Die Regeln – 100 Wörter, die drei Vorgegebenen müssen enthalten sein. Beugen geht, Synonyme gehen nicht. Überschriften zählen nicht mit. Zum Zeichenzähler geht es hier. Viel Spaß!
Hier die Wörter für Dienstag, den 20.2.2024:
Gefolge – rostig – aufräumen
★
Bei mir kommt immer noch ein vierter Begriff dazu – natürlich Kaffee. Aber lest selbst.

Der erste Kaffeesieder Wiens
Zehn Jahre war Jerzy Franciszek Kulczycki, der sich Georg Franz Kolschitzky nennt, über den Balkan gezogen. Erst im Gefolge des kaiserlichen Gesandten, dann für die erste Wiener Orientalische Handelskompagnie. Der Litauer sprach fließend Türkisch. So konnte er bei der Belagerung Wiens entscheidend zum Sieg gegen die Türken beitragen, was ihm ein Niederlassungsrecht und Steuerfreiheit einbrachte. Etwas mit den braunen Bohnen anzufangen wusste wohl nur er. Die von den Türken zurückgelassenen Säcke hat niemand haben wollen – bis auf Kolschitzky. Ein rostiger Ibrik und sein eben erworbenes Wirtshaus „Zur blauen Flasche“, dass er erst aufräumen musste, machten ihn zum ersten Kaffeesieder Wiens.
Bildrechte: „Zu den blauen Flaschen“, Altwiener Kaffeehausszene, anonymer Künstler, Wikipedia/gemeinfrei. Zur Wupperpistille geht es hier!
Der bunt gekleidete Herr – ist das der Kaffeesieder? – sticht aus der eher monoton gewandeten Menge richtig heraus.
Gut geschrieben, und gelernt habe ich beim Lesen jetzt auch etwas Neues.
Vielen Dank!
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Tatsächlich gab sich der gute Mann gerne als Türke aus, was er durch entsprechende Kleidung unterstrich. So eine Art Karl May des Kaffees.
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Ein interessantes historisches Detail, was mit den Kaffeesäcken der Türken passiert ist geschmeidig in 100 Wörter gepresst. Gefällt mir!
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Mit denen wusste man schlicht nichts anzufangen. Nicht einmal an die Pferde ließ es sich verfüttern. Nur einer hatte Verwendung. Und da er an der Befreiung Wiens mitbeteiligt war – er hatte sich als Türke verkleidet ins gegnerische Lager gewagt und spioniert und so von einem herannahenden Reserveheer so rechtzeitig erfahren, dass er die Verteidiger warnen konnte – konnte man ihm seinen Wunsch nicht abschlagen. So die Legende.
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Man wird nicht erfahren, ob die Legende wahr ist, sie könnte es aber durchaus sein ….
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Sicher ist, dass er gelebt hat. Auch, dass er sich in Wien niedergelassen hat. Ob er wirklich der erste Cafétier Wiens war, dass bleibt dahingestellt.
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Gut gelöst, und zudem informativ. Irgendwie habe ich die Geschichte so ähnlich, nur länger, schon mal bei dir gelesen.
Sicher, dass der gute Jerzy Litauer war? Der Name ist so polnisch, polnischer geht es nicht… 🙂
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Das ist von Dir gut beobachtet. Er stammt aus dem Dorf Kultschyzi, das damals zu Litauen, genauer gesagt zu Polen-Litauen gehörte. Präziser aus dem Bezirk Sambir, früher ein Teil des Teil des Fürstentums Halytsch-Wolhynien und damit litauisch. Zwischenzeitlich gehörte der Ort zur Woiwodschaft Ruthenien, das wäre dann polnisch, dann aber wurde Sambir für einige Jahre ungarisch. Heute gehört das Dorf zur ukrainischen Oblast Lwiw. Können wir und aus einen Polen litauischer Herkunft, der heute Ukrainer mit ungarischem Einschlag wäre, einigen? Ich hätte es so geschrieben, aber ich hatte ja nur 100 Wörter!
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Lach… was für eine spannende Geschichte! Wahnsinn… ja, der Name klang einfach zu sehr nach einem Polen 🙂 Meine Großeltern stammen auch aus der Gegend um Lwiw. Im Laufe der Zeit verschieben sich nun mal Grenzen. Und man hat seinen Enkeln viel zu erzählen…
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Daher könnte auch das Sprachentalent des besagten Herren rühren.
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So kam der Kaffee also nach Wien. 😉
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Richtig. Die türkischen Belagerer haben ihn mitgebracht und dagelassen.
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Selbst Drabbles bilden. Grins…
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Wow! Wann war das?
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Als die Truppen von Großwesir Kara Mustafa im Jahr 1683 die Wienerstadt belagerten.
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Alles klar, danke dir für die Info!
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🙂🙂🙂
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Deswegen wird Kaffe in alten Liedern auch als “ Türkentrank“ bezeichnet.
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Stimmt. Denn da kam er – zumindest für uns – her.
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Sehr interessante Geschichte. Mit einem Extra-Wort und Thema ist die Schreibherausforderung sogar noch grösser, gefällt mir sehr.
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Danke Dir. Dein Kommentar freut mich sehr.
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Perfekt gelöst. Besser kann man es nicht machen! 😃 Und der Kaffee kam auch unters Volk und in die 100 Wörter. Super, Tom! 😃
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Danke Dir. Man wächst an seinen Aufgaben. Du kennst das ja…
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Danke für die nette Überlieferung. Dieser Herr war ein Pole, aber Polen und Litauen waren damals ein Staat.
Hier ist seine Gedenktafel in Wien:
commons.m.wikimedia.org/wiki/Category:Gedenktafel_für_Georg_Franz_Kolschitzky_(Wien,_Domgasse_8
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Ach. Danke für die Ergänzung.
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Du hast es oben noch detaillierter erklärt, wie ich nach dem Schreiben dieser Bemerkung gesehen habe.
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Passt schon.
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