Mit dem Beginn der Industrialisierung wurde der Kaffee zu einem Getränk für die ganze Bevölkerung. Bei den ärmeren Schichten köchelte den ganzen Tag eine Kaffeesuppe auf dem Herd, in die Brot eingetunkt wurde, um den Hunger zu stillen und um sich wachzuhalten.
Die Großrösterei der GEG erzielte 1905 einen Umsatz von 1,4 Millionen Mark, bis 1912 steigerte sich der Umsatz 4,5 Millionen Mark. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs endete der Siegeszug des neuen Massenproduktes schlagartig, da durch die Seeblockade der Nachschub versiegte. Zwar wurden Ersatzprodukte wie Malzkaffee produziert, die Nachfrage lag aber deutlich unter der von Normalkaffee. Nach den wechselvollen Zeiten der Wirtschaftskrise, des Nationalsozialismus und den Wirren der Nachkriegszeit – die damals sehr hohen Abgaben auf Kaffee förderten Schwarzhandel und Schmuggel – eröffnete 1956 die Kaffeebörse wieder und man konnte an alte Erfolge anknüpfen.

Zu den bis heute bekannten Röstern gehört Darboven. Das bereits 1866 gegründete Unternehmen entwickelte sich genau 100 Jahre später mit Marken wie Idee-Kaffee und Eilles zum Kaffee-Imperium. Aber auch Tchibo hat seinen Firmensitz in Hamburg. 1955 eröffnete in Hamburg die erste Tchibo-Filiale, in der die Kunden den Kaffee vor dem Kauf probieren konnten. Aber nicht nur große Kaffeeröster profitierten von Aufschwung des Witschaftswunders: 1970 gab es 300 rund um den Freihafen kleine Kaffeeläden mit Röstereien.
Heute zeigt sich die Speicherstadt verändert. Seit Anfang der 2000er Jahre öffnete sich der ehemals abgesperrte Freihafen allmählich und macht einer lebendigen Mischung aus Lager, Produktion; Büros und Gastronomie Platz. Nicht zuletzt überragt die neue Elbphilharmonie das Ensemble aus spätgotischen Hochspeichern – übrigens seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe! – und Neubauten. Auch, wenn es in der Speicherstadt bis heute Kaffeehandel, Röstereien, die an die alten Traditionen anknüpfen und Kaffeeausschank gibt, so haben sich doch viele kleinere Röstereien ins Stadtgebiet verlagert. So hat sich in Hamburg eine sehr lebendige Kaffeekultur entwickelt, die in Deutschland ihres Gleichen sucht.

Mehr von Hamburgs reichhaltiger Kaffeekultur in den nächsten Tagen! Morgen zum Beispiel Denny’s Kaffee & Wein.
Einzelheiten zur Geschichte des Hamburger Kaffeekonzerns Tchibo stehen hier!
Der erste Teil dieses Berichts findet sich hier!
Quellen: Wikupedia, Kaffeetraditionsverein, Spiegel, Hamburger Morgenpost.