Ireo oder Ireon, da sind sich nicht einmal die Einheimischen sicher, liegt im Süden der Insel Samos und ist ein ehemaliges Fischerdorf. Hier mündet der berühmte und schon in der griechischen Mythologie erwähnte Fluss Imbrassos in das Ägäische Meer. An den Ufern des Flusses Imbrassos, an der südlichen Seite der Insel in der Gegend von Ireon, wurde die Göttin Hera geboren und lebte dort mit Gott Zeus zusammen. Etwa dort wurde auch der Hera-Tempel errichtet, der einst größte Tempel in Griechenland. Hera gilt als Schutzgöttin der Insel Samos. Der Name des Ortes wird in Verbindung gebracht mit dem Hera-Heiligtum – dem Heraion. Ireon liegt am Rand einer der fruchtbarsten Ebenen der Insel überhaupt.

Nur wenige Schritte vom Hotel liegt die Platia, der Dorfplatz von Ireo. Hier steht der einzige EC-Automat des Ortes, hier hängt der Busfahrplan, hier steht der Briefkasten, hier ist der Supermarkt, hier halten die Taxis. Und hier ist das Café Seventy. Hier habe ich 2022 schon meinen ersten Kaffee im Urlaub getrunken. Das soll sich 2024 wiederholen.

Ins Landesinnere hinein ist Ireon wie ein Schachbrett angelegt. Die schmalen Straßen sehen einander so ähnlich, dass man sich gerne einmal verläuft, zumindest am Anfang des Aufenthalts und wenn, dann nie für lange, denn der Ort ist ja nicht besonders groß. Dabei sind nicht alle Spielfelder bebaut. Zwischen den Häusern klaffen immer wieder Lücken, die in Richtung Ortsrand zunehmen. Entlang der drei Hauptstraßen, zwei am Meer entlang parallel jeweils als Einbahnstraßen und eine dritte, die vom Hauptplatz in Richtung Inselmitte führt, ist die Konzentration an Tavernen und Geschäften am größten.

Allerdings nützt uns das gerade nicht viel. So früh im Jahreslauf sind viele Tavernen und Geschäfte noch geschlossen oder sind gerade im Begriff sich für den Saisonstart in Stellung zu bringen. Eigentlich beginnt die Saison ja spätestens zum ersten Mai, also heute! Allerdings liegt Ostern dieses Jahr sehr spät, weshalb man den Start einfach auf nach den Osterfeiertagen verlegt hat. Zu allem Überfluss hat man den Tag der Arbeit vom ersten Mai, weil da ja schon Feiertag ist, auf die nächste Woche verlegt.

So gibt es im Seventy zwar Getränke, ein Frühstück bekommen wir hier aber nicht. Das trübt die Stimmung aber nicht. Wir suchen uns einen Platz an der Sonne, dort, wo die Wellen des Meeres sanft an die Hafenmauer schlagen. Es weht ein sanfter Wind, der mir die Gerüche des Meeres zuträgt wie eine Verheißung. Da ist er schon, mein erster griechischer Kaffee auf Samos. Komme was wolle, der Urlaub hat begonnen.

Das Frühstück lassen wir ausfallen, obwohl wir hungrig sind. Das bringt uns auf die Idee in einer der Tavernen direkt am Meer, die heute schon geöffnet hat, gleich mit einem Mittagssnack weiterzumachen. Unsere Wahl fällt auf die Taverne „Nero & Alati“, ein offensichtlich für Fisch bekanntes Restaurant. Das erkennt man auch daran, dass die ersten Oktopoden fangfrisch in der Sonne dörren und darauf warten zum Abendessen gegrillt und dann verspeist zu werden.

Wir begnügen uns mit einer Portion Chorta, ein griechischer, warmer Wildgemüse-Salat. Dazu gönnen wir uns einen griechischen Bauernsalat. Und schließlich teilen wir uns einen Teller Kolokithokeftedes – Griechische Zucchinipuffer. Ein schöner Lunch am Meer, der uns optimal auf unseren gemeinsamen Urlaub einstimmt.

Mit Blick aufs Meer, die salzige Seeluft in der Nase, die warme Sonne auf der Haut – was für ein Unterschied zum kalten und verregneten Hamburg. Mit vollem Magen lässt es sich auch besser Pläne schmieden. Deshalb schauen wir auf den von Kostas vorbereiteten Reiseplan. Da stehen heute noch das Heraion und ein Besuch in Pythagorio auf dem Programm. Aber in aller Ruhe. Schließlich geht unser gemeinsamer Urlaub gerade erst los.

Seventy Café-Bar, Ireo, Samos, Griechenland; Öffnungszeiten: täglich 09:00 – 03:00 Uhr.

Nero & Alati, Ireo, Samos, Griechenland; Öffnungszeiten leider unbekannt.
Quelle: insel-samos-net.