Warnung vor Staubsaugerbeuteln oder Filtertüten als Atemmasken!

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt in der Corona-Krise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Doch die begehrten Bedeckungen sind vielerorts restlos vergriffen. Die Menschen wurden bereits erfinderisch und bastelten sich kurzerhand selbst welche. Unter anderem kamen dafür auch kuriose Dinge zum Einsatz, etwa Staubsaugerbeutel oder Kaffeefilter!

Richtig ist, dass die Melitta Group inzwischen Atemmasken in Filtertütenform herstellt. Falsch ist es daraus zu schließen, dass sich Filtertüten grundsätzlich als Atemmasken eignen. Für diese Atemmasken stellt die Wolf PVG, ein Tochterunternehmen der Melitta Group, bereits spezielle Vliese her, die als ein Rohmaterial für die weitere Produktion von Schutzmasken verwendet werden. Die Vliese werden dann in die Masken eingepasst. Das Ergebnis ist eine Atemmaske in Form unserer Filtertüten mit sehr guten Filtrations-, Atem- und Trageeigenschaften. Sie besteht aus einem dreilagigen Vlies, welches eine Meltblownlage enthält, die bereits den OP-Masken Standard gemäß EN14683 mit einer Bakterien Filtrations-Effizienz (BFE) > 98% erfüllt. Befestigt werden diese Masken im ersten Schritt mit einem Clip oder Gummibändern.

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Nur eine handelsübliche Filtertüte erfüllt diese Spezifikationen nicht! Das Unternehmen warnt auf seiner Webseite: „Entgegen der vermehrten Tipps im Internet, können wir als Melitta Group nicht empfehlen, Melitta Filtertüten als Mund- und Nasenschutz zu verwenden. Melitta Filtertüten verfügen über feine Poren, die Partikel bis zu einer gewissen Größe filtern. Coronaviren sind mit einer Größe von 0.12 – 0.16 µm um ein Vielfaches kleiner und werden somit nicht vollständig gefiltert. Der gewünschte Schutz ist also nicht gegeben.

Außerdem möchten wir zu bedenken geben, dass die Passform von selbstgebastelten Schutzmasken nicht zwangsläufig so ideal ist wie bei gekauften Masken. Und bei einer schlechten Passform ist der optimale Schutz von Mund und Nase nicht gewährleistet.  Darüber hinaus fühlen sich Menschen mit den selbstgebastelten Masken möglicherweise sicherer und gehen leichtfertiger mit den weiteren wichtigen Hygieneempfehlungen, wie Abstandhalten, Händewaschen etc. um. Bei einer schlecht sitzenden Maske könnte somit das Risiko steigen, dass sich Menschen häufiger ins Gesicht fassen und sich auf diesem Wege infizieren.“

Für den selbst gemachten Mund-Nasen-Schutz müssen bisweilen auch Staubsaugerbeutel herhalten. Aber diese Art Maske birgt Risiken. So weist das Unternehmen dm derzeit seine Kunden darauf hin, dass Staubsaugerbeutel für das Herstellen einer eigenen Schutzmaske nicht geeignet sind, wie Berliner Morgenpost berichtete. Denn sie können gesundheitsgefährdend sein. Das liegt vor allem daran, dass Staubsaugerbeutel aus Hygienegründen Polymerpulver mit antibakterieller Wirkung enthalten können. Es kommt zur Freisetzung dieses gesundheitsschädlichen Stoffes, wenn der Beutel zerschnitten wird.

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Kommt dieses Pulver schließlich beim Tragen des Mundschutzes dann in die Atemwege, kann es zu gesundheitlichen Folgen der Lunge und der Verdauungsorgane kommen. Auch würde es keine wissenschaftliche Belege dafür geben, dass sich aus diesem Material ein partikelfilternder Mund-Nasen-Schutz (MSN) herstellen lässt, der den Virus Sars-CoV-2, welcher zur Erkrankung Covid-19 führen kann, abhält – wie etwa eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP.

Unbedenklich hingegen ist es handgenähte Masken zu nutzen, aber auch hier ist unbedingt auf die Passform zu achten. Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung kann ein zusätzlicher Baustein sein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 in der Bevölkerung zu reduzieren – allerdings nur, wenn weiterhin Abstand (mind. 1,5 Meter) von anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden.

 

Bildrechte: ro18ger/pixelio.de, Melitta Group, Simone Hainz/pixelio.de; Quellen: Melitta Group, Bild der Frau, Berliner Morgenpost, dm.

 

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