Noch ein Bauwerk überragt den Markt an der Donau, ja selbst die Wallfahrtskirche St. Salvator und die Walhalla: die Burgruine Donaustauf. An meinem Rückweg von der Walhalla lasse ich mir diese Gelegenheit auf einen Burgenbesuch doch nicht entgehen. Und so geht es, nachdem ich die Talsohle erreicht habe, wieder hinauf an den historischen Ort, an dem schon die Kelten etwa 500 v. Chr. eine Befestigung errichtet haben.

Zwischen 914 n. Chr. und 930 n. Chr. ließ hier Bischof Tuto von Regensburg eine Burg zur Abwehr der Ungarneinfälle errichten. Die Burg wird dabei als castellum quod dicitur Stufo zwischen 894 und 930 erwähnt. Der Name stouf ist die althochdeutsche Bezeichnung für einen kegelförmigen Fels oder Bergkuppe. Im 11. Jahrhundert besaß die Burg unter dem Hochstift Regensburg eine hohe strategische Bedeutung. 1132 ist die Burg urkundlich erwähnt als castrum Episcopi Tuonustouphen, das heißt, die Burg war damals Eigentum des Regensburger Bischofs.

Vom 14. bis zum 17. Jh. wird die Burg verteidigungstechnisch weiter ausgebaut. So erfolgte 1610 durch Bayernherzog Maximilian I. eine erneute Befestigung und ein Ausbau mit Bastionen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Festung Donaustauf von den Schweden nach Übergriffen der bayerischen Besatzung Ende 1633 auf schwedische Versorgungstrupps im Januar 1634 unter großen Verlusten erobert, gesprengt und verbrannt. Nach dem Abzug der Schweden notdürftig instand gesetzt und wieder bewohnt, verfiel sie seit dem Ende des 17. Jahrhunderts und wurde als Steinbruch genutzt.

Der Markt Donaustauf entwickelte sich im Mittelalter als bürgerliche Siedlung im Schutze der mächtigen Befestigungsanlagen der Burg. 1810 kam die Ruine mit dem Hochstift Regensburg an Bayern. Am 18. März 1812 trat der bayerische Staat die Burgruine als Entschädigung für die Postrechte in Bayern an das Haus von Thurn und Taxis ab. Die Fürsten von Thurn und Taxis führen seit 1899 den erblichen Titel eines Herzogs zu Donaustauf und Wörth. Seit dem 6. April 1986 gehört die Burgruine dem Markt Donaustauf. Ab 1997 wurde sie vom Markt gesichert und saniert.

Die ältesten Bestandteile der mittelalterlichen Burg datieren von um 1060/70. Diese umfassen die Ringmauer aus Bruchstein, den Palas, die inneren Torbauten und die Kapelle, mit Resten der Bausubstanz aus dem 11. Jahrhundert, welche allerdings im späten Mittelalter verändert wurden. Die ausgedehnte Anlage war als Abschnittsburg angelegt und umfasste sechs aufeinanderfolgende Tore, beginnend mit dem Außentor im Nordosten, mit einem zweiten Tor als Eingang zur Kernburg und schließlich mit zweigeschossigen und gewölbten Torbau mit Resten der Burgkapelle im Obergeschoss. Die Reste der Kapelle sind von unten deutlich zu erkennen.

Vom Palas ist nur noch eine Wand mit einem romanischen Doppelfenster mit Säule erhalten. Vom quadratischen Bergfried ist nichts erhalten. Die Ostseite des Burgareals wurde ab 1812 als englischer Park mit Allee angelegt. Die nördlich vorgelagerte, grabenumwehrte Vorburg nimmt heute einen kleinen Friedhof auf. Zumindest steht noch genügend, um sie die Ausmaße der früheren Burg gut vorstellen zu können.

Was diese Burgruine aber so besonders macht, ist der phantastische Blick über die Donau. Auch die Walhalla sieht man seitlich von Oben, ein weißer Riegel, der über dem Rücken der Anhöhe über dem Fluss thront. Ein würdiges Finale einer Tour, die durch verschiedene Epochen der Geschichte Bayern führte – mit einem Blick in die Antike. Eine Tour, die von einem beschaulichen Markt mit Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert über den monumentalen Historismus des aufstrebenden bayerischen Königreiches und wieder zurück ins Mittelalter führte.

Da fallen mir die Worte ein, die König Ludwig I. am 18. Oktober 1842 zur Eröffnung der Walhalla proklamierte: „Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung deutschen Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben, ein Vaterland auf das sie stolz sein können, und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung.“ Sie sind auf einem Stein vor der Walhalla zu lesen.
Quelle: Wikipedia.
Es ist ein toller Ausblick von dort oben, und das Wetter war augenscheinlich auch super. Schön, dass du das Ticket so gut genutzt hast, es gibt in der Gegend spannende Ziele zu entdecken 🙂
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Wie wahr!
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