9-Euro-Ticket-Tours: Kurcafé Hotel Schlosskrone

Schon auf dem Weg vom Bahnhof in die Altstadt ist es mir aufgefallen: das Kurcafé im Hotel Schlosskrone, ein Haus mit einer bewegten, über 100-jährigen Geschichte (Quelle: Unternehmensseiten). Und die begann bereits im Juli 1896, als Jochen und Julie Schöll in einem Haus am Schrannenplatz in Füssen eine kleine, gut gehende Konditorei mit Café und Café-Garten eröffneten. Der Ruf des Hauses, in dem das heutige Kurcafé seine Wurzeln hat, reichte bis nach Hohenschwangau und damit zum bayerischen Hof. Dessen Vertreter, in Gestalt des Prinzregenten Luitpold, steht direkt vor dem Gebäude im Kreisel des Prinzregentenplatzes.

In den goldenen 20igern fand der Umzug in das Anwesen an der Bahnhofstraße statt. Nach dem 2. Weltkrieg, in den 50igern und 60igern, war das Kurcafé der Mittelpunkt des Füssener Nachtlebens mit Tanz bis in die frühen Morgenstunden. 1967 bis 1975 wurde der Betrieb renoviert und erweitert. 1990 wurden Konditorei und Kurcafé durch Konditormeister Norbert Schöll übernommen, der die Familientradition zusammen mit seiner Frau Birgit Schöll bis heute fortführt.

Heute besteht der Betrieb aus einer Konditorei, einem Café mit Restaurantbereich und einem Hotel, in dem alles absteigt, was Rang und Namen hat. Davon kündet eine Galerie von Autogrammkarten von Chris de Burgh bis Konstatin Wecker. Das Kurcafé ist auf liebevolle Art aus der Zeit gefallen, wobei die Einrichtung, trotz der nostalgischen Anmutung, immer noch neuwertig wirkt.

Der Gastro-Bereich teilt sich auf in das Restaurant Chili mit Bar und Vinoteca, das bayerische Restaurant Himmelsstube und dem Café im Wintergarten. Heute kann ich zwischen drei Varianten wählen: ich kann mich unter die schützenden Äste eines großen Baumes ins Straßencafé auf der Terrasse setzen, ich kann mich für einen Platz weiter hinten im Café entscheiden, oder mir – halb drinnen, halb draußen – einen Tisch im Wintergarten nahe der geöffneten Türen aussuchen. Ich mache letzteres.

In der Konditorei habe ich mir vorher ein leckeres Stück Kuchen ausgesucht, einen Kirschkuchen mit Bienenstichtopping, den mir der Kellner alsbald serviert. Dazu entscheide ich mich für einen Cappuccino, der mir ebenso zügig gereicht wird. Von meinem Platz aus habe ich einen schönen Blick ins Café, aber auch auf die am Haus vorbeieilenden Menschen. Besser noch: ich kann die Gäste auf der Terrasse beim Beobachten beobachten – sehr aufschlussreich.

Für mich und meine erste 9-Euro-Ticket-Tour ein schöner Abschluss. Nur fünf Minuten werde ich vom Kurcafé zum Bahnhof brauchen und weitere zwei Stunden mit der Regionalbahn zurück nach München. Ein gelungener Ausflug – und bestimmt nicht mein letzter nach Füssen, habe ich doch bei meiner kleinen Tour noch zahlreiche weitere lohnende Ziele entdeckt, doch davon in Kürze mehr. Ich muss da ja erst noch hin…

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