9-Euro-Ticket-Tours: Burg Trausnitz

Schon von weitem ist sie sichtbar, die Burg Trausnitz, wie sie über Landshut wacht. Die Sporn- beziehungsweise Höhenburg bringt es immerhin auf eine Höhe von 500 Metern (ü. NN), am höchsten Punkt, dem Sporn eines Steilhanges, der Hofberg genannt wird. Ausgrabungen während der 2000er Jahre legen nahe, dass hier schon in der Urgeschichte eine Befestigung existierte, vermutlich während der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur. Funde von Keramikscherben aus dem 9./10. Jahrhundert datieren die Entstehung einer neueren, zweiten Burganlage in die Zeit des Frühmittelalters. Wahrscheinlich bestanden diese Anlagen aus Holz, es ist jedoch nicht auszuschließen, dass bereits eine steinerne Befestigungsmauer vorhanden war.

Ein Teil der heutigen Burganlage wurde bereits vor der Stadtgründung Landshuts erbaut und etwa um das Jahr 1150 als Landeshuata erwähnt. Hierbei handelt es sich insbesondere um einen hölzernen Wachturm aus dem 12. Jahrhundert, der später der Namensgebung der neu gegründeten Stadt diente. Die heutige Burg stammt in ihren ältesten Teilen aus dem Jahr 1204, als Herzog Ludwig der Kelheimer die Stadt Landshut gründete.

Das genaue Jahr der Gründung der Burg ist aufgrund der Annalen des Abtes Hermann von Niederaltaich bekannt, in denen es auf Lateinisch heißt: „Lvdwicus dux Bawariae castrum et oppidum in Lantshvt construere cepit“ (Ludwig, der Herzog Bayerns, begann, eine Burg und eine Ortschaft in Landshut zu bauen). Ludwig verlegte seinen Hauptsitz nach Landshut, nachdem Ende des 12. Jahrhunderts seine Burg Wartenberg abgebrannt war.

Ihre Blütezeit erlebte die Festung als bayerischer Herzogshof. Im 15. Jahrhundert ließen die sogenannten reichen Herzöge von Bayern-Landshut, Ludwig IX. und Georg der Reiche, die Burg erweitern. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg Landeshuata dann in Burg Trausnitz (Traus nitz = Trau dich nicht) umbenannt und war bis 1503 fast durchgehend Herzogssitz der bayerischen Wittelsbacher. Ab 1516 ließ Herzog Ludwig X. Burg Trausnitz in einen Renaissancepalast umbauen. 

Am Südwestrand des Berges befindet sich die Hauptburg. Der Hof wird vom so genannten Pfaffenstöckl und dem Doppelturmtor, der später baulich verändert wurde, dem Schlosspflegerhaus, dem Bergfried, der Wittelsbacher Turm genannt wird, dem Fürstenbau, dem ehemaligen Palas, dem italienischen Anbau, der Kapelle, dem Dürnitzbau, dem Söller und Damenstock umgrenzt. Im Süden und Südwesten erstreckt sich ein Zwinger mit Türmen. Die Vorburg mit dem Hofstallgebäude und dem Kellereigebäude ist im Osten vorgelagert. Im Südosten der Vorburg ist ein Torzwinger, der früher vier Burgtore aufwies.

Die mittelalterlichen Befestigungen sind größtenteils erhalten geblieben. Der älteste Bestand der Hauptburg aus der Zeit von 1204 bis um 1230/40 ist im Stil der so genannten Zisterziensergotik errichtet. Der Baubestand dieser Epoche umfasst die Ringmauer, den Bergfried, den Palas, die spätromanische Georgskapelle. Ab 1575 wurde die Trausnitz unter Prinz Wilhelm zu einem Burgschloss im Stil der italienischen Renaissance umgebaut und die Fassaden der Galeriegeschosse des Innenhofs mit weitgespannten Arkaden versehen.

An der Westseite des Fürstenbaues wurde ein rechteckiger Anbau, der sogenannte Italienische Anbau errichtet, der eine Treppe und in jedem Geschoss ein Kabinett mit einem kassettierten und ausgemalten Gewölbe im Stil der italienischen Renaissance aufnimmt. Die Treppenwände des schneckenförmig verlaufenden Treppenschachts hat Alessandro Scalzi, genannt Paduano nach Entwürfen von Friedrich Sustris etwa zwischen 1575 und 1579 in Freskotechnik bemalt und mit lebensgroßen Figuren aus der Commedia dell’arte geschmückt. Sie wird nach den komödiantischen Darstellungen auch als Narrentreppe bezeichnet. Leider ist es untersagt die Fresken zu fotografieren, weshalb ich mir mit einem Bild aus Wikipedia behelfe.

Ein Besuch der inneren Burgräume lohnt auf jeden Fall. Beeindruckend die Feinheit der dort ausgestellten Gobelins. Ende 2011 wurde ein Raum der Wohnung Ludwigs II. teilweise wieder mit originalen Möbeln, die bis dahin im Depot in Herrenchiemsee verwahrt worden waren, ausgestattet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach so viel Geschichte und Kultur dürstet es mich nach Kaffee. Wie wäre es mit einem Besuch der Burgschänke?

Quelle: Wikipedia. Bildrechte: Coffeenewstom, Bild von der Narrentreppe: Spitzlberger Josef/Wikipedia mit GNU Free Documentation License.

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