9-Euro-Ticket-Tours: Füssen – Franziskanerkloster, Kappenzipfel, Romantische Gasse und St. Mang

Das schmucklose, verschlossene Tor war natürlich nicht das Ende der Romantischen Straße. Allerdings wurde die Schrift angebracht, als das Tor noch geöffnet war. Heute muss man um die Klostermauer herumgehen und den Eingang zum Garten des Franziskanerklosters finden. Der schöne Blick von hier auf das Hohe Schloss und das Kloster St. Mang, von dem ich Euch gestern erzählt habe, heißt übrigens Quaglio-Blick nach dem Füssener Maler Domenico Quaglio, einem der bedeutendsten Architekturmaler der Deutschen Romantik, der die Stadt in vielen seiner Bilder verewigt hat.

Klosterhof St. Stephan

Doch es ist nicht nur die Aussicht, die das St. Stephan gewidmete Kloster aus dem 17. Jahrhundert zum Endpunkt der Romantischen Straße gemacht hat, es ist das Kloster selbst mit seinem malerischen Innenhof mit Klostergarten. Die Stadtmauer und der Wehrturm wurden einfach in das Gebäudeensemble integriert, was den besonderen Charme dieser Anlage ausmacht.

Kappenzipfel

Warum es gerade Füssen zum End- beziehungsweise Startpunkt einer Reise über die Romantische Straße gebracht hat, wird einem spätestens klar, wenn man am Kappenzipfel vorbeikommt. Dieser kleine Platz hat es wahrhaft in sich. Um einen gusseisernen Brunnen, der noch bis in 20. Jahrhundert der städtischen Wasserversorgung diente, haben sich die anliegenden Häuser wie hingewürfelt drapiert. Ein kleines Stück Rasen mit zwei schattenspendenden Bäumen runden das Gesamtbild ab – ein Ort, an dem Märchen spielen könnte.

Faulenbachgässchen

Noch romantischer wird es im Faulenbachgässchen, dass den Beinamen Romantische Gasse trägt. Hier drücken sich einige Häuschen in den Spalt zwischen Lechufer und Stadtmauer, die hier gleichzeitig die Klostermauern von St. Mang sind. Obwohl einige der Häuser hier weit älter sind als der heutige Klosterbau. Eines der Häuser trägt eine Inschrift, die auf das Erbauungsjahr 1582 hinweist, also etwa hundert Jahre früher.

Hausinschrift mit Stadtwappen

Allerdings wurde das ursprüngliche Kloster, auf dessen Grundmauern im 17. Jahrhundert St. Mang errichtet wurde, bereits 600 Jahre früher. Trotzdem vermittelt diese Gasse einen guten Eindruck davon, wie eng es in vielen mittelalterlichen Städten zugegangen ist.

Romantische Gasse

Das Faulenbachgässchen schlängelt sich vom Baumgarten um den Klosterberg bis zur Lechhalde. Hier fällt einem zuerst die in leuchtenden Farben bemalte Spitalkirche Heilig Geist auf. Die farbenfrohen Außenfresken sind in einem volkstümlichen Rokoko-Stil, zeigen die Dreifaltigkeit und darunter das Wappen des Augsburger Bischofs Joseph. Die Fresken stammen, wie die im Innenraum, von Josef Anton Walch, einem Kaufbeurer Maler des 18. Jahrhunderts.

St. Mang

Wenden wir uns nun St. Mang zu. Der Barockbau gilt als ein Mahnmal der Gegenreformation. Dass das Kloster in dieser Form bis heute erhalten wurde, verdankt es nicht zuletzt zahlreicher weltlicher Besitzer, darunter Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein, der sich Anfang des 19. Jahrhunderts als bayerischer Staatsmann und Innenminister einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte, und Maximilian II. Joseph von Bayern, in München besser bekannt unter dem Namen seines Denkmals in der Maximiliansstraße „Max Zwo“.

„Klosterhof“ St. Mang

Bereits 1803 wurde der Konvent aufgelöst und das Kloster von der Kirche geräumt. Doch welcher weltlichen Verwendung sollte man diesen Prachtbau zuführen? Die Klosterkirche kam in Besitz der Pfarrei Füssen. 1909 erwarb die Stadt Füssen die übrigen Klostergebäude und damit den Hauptteil des ehemaligen Klosters. Im Nordflügel richtete sie hier ihr Rathaus ein. Im Südflügel befindet sich heute das Museum der Stadt Füssen, in dem auch die barocken Repräsentationsräume des Klosters zu besichtigen sind.

Cappuccino

Auch erhalten ist der Barockgarten, von dem ein Teil vom in einem Ausläufer des Klosters untergebrachten Café Genuss Welt bewirtschaftet wird. Den Kaffee haben wir uns redlich verdient! Doch müsst Ihr Euch noch bis morgen gedulden!

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