Marktschreier preisen ihre Waren an, die pralle Sonne bringt die reifen Früchte zum Glänzen. Alle paar Schritte ändert sich der Geruch. Es riecht nach süßem Obst, nach gegrillten Hähnchen, nach exotischen Gewürzen und nach Fisch. So vielfältig, wie die angeboten Waren, so verschieden ist auch die Schar der Käufer: afrikanische, arabische, französische Frauen, Touristen, Einheimische und ganz normale Einkäufer, die statt in den Supermarkt lieber hierher gehen, auf den großen Markt am Quai du Canal Couvert Ecke Rue Franklin.

Wer sich noch fragt, warum die französische Küche so erlesen ist, der bekommt hier die Antwort: es sind die Zutaten. Und die werden frisch gekauft auf dem Markt. Hier kann man nicht nur unter den verschiedensten Früchten und Gemüsen wählen, hier kann man sich seinen Einkauf nach Lust, Laune und Geldbeutel zusammenstellen. Weil die Auswahl so groß ist, versuchen die Händler, Franzosen wie auch Nordafrikaner, lautstark auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. Hier ist man nicht nur auf dem größten Markt Ostfrankreichs, man fühlt sich versetzt an einen Markt auf irgendeinem exotischen Kontinent. Die Grillhähnchen sind halal, daneben gibt es Paella und Essen aus Afghanistan.

Da geht es in der großen Markthalle schon etwas ruhiger zu. Fleisch, Schinken und Wurst, Käse in verschiedensten Variationen, selbstgemachte Nudeln, Fisch und Meeresfrüchte, orientalisches Gebäck, Wein und natürlich Tee und Kaffee. Hier am Kaffeestand rasten nicht nur Touristen und Kunden, auch die Marktleute versorgen sich hier mit Getränken, einer Cola, einem Café long, wie der Café crème hier genannt wird oder einem Espressino, einen Espresso mit Milchschaum.

Ein idealer Ort für ein petit dejeuner, ein kleines Frühstück. Die Bachwaren sind – bis auf das allgegenwärtige Barguette – teuer, aber um Längen besser, als das, was man hierzulande gewohnt ist – eben selbstgemacht. Kein Wunder also, dass viele Bewohner der rechten, also deutschen Rheinseite, gerne einmal nach Frankreich zum Brötchenholen fahren.

Auf der anderen Seite der Rue Franklin gibt es noch einen weiteren Teil des Marktes mit Kleidung, Mützen, Schuhen, Schmuck, Uhren, Töpfen und Pfannen, türkischen Kaffeeservicen, Sonnenbrillen, Kleider und Geschmeide für Bauchtänzerinnen und allerlei Trödel und Tant. Wem es auf der Lebensmittelseite noch nicht bunt genug zuging, dem gefällt es hier sicher. Eine Reise ins Elsass ohne einen Besuch auf diesem Markt bleibt unvollständig. Deshalb eine klare Empfehlung.
Les Halles du Marché du Canal Couvert, 26 Quai de la Cloche, Mulhouse, Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 07:00 – 17:00 Uhr, Samstag 06:00 – 17:00 Uhr.

Cool, ein weiterer Marktliebhaber! Freue mich immer wieder wenn jemand über dieses Thema bloggt, soviele sind es meiner Ansicht nach nicht.
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Dann hätten wir hier für Dich noch einen kleinen Markt in Salzburg: https://wp.me/p8O5tv-1PJ , einen Markt in Colmar: https://wp.me/p8O5tv-1G8 und einen meiner Lieblingsmärkte in Palma de Mallorca: https://wp.me/p8O5tv-1Pc
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Merci. Und der Tipp das Frühstück in Markthallen (oder Märkten) einzunehmen, ist ist in der Tat goldwert.
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