftswoche. Bildrechte: Titelbild von Public Co auf Pixabay, Bild von Ary setyobudi auf Pixabay, Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.

15 Gedanken zu “„Wir wählen die Freiheit!“

  1. Keine Sorge. Da geh ich hin. Selbst wenn ich Fieber haben sollte (ich kränkle gerade ein wenig, vielleicht hätte ich doch Briefwahl wählen sollen). Und, keine Sorge, ich wähle keine Freiheitlichen, wähle nicht gegen die Demokratie, wähle keinesfalls die Feinde der Freiheit, die diese groß auf ihren Fahnen tragen wie sie überhaupt ihren Orwell gelesen haben und Neusprech verwenden, Gut, Gutmensch ist ein Schimpfwort, Bös folglich gut.

    Das mit dem Bloggen – schön. Aber wer betreibt diese Blogs? Wer hat im Notfall (d.i. die Verteidigung der eben genannten falschen Freiheit, die Freiheit der Reichen und Superreichen) die Möglichkeit, eben doch ein paar Hürden einzubauen oder das Ding ganz zu sperren? – Tja. Irgendwann sitzen wir in einer Höhle zusammen und malen oder meißeln unsere Botschaften an oder in die Wand…

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