9-Euro-Ticket-Tours: die Burgruine Eisenberg

Von der Schlossberg-Alm geht es erst recht steil nach oben, dann windet sich der Weg links am Hang entlang, bis man unvermittelt vor dem zerstörten Burgtor der Burg Eisenberg steht. Urkundlich erwähnt wurde die Festung „uf den Isenberch“ das erste mal 1340, als sich Tiroler Grafen im Allgäu ausbreiteten und – zusammen mit den beiden Nachbarburgen Hohenfreyberg und Falkenstein – drei Außenposten errichteten.

1525 wurde die Burg während der Bauernkriege schwer beschädigt, danach aber noch einmal instand gesetzt. Im 30-Jährigen Krieg, genauer im September 1646 beschloss die Tiroler Landesregierung – angesichts der Bedrohung durch das anrückende protestantische Heer – die Aufgabe ihrer drei Allgäuer Vorposten. Die Burgen wurden geräumt und in Brand gesteckt, sie sollten den Angreifern nicht intakt in die Hände fallen.

Von der Burg Eisenberg noch gut erhalten ist die ovale Hauptburg. eine Mantelmauerburg, bei der ein Bergfried, wie sonst bei Festungen üblich, entbehrlich ist, da die hochgezogenen Mauern dessen Funktion übernehmen. Die Hauptburg stellt auch den ältesten Teil der Anlage dar, mit deren Bau etwa 1315 begonnen wurde.

Im Inneren der Hauptburg haben sich noch die Wände der Wohn- und Wirtschaftsbauten teilweise erhalten. Die Burg verfügte über zwei Palasse und eine Kapelle, eine Zisterne, Back- und Badestube und Lagerräume. Es sind auch noch einige Reste der Kellergewölbe zu sehen. Die Innenbebauung ist direkt an die Mantelmauer angefügt.

Der Burg vorgelagert ist die Vorburg mit dem unteren Burgtor. Der ursprüngliche Burgeingang lag auf der Ostseite der Hauptburg, erst im 16. Jahrhundert schuf man die heutige Eingangssituation und legte dem alten Tor eine große, erdverfüllte Bastion vor. Der heutige Eingang in die Hauptburg liegt entgegengesetzt im Westen, das Haupttor ist so von der Vorburg wesentlich leichter erreichbar.

Neue Wehrtechnik machte auch Veränderungen der Burg notwendig. Die zunehmende Verwendung von Geschützen machte Umbauten notwendig, einer der Gründe, weshalb das Haupttor verlagert wurde. Im Osten und im Westen wurde die Festung durch zusätzliche Geschützbastionen gesichert, die heute vor allem als ausgezeichnete Aussichtswarte auf Pfronten und die umliegende Allgäuer und Tiroler Bergwelt genutzt werden. Man kann sich allerdings gut Vorstellen, dass diese Geschütztürme, damals Auslug genannt, eine hervorragende Sicht auf etwa herannahende Feinde erlaubte – und damit ein gutes Schussfeld!

Vom westlichen Auslug hat man auch einen perfekten Blick auf die Nachbarburg Hohenfreyberg. Doch zu der und ihrer spannenden Geschichte kommen wir morgen…

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