Kaffee gegen Vorhofflimmern

Hat der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee einen positiven, negativen oder neutralen Effekt auf das Risiko wiederkehrender Vorhofflimmer-Episoden? Was auf den ersten Blick unglaublich erscheint, ist das Ergebnis der aktuellen DECAF-Studie, die von Dr. Gregory Marcus von der University of California, San Francisco, jüngst veröffentlicht wurde. Untersucht wurden die Auswirkungen von Kaffee auf Menschen mit Vorhofflimmern, einer der häufigsten Form von Herzrhythmusstörungen. Das überraschende Ergebnis: Kaffee ist in diesem Fall nicht nur unbedenklich, er kann möglicherweise auch vor einem erneuten Auftreten der Erkrankung schützen. Die Ergebnisse wurden auf der jährlichen Konferenz der American Heart Association in New Orleans präsentiert und in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht.

Vorhofflimmern betrifft Millionen von Menschen und kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Blutgerinnseln und Schlaganfällen führen. Koffein kann die Herzfrequenz und den Blutdruck erhöhen. Bisher war allerdings unklar, ob Koffein auch Episoden von Herzklopfen oder Schwindel auslösen könnte. Die DECAF-Studie untersuchte deshalb über vier Jahre die Auswirkungen des Kaffeekonsums bei Menschen mit einer Vorgeschichte von persistierenden Herzrhythmusstörungen.

Die Studie wurde an 200 regelmäßigen Kaffeetrinkern aus den USA, Kanada und Australien durchgeführt. Während die eine Hälfte ihren Kaffeekonsum beibehielt verzichtete die andere Gruppe über sechs Monate hinweg auf Koffein. Die Forscher analysierten die Daten von EKGs, tragbaren Herzmonitoren und implantierbaren Geräten, um festzustellen, wann und ob es zu einem erneuten Auftreten von Vorhofflimmern kam. Tatsächlich konnte so beobachtet werden, dass bei der Gruppe, die weiterhin Kaffee trank, seltener eine erneute Episode von Vorhofflimmern erlebten. Die Patienten wurden im Rahmen der Studie nachbeobachtet. Die Nachbeobachtung erfolgte telefonisch, per Videokonferenz oder persönlich nach 1, 3 und 6 Monaten.

Es kann daher vermutet werden, dass der Konsum von Kaffee einen schützenden Effekt haben könnte. Dr. Johanna Contreras, Kardiologin am Mount Sinai Fuster Heart Hospital in New York, betonte jedoch, dass die Studie nicht unbedingt bedeutet, dass Kaffee eine vorbeugende Wirkung hat, sondern vielmehr, dass der Konsum einer Tasse Kaffee pro Tag für Menschen mit Vorhofflimmern sicher ist. Nicht berücksichtigt bei der Studie wurden nämlich andere koffeinhaltige Getränke, wie Tee oder Cola. Auch hatten die übrigen Lebensgewohnheiten, wie Ernährung oder Bewegung, keinen Einfluss auf die Studie.

Es gilt als allgemein anerkannt, dass koffeinhaltiger Kaffee proarrhythmisch wirkt. Kaffee ist das am häufigsten konsumierte koffeinhaltige Getränk in den USA. Unklar bleibt, warum Kaffee mit einem geringeren Risiko für das erneute Auftreten von Herzrhythmusstörungen verbunden ist. Möglicherweise spielt ein entzündungshemmender Bestandteil des Kaffees eine Rolle, oder die Stimulation der Adrenalinreaktion durch Koffein könnte helfen, Vorhofflimmern zu verhindern. Klar hingegen ist, dass die bisherige Bewertung von Koffein im Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen bearbeitet werden müssen, doch erst weitere Studien könnten klären, wie Kaffee bei Vorhofflimmern schützt.

Quellen: it-boltwise.de, jamanetwork.com, „Koffeinhaltiger Kaffeekonsum oder -verzicht zur Reduzierung von Vorhofflimmern“. Bildrechte: Titel-Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay, Bild von Александр Бочаров auf Pixabay, Bild von Daniel Reche auf Pixabay.

4 Gedanken zu “Kaffee gegen Vorhofflimmern

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