Kretisches Kaffeetagebuch: das Knossosland des Arthur Evans I – König Minos

Alles begann im Goldenen Zeitalter. Nahrung war üppig vorhanden, die Menschen lebten glücklich und zufrieden. Es gab keine Kriege. Mauern oder Festungen zu bauen war daher unnötig. Wie Ovid es in seinen Metamorphosen beschreibt: „Ewiger Frühling herrschte und sanfte Zephyre liebkosten mit milden Lüften die Blumen, die ohne Samen erschaffen worden waren; bald trug auch der ungepflügte Boden Früchte, der nicht gepflügte Acker war weiß von vollen Ähren; bald strömten Flüsse von Milch, bald von Nektar, und von der grünenden Steineiche troff goldgelber Honig.“

Die ältesten Siedlungsfunde in Knossos reichen bis 8.500 Jahre zurück. Einwanderer, vermutlich aus Kleinasien, besiedelten die Insel und brachten dabei ihre Kultur und Nutztiere mit. Dabei entstanden die ersten Königreiche auf Kreta mit Palästen und Zentren wie Phaistos, Malia, Kato Zakros und eben Knossos. Der Palast von Knossos wurde zwischen 2100 und 1800 v. Chr. am Ort der neolithischen Besiedlung errichtet. Knossos war besonders groß, reich und prächtig.

Der Sage nach herrschte hier König Minos, der erstgeborene Sohn des Zeus und der Europa. Zeus in Gestalt eines Stiers hatte die phönizische Prinzessin entführt und auf seinem Rücken nach Kreta getragen. Bei Matala sollen sie gelandet sein. Dort wurden die drei Söhne Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Im Kampf um die Königswürde rief Minos den Meeresgott Poseidon um Beistand an und versprach, was immer aus dem Meer erschiene, dem Gott zu opfern. Poseidon schickte ihm einen prächtigen Stier, so dass damit der Streit entschieden war und Minos König von Kreta wurde.

Der Stier gefiel ihm allerdings so gut, dass er ihn nun nicht opfern wollte, sondern ein anderes Rind darbringen ließ. Poseidon erkannte den Betrug und schlug zur Strafe Minos’ Gemahlin Pasiphaë mit dem Verlangen, sich mit dem Stier zu vereinen. Aus dieser unseligen Verbindung stammt der Minotaurus, ein Geschöpf halb Mensch, halb Stier. Alle neun Jahre mussten die in einem Wettkampf unterlegenen Athener sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta senden, wo sie dem Minotauros geopfert wurden.

Das Monster hauste in einem eigens für ihn gebauten Labyrinth, das der Baumeister Daidalos im Auftrag des Königs geschaffen hatte, bis Theseus, Sohn des Athenischen Königs Aigeus, ihn mit Hilfe der Ariadne, Tochter des Minos, erschlug. Der erzürnte König sperrte Daidalos mit dessen Sohn Ikaros ins Labyrinth, doch die beiden entfleuchten durch die Luft mit selbstgebastelten Flügeln aus Wachs. Ikaros kam der Sonne zu Nahe und stürzte ins Meer, doch Daidalos schaffte es bis nach Sizilien. Dort gewährte ihm der dortige König Kokalos Schutz. Als Minos Daidalos verfolgte, fand er auf Sizilien den Tod.

Morgen erzähle ich mehr über die wechselvolle Geschichte von Knossos und seine Bedeutung.

Quellen: Wikipedia, Kurt Roeske „Kreta“, lateinion.de.

2 Gedanken zu “Kretisches Kaffeetagebuch: das Knossosland des Arthur Evans I – König Minos

  1. Spannende Geschichte und immer wieder unglaublich, dass die bekannten Sagen dort ihren Ursprung hatten. Die Farben der Säulen und das Bild dahinter sind sehr schön. Ist natürlich eine Streitfrage, wie weit man beim Restaurieren gehen darf…

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