Budapest Keleti pályaudvar – der Ostbahnhof der ungarischen Hauptstadt – ist der wichtigste. Denn hier fahren die internationalen Fernzüge ein, wie die Railjet-Verbindungen aus München, Zürich oder Wien. Errichtet im Neorenaissancestil und 1884 eröffnet galt er lange Zeit als einer der modernsten Bahnhöfe Mitteleuropas. 1998/99 wurde der Bahnhof restauriert und ans Metro-Netz angeschlossen.

Etwa um diese Zeit wurde das Bahnhofscafé und -Restaurant Baross Ètterem „in seinen ursprünglichen Zustand versetzt“, wie es auf der Webseite des Betreibers heißt. Nach der Versetzung in den ursprünglichen Zustand wirkt es wie ein liebevoll antiquiertes und etwas heruntergekommenes Relikt aus den vergangenen Zeiten des seligen János Kádár, des kommunistischen Politikers, der mit vollem Namen János József Csermanek hieß und ursprünglich aus Kroatien stammte. Der hatte seine letzte Ruhestätte übrigens direkt neben dem Bahnhof auf dem Kerepesi temető, dem Kerepescher Friedhof, bevor der Leichnam 2007 entwendet wurde.

Doch Kádárs Geist und der des längst vergangenen Gulaschkommunismus wehen immer noch durch die Räume des Baross Ètterem. Sogar der alte Herr Oberkellner passt wunderbar dazu – strahlt er doch immer noch das Flair dieser Zeit mit seiner proletarischen Würde aus. Und so wird das Warten auf den Zug zu einer kleinen Zeitreise in die längst untergegangene Welt sozialistischer und kommunistischer Staaten, auch, wenn es längst Coca Cola auf der Getränkekarte gibt. Trotzdem: ein Fehler ist ein Besuch im – nennen wir es einmal liebevoll nostalgischen – Baross Ètterem keinesfalls.
Baross Ètterem, Baross tér 11, Budapest, Ungarn, Öffnungszeiten: täglich 8:00 – 20:00 Uhr.
Quellen: Wikipedia, Unternehmensseite, Google, mit besonderem Dank an Fritz Kacena für die Inspiration.